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Rotes Ja-zur-öffentlichen-Krankenkasse-Plakat steht an einen Maschendrahtzaun angelehnt.
Legende: Prämienexplosion stoppen – Ja zur öffentlichen Krankenkasse: So sieht das Plakat der Initianten aus. Keystone
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Einheitskasse Einheitskasse: Hälfte der Ärzte dafür, Hälfte dagegen

Ende September stimmen wir über die Einführung einer öffentliche Krankenkasse ab. Was sagen Ärzte dazu? Würde mit der Einheitskasse alles einfacher und günstiger, oder entstünde eine unschöne Monopolsituation?

Das heutige Kassenwesen verursacht der Ärzteschaft viel Papierkram. Liegt ein Patient im Spital und sollte weiter in die Rehabilitation, so gebe es oft langwierige Abklärungen mit den Kassen. Das sagt die orthopädische Chirurgin Regula Wiesmann aus Luzern: «Heute warten wir manchmal über eine Woche auf einen Antrag, während der Patient im Spital liegen bleibt und Kosten verursacht.»

Kein Abschieben teurer Patienten

Mit einer einzigen öffentlichen Krankenkasse würde das einfacher werden, sagt sie. Es gäbe nicht mehr unterschiedliche Einschätzungen, wie lange eine Rehabilitation dauern dürfe, und es könne Geld gespart werden. Denn für eine Einheitskasse wäre es nicht mehr möglich, teure Patienten abzuschieben. Die Kasse müsste sich darauf konzentrieren, alle Patienten so effizient wie möglich zu behandeln – auch präventiv.

So wie Wiesmann, und mit ihr der Verband der Schweizer Assistenz- und Oberärzte, denkt die eine Hälfte der Ärzteschaft. Die andere Hälfte hält das heutige System für besser.

Unter Ihnen ist auch der Hausarzt Felix Huber. Er leitet das Ärztenetzwerk Medix. Es sei eben die Aufgabe der Kassen, streng zu sein und auf die Kosten zu achten: «Das ist eine undankbare Situation für die Kassen. Deshalb hat man sie auf Ärzteseite nicht gern und möchte ihnen eins auswischen.»

Hohe Kosten durch Vereinheitlichung

Die Aufhebung der heute 60 Kassen in der Grundversicherung würde teuer, warnt Huber. Denn der heutige Wettbewerb zwischen den Kassen würde wegfallen. Eine Einheitskasse sei träger, weniger kostenbewusst, und alleine die Umstellung zu einer Kasse verursache Kosten in Milliardenhöhe.

Das ist eine undankbare Situation für die Kassen. Deshalb möchte man ihnen eins auswischen.
Autor: Felix HuberHausarzt

Die Ärzteschaft ist also gespalten. Der Ärzteverband FMH hat deshalb Stimmfreigabe beschlossen. Die Stimmbürger sollen selber entscheiden, wie sie die Argumente der beiden Seiten gewichten wollen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von M.Müller , Zürich
    Einheitskasse JA weil: Es macht wenig Sinn, wenn mit Beiträgen in Sozialversicherungen wie der Krankenk., PK, BVG usw privatwirtschaftliche Gewinne finanziert werden. Die Privatwirtschaft muss in erster Linie Gewinne machen, was auch ok ist. Damit macht es aber kein Sinn, soziale Versicherungen oder Dienstleistungen privatwirtschaftlich zu organisieren, solche Institutionen gehören vom Staat oder von Genossenschaften betrieben, damit 100% von den Prämien auch wieder beim Prämienzahler ankommen.
  • Kommentar von Regula Wiesmann , Luzern
    Dr. Huber ist Vizepräsident der Equam Stiftung. Diese wiederum ist durch die Helsana, die Sanitas, die Santésuissse, die Visana etc. gesponsert. Auch hier wieder: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing...
  • Kommentar von Pia Müller , 9443 Widnau
    Wenn mit der Einheitskasse auch die Preise der "Chemie Basel" endlich einmal rigoros unter die Lupe genommen werden - wäre das eine grosse Kostensenkung. Doch wer kontrolliert das in CH ? - bestimmt nicht der Bundesrat und nicht die KK's, da ja der Patient bezahlt.