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Atomausstiegs-Initiative Energiewende: Bürgerliche warnen vor Versorgungslücken

Die Atomausstiegsinitiative der Grünen würde zu Versorgungslücken führen, die Sicherheit gefährden und Milliarden an Entschädigung kosten. Davon sind die bürgerlichen Parteien – mit Ausnahme der Grünliberalen – überzeugt.

Legende: Video Atomausstiegsinitiative: Die Argumente der Gegner abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.10.2016.

Die Atomausstiegsinitiative der Grünen würde zu Versorgungslücken führen, die Sicherheit gefährden und Milliarden an Entschädigung kosten. Davon sind die bürgerlichen Parteien – mit Ausnahme der Grünliberalen – überzeugt.

Vertreter von SVP, CVP, FDP und BDP warnten in Bern vor der «extremen Ausstiegsinitiative», über die am 27. November abgestimmt wird. Es handle sich um eine «Mogelpackung», sagte CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (SO). Bei einer Annahme müssten drei Atomkraftwerke schon 2017 vom Netz genommen werden. Es sei jedoch völlig unmöglich, eine hoch komplexe AKW-Stilllegung innerhalb eines Jahres zu bewerkstelligen.

Zudem stellten fixe Laufzeiten die Sicherheit in Frage, ist Müller-Altermatt überzeugt. Anders als heute würden AKW-Betreiber auf zusätzliche Investitionen verzichten, weil sie diese nicht mehr amortisieren könnten, sagte er. Von einem geordneten Ausstieg könne daher keine Rede sein, vielmehr drohe ein chaotischer Ausstieg aus der Atomenergie.

Vertreter von SVP, CVP, FDP und BDP warnten in Bern vor der «extremen Ausstiegsinitiative».
Legende: Vertreter von SVP, CVP, FDP und BDP warnten in Bern vor der «extremen Ausstiegsinitiative». Keystone

Grosse Lücke

Hinzu kommt laut den Gegnern der Initiative eine drohende Versorgungslücke. Wenn 2029 das letzte AKW abgeschaltet würde, fehlten 22 Terawattstunden Energie. Das ist mehr als ein Drittel des heutigen Stromverbrauchs. Diese Lücke könne mit dem Import von Strom geschlossen werden oder mit dem Bau neuer Gaskraftwerke, erklärte der Berner BDP-Ständerat Werner Luginbühl.

Die Initianten sind überzeugt, dass die Ausfälle in der Stromproduktion mit einheimischem und importiertem Strom aus Wasser, Sonne, Wind und Biomasse klimafreundlich ersetzt werden könnten. Nach Ansicht von Luginbühl würde die Einfuhr von ausländischem Strom jedoch dazu führen, dass künftig mehr Kohlestrom aus Deutschland und Atomstrom aus Frankreich aus Schweizer Steckdosen fliessen würde.

Uneinig über Energiestrategie

Die Gegner der Initiative wollen die Schweizer AKW daher so lange am Netz lassen, wie sie sicher sind. Dieses Vorgehen ist auch im ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 verankert, welches das Parlament in der Herbstsession verabschiedet hat.

Über diese Vorlage herrscht unter den Gegnern der Atomausstiegs-Initiative jedoch keine Einigkeit: Während CVP und BDP die Energiestrategie grundsätzlich unterstützen und die FDP schwankt, sammelt die SVP Unterschriften für ein Referendum. Auf die Beurteilung der Initiative habe dies jedoch keinen Einfluss, sagte Müller-Altermatt. Diese sei auf jeden Fall schlecht.

Auch der Bundesrat hat sich gegen die Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» ausgesprochen. Auf der Seite der Grünen kämpfen SP, die Grünliberalen und die EVP sowie Umweltorganisationen und -verbände für die Atomausstiegsinitiative.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Eigentlich finde ich sowohl die Initiative für einen überstürzten Atomausstieg wie auch das blockierende Referendum gegen die Energiestrategie 2050 gleichermassen absurd. Da einige FDP-Exponenten und gar -Exponentinnen(!) aber ein Nein zur Initiative offenbar als Aufforderung zum "Kippen" der Energiestrategie interpretieren würden, werde ich mein Abstimmungsverhalten anpassen: Kein NEIN zur Initiative, sondern den Stimmzettel leer einlegen. Das habt ihr davon!
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Viele Stromgaus wünschen sich vielleicht die Grünen und Roten um den Widerstand gegen einen EU-Beistand zu brechen.
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  • Kommentar von Urs Müller (Confoederatio)
    Die Versorgungslücke entsteht einfach aus der Erkenntnis, dass der KKW-Strom nie zu Vollkosten berechnet wurde und man weiter günstig schlafen will.
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