- Entlastung für einen der grössten Zug-Engpässe der Schweiz ist unterwegs: Das Vorprojekt für den Brüttener Tunnel ist abgeschlossen.
- Ein kurzer Extra-Tunnel soll die Geleise bei Dietlikon entwirren.
- Die Gemeinde ist erleichtert, dass die Züge unter dem Boden verschwinden. Eine andere Variante sah nämlich eine lange Brücke vor.
Extra-Tunnel oder Brücke? Die SBB hat im Rahmen des Vorprojekts für den Brüttener Tunnel zwei Vorschläge gemacht, wie die Geleise auf der Südwestseite des Tunnels in Dietlikon entwirrt werden könnten.
Nun hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) entschieden: Es bevorzugt einen kurzen Tunnel unter den Geleisen hindurch. Die andere Variante wäre eine eingleisige 750 Meter lange Brücke gewesen. Sie hätte über die bestehenden Geleise geführt – und über ein Wohnquartier sowie ein Naherholungsgebiet.
Hocherfreute Gemeindepräsidentin
Den 300 Meter kurzen Extra-Tunnel schätzt das BAV als «bewilligungsfähiger» ein, wie es in einer Mitteilung heisst, die es am Donnerstag verschickte. Züge, die in Richtung Wallisellen unterwegs sind, sollen so Züge in Richtung Stettbach queren können, ohne sich gegenseitig zu behindern.
Die Eisenbahnbrücke von gewaltiger Länge wäre unmittelbar an einem Wohnquartier vorbeigegangen.
Für diese Lösung haben der Kanton Zürich und die betroffenen Gemeinden acht Jahre lang gekämpft. Sie zeigen sich nun hocherfreut, etwa Dietlikon. «Die Eisenbahnbrücke von gewaltiger Länge wäre unmittelbar an einem Wohnquartier vorbeigegangen», sagt Edith Zuber, die Gemeindepräsidentin von Dietlikon, zu Radio SRF. Jetzt, ohne Brücke, sei die Lebensqualität gesichert.
Wir sind sehr glücklich über den Entscheid.
Auch in der Nachbargemeinde Wallisellen ist Jürg Niederhauser, Ressortvorsteher Hochbau und Planung, «sehr glücklich über den Entscheid». Wäre anstatt des Tunnels die 750 Meter lange Brücke gebaut worden, hätte sich dies auch auf das angrenzende Naherholungsgebiet Hörnligraben in der Gemeinde Wallisellen ausgewirkt. «Die Brücke wäre optisch ein Fremdkörper gewesen in der ganzen Landschaft», so Niederhauser.
Diverse Bahnhöfe werden ausgebaut
Der Brüttener Tunnel geht nun in die nächste Projektphase. Voraussichtlich in drei Jahren kann die SBB ein Plangenehmigungsgesuch vorlegen, um dann in die Bewilligungsphase zu starten. Der Baustart ist frühestens 2026 geplant. Voraussichtlich im Herbst informieren die SBB zum nächsten Mal über das Projekt.
Der 9 Kilometer lange Brüttener Tunnel zwischen Winterthur und Dietlikon und Bassersdorf soll einen der grossen Engpässe im schweizerischen Bahnnetz beseitigen. Entlastet wird die kurvenreiche und vielbefahrene zweigleisige Strecke zwischen Winterthur und Effretikon.
National- und Ständerat gaben im Bahn-Ausbauschritt 2035 grünes Licht für das 2,4 Milliarden Franken teure Vorhaben. Das Projekt umfasst verschiedene Teilprojekte: Zusätzlich zum eigentlichen Brüttenertunnel werden die Anlagen der Bahnhöfe Dietlikon, Wallisellen und Bassersdorf sowie die Zufahrt zum Bahnhof Winterthur neu gebaut.