Zürcher SVP kämpft um ihren Einfluss in der Parteispitze

Die SVP Schweiz erhält eine neue Parteileitung, auch die Zürcher Christoph Blocher und Walter Frey treten ab. Der Zürcher Flügel - lange die tonangebende Stimme der Partei - droht an Einfluss zu verlieren. Erste Exponenten fordern nun, dass Zürich auch künftig in der Spitze vertreten sein muss.

Der Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel und der designierte SVP-Parteipräsident Albert Rösti im Gespräch bei einem Parteianlass im Zürcher Hauptbahnhof. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie gut wird die Zürcher SVP-Stimme künftig gehört? Roger Köppel (links) diskutiert mit Albert Rösti. Keystone

Der Zürcher SVP-Nationalrat und ehemalige Geschäftsführer der SVP Schweiz, Gregor Rutz, möchte das Feld nicht einfach allen anderen überlassen. «Die Zürcher Sektion als grösste und stärkste Sektion muss auch im neuen Leitungsausschuss wieder vertreten sein», sagt er. Egal, wie diese dann genau aussehe.

Woher die «Besten» kommen, ist egal

Für Gregor Rutz ist also klar, dass auch bei einer Verkleinerung der nationalen Parteispitze zwingend ein Vertreter oder eine Vertreterin aus dem Kanton Zürich dort Platz nimmt. Sein Parteikollege, Thomas Matter, sieht das hingegen nicht so eng. Man könne sich gut bei der Parteispitze einbringen, auch ohne dort Mitglied zu sein, sagt der Zürcher Nationalrat. Hauptsache sei, dass die besten Leute in der Parteileitung vertreten seien: «Aus welchen Kantonen sie stammen, das ist sekundär.»

Er nimmt damit die Argumentationslinie auf, welche der langjährige Parteipräsident Christoph Blocher am Montag im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» vertrat. Es gebe nämlich keine eigentlichen Flügel mehr innerhalb der Partei:

«Auch Berner sind heute auf demselben Kurs wie die Zürcher», so Blocher, die Geschlossenheit innerhalb der SVP sei unglaublich gross. Das bestätigt auch Pentti Aellig. Als Schaffhauser SVP-Präsident hat er eine Aussensicht auf die Zürcher Fraktion. Die Meinungen in der SVP seien einheitlicher als auch schon: «Das ist eindeutig spürbar.»