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1:12-Initiative Wermuth: «Langer Marsch gegen Abzockerei»

Die Niederlage ist der Anfang einer politischen Auseinandersetzung. So beurteilt Cédric Wermuth als Vorkämpfer der 1:12-Initiative den Schiffbruch. Künftig will der SP-Nationalrat die Argumente besser und präziser formulieren.

Legende: Video «Wermuth zum Abstimmungsergebnis» abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Vom 24.11.2013.

Die linken Parteien stecken den Kopf nicht in den Sand. «Für uns war das der Anfang einer Bewegung. Wir werden das Land nicht den Abzockern überlassen und zurückkommen», sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth zum Scheitern seiner 1:12-Initiative gegenüber SRF. Die Niederlage habe sich in den letzten Wochen abgezeichnet: «Das müssen wir zur Kenntnis nehmen und tun es auch.»

Legende: Video «David Roth zum klaren 1:12-Verdikt» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Vom 24.11.2013.

27'000 Ja-Fahnen für 34 Prozent Ja-Anteil

Wermuth bezeichnete die Niederlage der Jungsozialisten als «Anfang einer politischen Auseinandersetzung». Die Schweiz habe eine einzigartige Bewegung gerade von jungen Menschen erlebt, die nachhaltig eine Debatte verändert hätten.

Es folgten nun weitere Initiativen in dieser Richtung. «Wir müssen offensichtlich zwei-, drei- oder viermal so viel Einsatz leisten wie bisher und die Argumente besser und präziser formulieren», erklärte der Aargauer SP-Nationalrat.

Auch Juso-Präsident David Roth zeigt sich trotz Niederlage kämpferisch. «Im ganzen Land wurden 27'000 Ja-Fahnen zur 1:12-Initiative aufgehängt.» Trotzdem tue ihm die Zustimmung von nur rund einem Drittel der Bevölkerung weh. «Langfristig aber hat ein Wirtschaftssystem, das auf Finanzspekulation beruht, keine Zukunft.»

«Kein Signal für Mindestlohn»

Paul Rechsteiner, Präsident vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund, ist trotz der Niederlage von 1:12 guten Mutes. Die Juso habe die richtigen Fragen gestellt. Angesichts einer neuen Generation, die sich gegen Lohnexzesse engagiere, werde die Thematik neu aufgegriffen.

Rechsteiner wertete die Niederlage der 1:12-Initiative nicht als Signal gegen die bevorstehende Mindestlohn-Initiative. «Wir haben keine Angst. Unser Initiativtext beinhaltet andere Forderungen», sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner.

Als Beispiel nennt der St. Galler SP-Ständerat den Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld: Dieser habe sich gegen 1:12 ausgesprochen, befürworte aber einen Mindestlohn.

18 Kommentare

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  • Kommentar von E.Waeden, H
    Lieber Herr Wermuth, irgendwo haben Sie beiläufig erwähnt, dass Sie von Ihrem EK als NR in diese Initiativen investieren! Und Ihren Parteipräsidenten Ch. L hat sich zusammen mit Ihnen & der Juso gefreut, dass die ES, eure Gegner "Dank" euren Initiativen sehr viel Geld hätten investieren müssen. Wäre es nicht viel sinnvoller, all das viele Geld auf direktem Wege an Bedürftige hier in der Schweiz weiter zu leiten? Damit würde man wirklich etwas Gutes & Nützliches tun!
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  • Kommentar von E.Waeden, H
    Lieber Herr Wermuth: Sie profitieren ja von einem schönes Einkommen über ihren 50? 60?70? oder 80% ? Job als Nationalrat! Sind es jetzt 100'000, 120'000 oder 150'000 Franken plus Spesen, plus Sitzungsgelder? Persönlich habe ich sehr viel weniger als Sie. Würden Sie mir freiwillig ein wenig von Ihrem hohen Lohn abgeben? Und vielleicht noch meinen Nachbarn, meiner Tante usw., welche auch sehr wenig haben? Vielen Dank auch!
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    "...wir müssen viel mehr EInsatz leisten...!" Diese Aussage bezogen auf die Initianten unstütze ich voll und ganz und möchte Sie ermutigen: Machen Sie mal zur Abwechlung etwas für die Wertschöpfung des Landes anstatt von der Wertschöpfung Anderer abschöpfen zu wollen! Glauben Sie mir: Selbst erfolgreich etwas zu leisten ist bedeutend befriedigender als auf den Erfolg der Anderen zu schielen. Sie haben offensichtlich die Fähigkeiten dazu wenn Sie schon über 30% der Wähler manipulieren können.
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