Zürcher Unterstützung der Axpo bröckelt

Der Stromkonzern Axpo schreibt einen Verlust von fast einer Milliarde Franken. Dies hat direkte Konsequenzen für den Kanton Zürich. Ihm gehören 37 Prozent des Stromkonzerns. Diese Beteiligung wird zunehmend kritisiert - auch von bürgerlichen Politikern.

Rundgang von der Trafokaverne zur Maschinenkaverne im Kraftwerk Linthtal. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rundgang von der Trafokaverne zur Maschinenkaverne im Kraftwerk Linthtal. Keystone

Bereits 2014 wurden den Aktionären der Axpo keine Dividenden ausbezahlt. Und auch 2015 erhalten die Kanton kein Geld vom Stromkonzern, wie Andrew Walo, der Chef des Axpo-Konzerns am Freitag mitgeteilt hat. Die Axpo schreibt einen Verlust von fast einer Milliarde Franken für das vergangene Geschäftsjahr.

Dass der Kanton Zürich, der an der Axpo zu 37 Prozent beteiligt ist, erneut auf mehrere Millionen Franken Dividenden verzichten muss, sei ärgerlich, sagt SVP-Regierungsrat Markus Kägi. Der Zürcher Baudirektor sitzt zusammen mit der Zürcher FDP-Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker-Späh im Axpo- Verwaltungsrat. Aber Markus Kägi betont, dass der Stromkonzern nach wie vor gut aufgestellt sei: «Die Liquidität der Axpo ist gut und die Eigenkapitalquote sogar sehr gut.»

Kritik von links und rechts

Eine Einschätzung, die der Basler SP-Politiker Rudolf Rechsteiner nicht teilen kann. Er hat für die Zürcher Grünen die Finanzen der Axpo untersucht. In seiner Studie warnte er im Frühling vor einem grossen finanziellen Risiko, welches die Axpo mit sich bringt. Auch heute sagt er noch: "Die Axpo marschiert in Richtung Bankrott." Die Rechnung müsse irgendwann einmal auch der Kanton Zürich zahlen.

Kam die Kritik an der Axpo in der Vergangenheit vor allem von links, äussern sich vermehrt auch bürgerliche Politiker kritisch zur Axpo. Kürzlich hinterfragten SVP-Politiker beispielsweise die Expansion des Stromkonzerns in die USA. Und die FDP will die Zürcher Beteiligung an der Axpo genau unter die Lupe nehmen, wie Fraktionschef Thomas Vogel sagt: «Wir führen diese Diskussion fraktionsintern intensiv. Es ist zudem eine Legislaturschwerpunkt der Zürcher FDP, die Beteiligung des Kantons an Unternehmen wie der Axpo zu hinterfragen.»