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Schweiz 50'000 Plätze für kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen

Im Falle einer schnellen Zunahme der Flüchtlingszahlen in der Schweiz könnten innert kürzester Zeit 50'000 Menschen in Zivilschutzanlagen untergebracht werden. Damit wäre die Schweiz laut Verteidigungsminister Ueli Maurer auf eine Ausnahmesituation vorbereitet.

Legende: Video 50'000 Plätze für Flüchtlinge abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.10.2015.

Verglichen mit Deutschland, Österreich oder Ungarn, sind die Zahlen der neu ankommenden Flüchtlinge in der Schweiz nach wie vor gering. «Wir können aber nicht ausschliessen, dass die Schweiz innert Tagen und Stunden ein Zielland sein könnte», sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer bei einem Kasernengespräch in Worb (BE). Die Schweiz sei darauf vorbereitet, kurzfristig mit einer solchen Situation umgehen zu können.

Ein Dach über dem Kopf und eine warme Suppe

Von 150'000 Plätzen in den kantonalen Zivilschutzanlagen stünden im Notfall 50'000 innert kürzester Zeit bereit, so Maurer: «Die Situation wäre chaotisch und nicht auf mehrere Monate ausgerichtet. Ein Dach über dem Kopf und eine warme Suppe könnten wir aber Zehntausenden bieten.» Neben den Zivilschutzanlagen der Kantone könne in einem solchen Fall auf ausreichend Armeematerial zurückgegriffen werden, so Maurer weiter.

Aktuell sind gemäss VBS rund 3000 Asylsuchende in fünfzig Anlagen des Zivilschutzes untergebracht. Etwa achtzig Angehörige unterstützen den Betrieb in vier Kantonen.

«Bei uns sind die Mittel ausgeschöpft»

Eine Absage gibt Maurer dagegen den Kritikern. Diese hatten in den vergangenen Wochen mehr Hilfe von seinem Departement verlangt: «Bei uns sind die Mittel ausgeschöpft.» Zudem sei die wichtigste Aufgabe der Armee weiterhin die Landesverteidigung.

Auf der Suche nach einer Umnutzung von Armeeunterkünften für Flüchtlinge arbeite das VBS zwar weiterhin mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) und dem Eidgenössischen Justizdepartement (EJPD) zusammen. Der Fokus müsse sich aber künftig auf kantonale Schutzplätze richten – vor allem für die kurzfristige Aufnahme von Flüchtlingen.

Auch was das Personal betreffe, sei die Armee «dünn auf der Brust», sagte Maurer. «Wir können nur 3000 bis 4000 Angehörige kurzfristig aufbieten.» Die 100'000-Mann-Armee existiere nur auf dem Papier, aktiv sei nur ein kleiner Bruchteil davon. Reserven gebe es nur beim Material, das bei Engpässen bei der Armee bestellt werden könne.

Armee an der Grenze erwünscht

Auch wenn die Schweiz derzeit noch kein explizites Zielland der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ist, bereitet die aktuelle Situation dem VBS-Chef Sorgen. Insbesondere, weil mit den vielen Flüchtlingen auch IS-Terroristen nach Mitteleuropa eingeschleust würden.

Die Armee könne das Grenzwachtkorps zwar unterstützen, doch seien ihr auch hier Grenzen gesetzt. «Uns stehen bis Ende Jahr durchschnittlich 800 Infanteristen plus ein paar Rekruten zur Verfügung», sagte Maurer. Mit diesem Personalbestand könne etwa ein Grenzabschnitt auf einer Länge des St. Galler Rheintals überwacht werden.

700'000 Bootsflüchtlinge 2015

Das UNHCR rechnet für dieses Jahr mit insgesamt 700'000 Menschen, die auf dem Seeweg nach Europa kommen. Es hat seine ursprüngliche Prognose von 400'000 Bootsflüchtlingen damit drastisch nach oben korrigiert.

