Kanti Chur: Kampf um 27 Millionen für den Ergänzungsneubau

Soll für die Kantonsschule Chur ein zusätzliches Gebäude für Mensa, Mediothek und Kulturgüterschutzräume gebaut werden? Darüber entscheiden die Bündner und Bündnerinnen an der Urne am 8. März. Alle Parteien sind für den Kredit über 27 Millionen ausser die SVP. Das Streitgespräch.


«Zu teuer» oder «Wer A sagt, muss auch B sagen»? Es diskutieren Nicola Stocker (JSVP, links im Bild) und Ernst Casty (BDP) über:

  • Kann sich der Kanton Graubünden ein solches Gebäude leisten? – ab Minute 1'25
  • Wäre es möglich, günstiger zu bauen? – ab Minute 7'
  • Ist es sinnvoll, die Kantonsschule Graubünden als Richtschnur für die Investitionen bei den privaten Mittelschulen in den Regionen zu nehmen? ab Minute 14'40

«Jeder Franken ist recht, den man sparen kann»: Für Nicola Stocker, frischgebackenen Präsident der jungen SVP, ist der geplante Ergänzungsneubau zu teuer. Der Kanton Graubünden könne sich diesen Bau mit Blick auf die kommenden Jahre nicht leisten.

«Wer A sagt, muss auch B sagen». Ernst Casty, BDP-Grossrat steht für die Vorlage ein. Der Ergänzungsneubau sei das letzte Stück in einem Gesamtkonzept, nicht überrissen konzipiert und eine Investition in die Ausbildung der Jugendlichen.

Die Abstimmungsvorlage: Teil einer Gesamtsanierung

Mensa und Mediothek kosten zusammen 23,5 Millionen Franken. Im Untergeschoss des Neubaus soll zudem für 3,5 Millionen Franken Raum für den Kulturgüterschutz geschaffen werden. Der geplante Neubau ist die letzte Etappe der Gesamtsanierung der Bündner Kantonsschule in Chur. Bei der Abstimmung geht es insgesamt um einen Kredit über 27 Millionen Franken.

Die Bauarbeiten für die Sanierung der Kantonsschule in Chur begannen 2006. Und wenn Mensa, Mediothek und die Kulturgüterschutzräume realisiert sind, wird die Sanierung abgeschlossen sein. Sie wird laut Angaben der Kantonsregierung total 109,9 Millionen Franken gekostet haben.

Einzig die SVP hat die Nein-Parole beschlossen

Lange war das Geschäft unbestritten. Es passierte das Kantonsparlament in der Oktobersession letzten Jahres ohne eine einzige Gegenstimme. Die Stimmberechtigten kommen zum Zug, weil die Vorlage dem Finanzreferendum unterliegt. Erst Mitte Februar entschied sich die SVP für die Nein-Parole. Alle anderen Parteien haben sich zu einem Ja-Komitee zusammengeschlossen.

Der Neubau wird nach Ansicht von Regierung und Kantonsparlament eine wichtige Zentrumsfunktion innerhalb der Schulinfrastrukturen einnehmen und die Lücke mit den noch fehlenden Gemeinschaftsräumen schliessen.

Die Vorlage hätte auch Auswirkungen auf die privaten Mittelschulen. Wenn bei der Kantonsschule in Chur investiert wird, steigen auch die Investitionspauschalen für die privaten Mittelschulen. Der geplante Ergänzungsneubau würde laut Botschaft zu einer Erhöhung von 478 Franken auf 3487 Franken pro Schüler und Schülerin führen. Damit hätten die Mittelschulen in den Regionen mehr Geld für Investitionen.

Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; sda/inap, habs