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Legende: Audio Das Glücksspiel im Internet: Die Stadt Zürich zieht Bilanz zu einer neuen Wohnungs-Bewerbungsplattform abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 15.08.2019.
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Wohnungslotterie in Zürich Schon 56'000 Internet-Bewerbungen für städtische Wohnungen

Besichtigungstermine für städtische Wohungen werden neu über das Internet vergeben. Das Interesse ist ungebrochen gross.

Das alte Vorgehen

Städtische Wohnungen sind vergleichsweise günstig und deshalb begehrt. Dies führte einerseits dazu, dass bei öffentlichen Besichtigungen hunderte Menschen Schlange standen, um die Wohnung ansehen zu können. Und andererseits hatte es zur Folge, dass bei nicht öffentlichen Besichtigungen zehntausende Menschen bei der städtischen Liegenschaftenverwaltung anriefen, um sich für eine Besichtigung zu empfehlen. Um diese Probleme anzugehen, führte die Stadt Zürich ab Februar ein neues Verfahren ein.

Das neue System

Für Besichtigungen von städtischen Wohnungen kann man sich nun nur noch auf einer speziellen Internetseite anmelden. Ein Zufallsgenerator entscheidet in der Folge, ob man zur Wohnungsbesichtigung zugelassen wird oder nicht. Höchstens 50 Personen erhalten die Zustimmung, eine Liegenschaft ansehen und sich danach bewerben zu können.

Hunderte Menschen stehen Schlange, um neue Wohungen in der Nähe des Bucheggplatzes in Zürich besichtigen zu können.
Legende: Bei der Besichtigung einer Musterwohnung in der Siedlung Kronenwiese im Zürcher Quartier Unterstrass bildeten sich 2016 gigantische Warteschlangen. Keystone

Die Bilanz nach einem halben Jahr

Seit Einführung der sogenannten E-Vermietung hat die Stadt Zürich 120 Wohnungen ausgeschrieben, bestätigt Kuno Gurtner von der Liegenschaftenverwaltung auf Anfrage des Regionaljournals Zürich Schaffhausen. 56'000 Bewerbungen sind auf diese Online-Inserate entfallen. Das entspricht rund 470 Bewerbungen für eine Besichtigung pro Wohnung. Das System habe in den meisten Fällen gut funktioniert, sagt Gurtner weiter. Vereinzelt sei es beim Verschicken eines Links zu Problemen gekommen. Dieser habe manchmal nicht funktioniert, er wird aber für das Einreichen der Bewerbungsunterlagen benötigt.

Im Schnitt gibt es 470 Bewerbungen pro Wohnung, die im Internet ausgeschrieben wurde.
Autor: Kuno GurtnerLiegenschaftenverwaltung Stadt Zürich

Das Potenzial für Missbräuche

Um sich bessere Chancen auszurechnen, eine Wohnung auch besichtigen zu können, kam es vor der Einführung des Internet-Tools zu einer regelrechten Telefonflut. Wohnungsinteressenten zogen Verwandte und Bekannte herbei, um innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens bei der städtischen Liegenschaftenverwaltung einen Besichtigungstermin zu ergattern. So kam es in einer halben Stunde gut und gerne zu 30'000 Telefonanrufen bei der Stadt. Auch im neuen System versuchen manche Personen, sich mehrmals anzumelden, um ihre Chancen zu erhöhen. Dies funktioniere nicht, sagt Gurtner. Mehrfachbewerbungen würden ausgesiebt und nur einmal verwendet.

Kein Internet? Kein Problem!

Für diejenigen Menschen, die über keinen Internetzugang verfügen, gibt es die Möglichkeit, sich bei der Liegenschaftenverwaltung direkt vor Ort für eine Besichtigung zu bewerben. Diese Dienstleistung nehmen rund drei bis fünf Personen pro Tag in Anspruch, erklärt Gurtner. «Etwas mühsam ist leider, dass diese Personen ein zweites Mal vor Ort erscheinen müssen, um zu erfahren, ob sie zur Besichtigung zugelassen wurden.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Häfliger  (kurto1956)
    Habe diesen neuen Zustand bei Hr. Gurtner am Anfang schon schriftlich kritisiert, weil es höchst unfair wegen einem Verfahrensfehler ist ! Er konnte meinen Vorschlag nicht sachlich entkräften, dieser lautet: Schon beim Beginn der Anmeldung und nicht erst in der zweiten Runde müssen bei subventionierten Wohnungen die nötigen Papiere hochgeladen werden! Mit der heutigen Regelung scheitern mögliche Legitimierte an der Masse im ersten Auswahlverfahren, reine Wahrscheinlichkeitsrechnung! Ein Witz!
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Die Stadt Zürich sollte auch mal überprüfen, wie viele sehr gut Verdienende in einer billigen Wohnung leben. Bin überzeugt, dass es sehr viele sind. Oft auch pevilligierte ArbeitnehmerInnen von Ämtern, die es gar nicht nötig hätten günstigen Wohnraum zu besetzen. Spreche da solche Fälle in Bern an, die publik wurden.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Das Bild und die geschriebenen Realitäten, was abläuft beim vermieten einer städtischen Wohnung, muss man mehrmals anschauen und lesen, um das zu glauben! Nun, warum das so ist, kann jede(r) Leser(in) selber beurteilen und analysieren! Als Eigenheimbewohner in einer ländlichen Region und als jahrelanger, gesellschaftlicher Politbeobachter, versteht man diese städtischen Massenschlangen vor einer leeren Mietwohnung oder einer neuen Musterwohnung ganz gut und kennt die Fakten dazu!
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    1. Antwort von Willi Geissbühler  (WG)
      lieber Rolf Bolliger schön wäre es wenn die Behörden endlich handeln würden, damit die Leute eine bezahlbare Wohnung finden ohne gleich die Hosten runter lassen zu müssen. Unsere Politiker sind mit allerlei beschäftigt nur nicht mit dem was die Bevölkerung bewegt. Man sollte endlich dem Problem auf den Leib rücken. Das gleiche gilt für die völlig überrissenen Krankenkassenkopfprämien. Handeln statt schwafeln wäre angebracht. Gilt für alle Parteien ohne Ausnahme.
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