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90 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Die CH Regierung handelt verhältnismässig & weise. Unser Land ist durchaus in der Lage, Menschen auf der Flucht aufzunehmen, sie zu versorgen & ihnen ein rechtsstaatliches Verfahren zu gewährleisten. Wer von diesen Grundwerten abweicht missachtet unsere Verfassung & handelt rechtswidrig. Persönliche Animositäten & politische Scharfmacherei dürfen unsern BR nicht in seiner Entscheidung beeinflussen. Ich bin froh, eine solche Regierung zu haben. Leider haben Hetzer & Unzufriedene Hochkonjunktur!
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      N. Bächler Das wir in der Lage sind BEDROHTE Flüchtlinge aufzunehmen,behauptet ja auch niemand.Es geht bei diesem Thema mehr als nur um die Unzufriedenheit der Bürger.Sicher gibt es solche. Meine Auffassung ist,dass man Kritik,nicht missbrauchen sollte,um Menschen zu diffamieren und ihnen ein schlechtes Gewissen aufbürden. Wir leben hier in einer Demokratie,wo alle gleichberechtigt behandelt werden sollten,das heisst,dass man sich auch für die besorgten Bürger kümmert, ohne diese Hetzerei.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Gerne nehme ich ihre Argumente auf. Doch bevor wir hier über Gleichberechtigung sprechen, sollen diejenigen welche diese nur auf die echten Eidgenossen beschränken wollen, endlich aufhören, gegen andere Menschen zu hetzen. Erst dann sprechen wir ihnen das Recht zu, herb Gleichberechtigung wirklich zu diskutieren. Bis dahin sind diese Bürger nur Hetzer und Aufwiegler! Lesen sie den Beginn unserer Verfassung und handeln sie danach!
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    3. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      N. B. irgendwie bedaure ich sehr,wie Sie von Hass geprägt sind, gegen Eidgenossen,warum bloss.Verfassungsartikel wird ja eingehalten, wir nehmen ja sehr viele Flüchtlinge auf.Weiss nicht ob etwas in der Verfassung steht von Wirtschaftsflüchtlingen,ob solche berechtigt sind für Humanitäre Hilfe.Unterschiedliche Menschen wird es immer geben,es fragt sich nur wie man ihnen begegnet.Hetze gegen Hetze bringt leider keinen Frieden. Kritik entgegen nehmen und sich dieser Kritik stellen wäre sinnvoller
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  • Kommentar von Peter Escher (Peter Escher)
    Niklaus Bächler (parteilos!!), Winterthur / .. " kei Luscht " das Ihre Sicht .., - für mich eher.., : < frustriert, müde, deprimiert > weil BR Maurer WEISS, dass dies nie und nimmer die Lösung sein kann !!
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Und was genau ist den die Lösung?
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      r.goetschi die Lösung wäre sofort zu Handeln für diejenigen Flüchtlinge die wirklich bedroht sind ein Platz freihalten und die Wirtschaftsflüchtlinge ohne grosse Bürokratie wieder in ihre Heimat zurück schicken. Denn diese Länder brauchen ihre starken Männer, für den Wiederaufbau ihrer Heimat, von der sie den Rücken kehrten, im glauben sie fänden hier das Paradies. Dort Hilfe leisten und sie auch unterstützen. Damit sie nicht entwurzelt werden. Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    "DER BUNDESRAT" hat beschlossen! Ja, und der zuständige Bundesrat VBS (Ueli Maurer) musste das vor den Medien kommunizieren! Ein amtierender Bundesrat hat wirklich kein leichter Job! Auch wenn einem ein Entscheid "hinten und vorne" NICHT leicht fällt oder sogar NICHT passt, muss er im Kollegial-Zimmer der MEHRHEIT folgen, nicken und sogar noch einen "zweifelhaften Entscheid" (der im Volk keine Freude auslöst!) als "gut" und "richtig" darstellen! Nicht verzagen, immer nur lächeln!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Ich staune immer wieder, woher gewisse Bürger wissen wollen, ob BR Maurer diesen Entscheid nicht selbst auch mitgetragen hat? Jedenfalls würde es ihm als Regierungsmitglied mehr als gut anstehen, sich humanitären Gedanken nicht zu verschliessen. Und, auch ICH bin ein Teil des Volkes, R. Bolliger und den Entscheid erachte ich als wichtig UND richtig! Nicht nur sie sind das Volk, das sollten sie langsam begreifen!
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