Zum Inhalt springen
Inhalt

Familienartikel Berset wirbt für Verfassungsartikel zu Familienpolitik

Zu wenige Krippenplätze sind schuld, dass Müttern der Wiedereinstieg in die Berufswelt nur teilweise gelingt. Das muss sich ändern, findet der Vorsteher des Departements des Innern.

Legende: Video Bundesrat für neuen Familienartikel abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.01.2013.

Am 3. März stimmen Volk und Stände über den Verfassungsartikel über Familienpolitik ab. Sagen sie Ja, müssen die Kantone für ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen für die Kinderbetreuung sorgen. Sollten die Kantone nicht genügend tun, kann der Bund gesamtschweizerische Vorgaben machen. Dass es heute an Betreuungsplätzen mangle, sei eine Tatsache, sagte Bundesrat Alain Berset. Er empfiehlt den Artikel zur Annahme.

Der Mangel könne dazu führen, dass sich Mütter unfreiwillig ganz oder teilweise aus dem Erwerbsleben zurückzögen. Andere verzichteten zugunsten einer Berufstätigkeit auf Kinder. Um dies zu vermeiden, müssten die Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden, dass sich das Familienleben mit der Berufstätigkeit besser vereinbaren lasse.

Für den Verfassungsartikel macht sich auch die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) stark. «Man kann sich nicht über Zuwanderung beklagen und gleichzeitig den Frauen nicht die Möglichkeit geben, sich im Erwerbsleben zu betätigen», sagte SODK-Präsident Peter Gomm.

Der neue Verfassungsartikel geht auf eine parlamentarische Initiative des ehemaligen CVP-Nationalrats Norbert Hochreutener (BE) zurück. Im Parlament sprach sich eine klare Mehrheit dafür aus; dagegen stellten sich die SVP und Teile der FDP. Die Gegner warnen vor den Kosten.

Volk entscheidet über Massnahmen

Die finanziellen Folgen bei einem Ja hängen jedoch von der Umsetzung ab. Weil mögliche Eingriffe des Bundes erst in einem Gesetz geregelt werden müssten, können die Kosten derzeit nicht beziffert werden. Berset betonte, dass über konkrete Massnahmen in jedem Fall das Parlament und im Falle eines Referendums das Volk entscheiden könnte.

Der Bund könnte mit der neuen Verfassungsgrundlage die Kantone beispielsweise verpflichten, eine bestimmte Mindestzahl von Betreuungsplätzen bereitzustellen. Er könnte auch selber Massnahmen ergreifen oder jene der Kantone finanziell unterstützen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Tobias Funk, Embrach
    Familien müssen gefördert werden, Kinder sind unsere Zukunft. Ausserdem wollen wir gut erzogene Kinder, die in einer Krippe betreut werden. Fehlt dieses Angebot zwingt das Mütter ihre Berufstätigkeit aufzugeben und das reisst bei gewissen Familien sicher ein Loch ins Budget. Oder man setzt sein Kind halt zu Hause vor den Fernseher, damit man nichts bezahlen muss. Mehr Ausgaben sind nicht immer negativ!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von T.Hofer, Rosshäusern
      Kinder sind unsere Zukunft. Die Eltern sind ihre Zukunft. Gäbe es keine einzige Krippe, stünden der Wirtschaft massiv weniger Billigarbeitskräfte zur Verfügung. Statt einen Lohn zu schlucken, könnte man wieder einen fordern. Natürlich giengen stellen verloren, doch blieben solche, die es einem Elternteil erlauben (ob Frau/Mann/aufgeteilt) die Familie "alleine" zu ernähren. Damit das andere Elternteil für die Kinder sorgen kann, um Verantwortung für ihre Zukunft zu tragen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Sand, Zürich
    Natürlich muss der Staat für alles sorgen, was wäre denn das sonst für ein Sozialismus!? Klar will jede(r) alles ohne "wenn und aber" und selbstverständlich braucht die Wirtschaft die letzte verfügbare Frau! Also ab in die Kinderkrippe mit den Staatsgoofen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niedermann, Zürich
    Und wer soll das alles bezahlen? Kinderkrippen, Tagesschulen, Vaterschaftsurlaub, etc.etc.? NEIN, Familie ist Privatsache, da hat der Staat nichts zu suchen. Bitte ein kräftiges NEIN in die Urne legen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen