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Zürich Schaffhausen «Willkomme a Bord!»

Mit Böllerschüssen aus der Kanone ging es los: Vier Holzschiffe stachen in die Limmat zur historischen Hirsebreifahrt von Zürich nach Strassburg. Auf der Vergnügungsfahrt mit dabei ist dieses Jahr fast der ganze Zürcher Stadtrat, fein gekleidet in mittelalterliche Kostüme.

Ein Boot auf einem Fluss mit mittelalterlich gekleideten Personen
Legende: Drei Tage dauert die Hirsebreifahrt auf den Flüssen von Zürich nach Strassburg Keystone

Aufbruchstimmung an der Schipfe in der Zürcher Altstadt, am Mittwoch, kurz vor Mittag: Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und fast der gesamte Stadtrat in mittelalterlichen Kostümen, Zünfter und Schiffleute versammeln sich für die traditionelle Hirsebreifahrt.

Dann heisst es: Einsteigen in die vier Holzboote und Platz nehmen auf den Bänken. Böllerschüsse aus Kanonen sind das Startzeichen, und unter dem Applaus der Zuschauer geht es los. Die dreitägige Route bestimmen die Flüsse: Zuerst geht die Fahrt auf der Limmat von Zürich nach Baden, dann die Aare hinunter, später geht's weiter auf dem Rhein, und das letzte Stück nach Strassburg legen die Boote auf der Ill zurück.

Eine Tradition aus freundschaftlicher Verbundenheit

Die Hirsebreifahrt wurde erstmals 1456 durchgeführt. Die beiden Städte Zürich und Strassburg waren einander politisch, wirtschaftlich und militärisch verbunden. Um die freundschaftliche Verbundenheit zu pflegen, wurden damals Zünfter und Schifferleute eingeladen. Die abenteuerliche Fahrt in einem Weidling dauerte im Mittelalter zwanzig Stunden. An Bord transportierten sie einen Topf Hirsebrei, ein Geschenk für die Strassburger. Die Legende sagt: Der Hirsebrei war bei der Ankunft noch warm.

Neue Zeiten, neue Sitten

Die Hirsebreifahrt von Zürich nach Strassburg ist bis heute ein beliebter alter Brauch. Organisiert wird die Vergnügungsfahrt heute vom Limmat-Club Zürich und der Zunft zur Schiffleuten. Allerdings dauert die Fahrt heute drei Tage. Von Zürich nach Strassburg sind 29 Hindernisse zu überwinden, beispielsweise Kraftwerke oder Schleusen. Auch der Hirsebrei wird nicht auf den Booten mitgeführt. Der wird kurz vor Strassburg aufs Boot geliefert. Was jedoch bis heute gleich ist: Wenn die Reisenden in Strassburg ankommen, werden die Zürcher mit einem Volksfest gefeiert.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Schweizer, die in der administrativ fast wichtigeren EU-Zentrale Strassburg wegen eines Topfs bloss lauwarmer schleimiger Hirse gefeiert werden... das ist aus Sicht der damaligen Brauchsgründer im 16. Jh. schon fast eine grotestke, aber treffsichere Antizipation der heutigen Schweizer Europapolitik... :-)
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