Zum Inhalt springen
Inhalt

Abstimmungen Au-Heerbrugg Kopftuchverbot: Abstimmung im St. Galler Rheintal

Der Fall machte schweizweit Schlagzeilen. Zwei muslimische Mädchen aus Somalia wurden im St. Galler Rheintal von der Schule verwiesen, weil sie sich weigerten, im Unterricht ihr Kopftuch abzulegen. Der Protest war gross. Der Schulrat krebste zurück. Die SVP will das nicht hinnehmen.

Die SVP will am Kopftuchverbot festhalten und ergriff das Referendum. Die Schulbürgerschaft stimmt am 9. Februar über das Kopftuchverbot im Schulunterricht ab. Au-Heerbrugg hatte - wie andere Schulbehörden auch - auf Empfehlung des St. Galler Erziehungsrates ein Kopfbedeckungsverbot eingeführt. Rückblickend ein falscher Entscheid, sagt Schulratspräsident Walter Portmann: «Wir waren blauäugig und haben die Empfehlung nicht hinterfragt.»

Bundesgerichtsentscheid

Doch: so klar hat sich das Bundesgericht nicht geäussert. In einem ähnlichen Fall im Thurgauischen Bürglen erklärte das Bundesgericht ein Kopftuchverbot an der Schule für unzulässig, weil eine gesetzliche Basis dafür fehle. Die Frage, ob ein gesetzlich verankertes Kopftuchverbot gegen die Verfassung verstösst, blieb dabei offen.

Legende: Video St. Galler Gemeinde stimmt über Kopftuch-Verbot ab abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 23.01.2014.

Die Kopftuch-Frage bewegt nicht nur die Schulgmeinde Au-Heerbrugg: Die St. Galler SVP will auch im Kantonsparlament auf ein Kopftuchverbot im Volksschulgesetz hinwirken. Ein Vorstoss wurde eingereicht. Klappt das nicht, erwägt die SVP eine Volksinitiative. Ähnliche Ankündigungen gab es auch in anderen Kantonen.

Wiler Speziallösung

Und auch die Schulgemeinden sinnieren weiter nach Lösungen: im St. Gallischen Wil etwa dürfen Mädchen das Kopftuch tragen; aber nur, wenn sie den Islam mit täglichen Gebetstunden praktizieren. Tun sie das nicht, müssen sie das Kopftuch im Schulzimmer ablegen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Benito Boari, St. Gallen
    Kopftücher sind ja nicht gerade das Gelbe vom Ei. Aber wir alle sind geladen und suchen unbewusst Projektionsflächen um den alltäglichen Dampf abzulassen. Kopftuchträgerinnen sind da ideal, weil irgendwie anders und mit dem Stempel "dem Gastland gegenüber undankbar und nicht anpassungswillig" versehen. Glauben Sie mir: ich kämpfe täglich gegen meine rassistischen Alltagsreflexe. Wenn ich mit diesen Menschen spreche, merke ich dass sie soweit O.K. sind. Sehen das Andere auch so?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Vor knapp 30 Jahren trugen in Kärnten Österreich noch viele ältere Frauen Kopftücher. Ich kann mich nicht an ein Verbot oder irgendetwas in der Art erinnern das dazu führte, dass Kopftücher plötzlich nicht mehr angesagt waren. Auch Hüte bei Männern waren sehr verbreitet um sein Haupt zu bedecken, aus welche Beweggründen auch immer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es geht hier vordergründig nicht um Kopftücher sondern um die Verdrängung und Dämonisierung des Islam
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    wie recht Sie haben. Das gleiche hab ich auch gedacht und vor allem sollten Menschen, welche sich einen Dreck scheren um unsere Gesetze und zudem keine Ausbildung haben,sofort wieder ausgeschafft werden. Diese Gruppierungen werden dem Schweizer Volk in einigen Jahren grosse Probleme bringen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Frau Eberhard, haben sich die beiden Kopftuchträgerinnen nicht an die Gesetze gehalten? So weit bekannt, haben sie sich für die Einhaltung des Rechts eingesetzt - wenn sich jemand nicht an das Recht hielt, dann doch die Behörden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen