Hochdeutsch oder Mundart in Luzerner Kindergärten?

Die Stimmberechtigten im Kanton Luzern entscheiden, welche Sprache künftig im Kindergarten gesprochen werden soll. Eine Initiative der SVP verlangt Mundart als alleinige Unterrichtssprache. Der Gegenvorschlag von Regierung und Parlament will auch Hochdeutsch zulassen.

Kinder vor Schulzimmer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Kindergarten soll nach Ansicht der SVP nur Mundart gesprochen werden. Keystone

Die Junge SVP und ihre Mutterpartei wollen mit der Initiative eine Verdrängung der Mundart bekämpfen. Zudem überfordere Hochdeutsch die Kinder im Kindergarten, argumentieren die Initianten.

Regierung, Parlament und alle andern Parteien lehnen die Initiative ab. Den Stimmberechtigten wird ein Gegenvorschlag unterbreitet. Dieser sieht eine gleichwertige Förderung von Mundart und Hochdeutsch vor.

In der Primarschule gilt Hochdeutsch

Der Kindergarten habe den Auftrag, die Kinder spielerisch ans Hochdeutsche heranzuführen, das in der Primarschule Unterrichtssprache ist, sagen die Gegner der Initiative. Die SVP lehnt den Gegenvorschlag ab, weil nicht zu kontrollieren sei, ob beide Sprachen gleichwertig gefördert würden.

Im Kindergarten Weggismatt in Luzern ist der Wechsel zwischen den beiden Sprachen völlig problemlos. Kindergartenlehrperson Bianca Waterbär spricht Hochdeutsch, die Kinder antworten auf Mundart. Die Situation sei alltäglich und natürlich, sagte Bianca Waterbär gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz. Aus ihrer Sicht drängt sich keine Änderung auf.