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Schweiz 100 Jahre Mieterverband – und noch bleibt die Arbeit nicht aus

Der Schweizerische Mieterverband wurde 1915 gegründet. Seine Arbeit scheint heute so nötig wie eh und je. Anlässlich seines Jubiläums forderte der SMV vom Bundesrat erneut mehr Engagement im Kampf gegen Wohnungsnot und steigende Mieten. Aber auch die Mieter selber sollen nicht tatenlos bleiben.

Legende: Video «Mieterverband wird 100 Jahre alt» abspielen. Laufzeit 2:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.01.2015.

Auch 100 Jahre nach der Gründung hat der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (SMV) noch alle Hände voll zu tun. An einer Medienkonferenz in Bern bekam vor allem die Schweizer Regierung ihr Fett weg.

So warf der SMV dem Bundesrat «Inaktivität» vor. Die Regierung fahre fort, die Aufgaben in der Wohnpolitik an die Städte und Kantone zu delegieren. Das stehe «im Widerspruch zu den Notwendigkeiten».

Der SMV verwies auf den Bericht der Arbeitsgruppe «Wohnungspolitischer Dialog», den der Bundesrat Mitte Dezember zu Kenntnis genommen hatte. Die Empfehlungen des Berichts seien viel zu bescheiden, findet der SMV. Besonders störend sei, dass der Bund nicht mehr Verantwortung in der Wohnungspolitik übernehme.

Debatte um SBB-Grundstücke

Im Bericht wird den Kantonen und Gemeinden unter anderem empfohlen, neben der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus auch die Einführung von Subjekthilfen zu prüfen. Mit solchen werden wirtschaftlich schwache Haushalte finanziell unterstützt, etwa mit Mietzinsbeiträgen.

Enttäuscht zeigte sich der SMV auch darüber, dass im Bericht der Arbeitsgruppe nicht auf die Grundstücke der SBB eingegangen wird. Der SMV fordert, dass der Bund dafür sorgt, dass diese Flächen gemeinnützigen Wohnbauträgern angeboten werden sollen. Der SMV bedauert zudem, dass der Bundesrat ein Vorkaufsrecht für Gemeinden verworfen hat.

Legende: Video «SMV-Vize Balthasar Glättli: Mietreduktion wäre möglich» abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Vom 20.01.2015.

Mieter sollten Mietsenkung abklären

Auf der anderen Seite nehmen laut SMV-Vizepräsident Balthasar Glättli die Mieter ihre Rechte oftmals nicht wahr. Gegenüber der «Tagesschau» erklärte er: Nach dem Entscheid der Schweizer Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzugeben, werde die Tiefzinsphase anhalten und der Hypothekarzins tief bleiben. Entsprechend hätten die Mieter Anrecht auf eine Senkung der Mieten.

«Es wäre jetzt der richtige Moment für Mieterinnen und Mieter, sich zu erkundigen, wie und wann sie allenfalls nochmals eine Mietzinsreduktion einfordern können.» Viele Mieter hätten das noch nicht verlangt. Glättli betont: «Davor muss man keine Angst haben. Das ist ein Recht, das einem zusteht.»

Gründung anno 1915

Das 100-Jahr-Jubiläum wird am 30. Januar im Beisein von Bundesrat Alain Berset in Biel gefeiert. Hier hatten sich am 31. Januar 1915 rund 25 Delegierte zu einem ersten nationalen Kongress der Mieter getroffen und den Schweizerischen Mieter-Verband gegründet. Heute zählt der SMV rund 210'000 Mitglieder.

5 Kommentare

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  • Kommentar von K. Räschter, Thurgau
    Ausgerechnet Herr Balthasar Glättli, welcher die hohe Zuwanderung unterstützt und dazu noch ca. 100'000 Syrer ins Land reinholen will, ist Vize-Präsident des Mieterverbandes. Wie will denn so einer die Mieter vor den Vermietern und den hohen Mieten schützen, wenn er selbst die Voraussetzungen durch seine abstrusen Ideen mit Füssen tritt. Für mich ist so eine Person völlig unglaubwürdig und wie schon geschrieben eine völlige Fehlbesetzung.
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    1. Antwort von R. Bünzli, Bern
      Meine Frage ist folgende: wer tut uns das an und wählt eigentlich solche Leute wie den Grünen Glättli in die Politik oder sonstige Ämter wie Vize-P. im Mieterverband? Ich habe im 20minuten einmal gelesen, dass dieser Herr Glättli sich öffentlich beklagt hat, dass die CHF 130'000.-- zuwenig seien für seinen 70% Job im Nationalrat. Das ist ein Affront gegenüber Leuten, die mehr arbeiten und viel weniger kriegen.
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  • Kommentar von alfred tanner, biel
    100 Jahre Mieterverband – und noch bleibt die Arbeit nicht aus. Wenn's ums Arbeiten geht, ist Balthasar Glättli sowohl als SM-Vize wie auch als Nationalrat eine Fehlbesetzung. Mit ihm kann's nichts gescheites geben.
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  • Kommentar von Bertrand Lufer, Winterthur
    Aber Herr Glättli will, zu den über 80'000 Einwanderer, noch 100'000 Asylsuchende in die Schweiz holen. Was glauben sie, Herr Glättli, die brauchen keine Wohnung? Schon mal was von Angebot und Nachfrage gehört? Sie sollten weiter in die Schule gehen - am liebsten bis zur Pension!
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    1. Antwort von R.Maier-G., Zürich
      Ich empfehle die Baumschule!!
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