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Abstimmungen Kanton St. Gallen Medizin gegen den Ärztemangel

Ab dem Herbstsemester 2020 sollen 40 Medizinstudenten an der Universität St. Gallen das Hauptstudium in Medizin absolvieren können. Der «Joint Medical Master» wird in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich aufgebaut, wo die Studenten ihr Grundstudium absolvieren können. Für den neuen Studiengang fallen jährlich Kosten von rund 2 Millionen Franken an. Am 10. Juni entscheidet das Volk über die Vorlage.

Bieten wir eine eigene Ausbildung an, dann werden die Mediziner auch eher hier bleiben.
Autor: Heidi HanselmannRegierungsrätin St. Gallen

Mit dem neuen Ausbildungsgang soll dem Ärztemangel im Kanton St. Gallen begegnet werden. Hier sind über 43 Prozent der Fachkräfte in der medizinischen Grundversorgung aus dem Ausland. «Wenn wir eine eigene Ausbildung auf die Beine stellen, dann werden auch mehr Fachkräfte hier bleiben», sagt Regierungsrätin Heidi Hanselmann.

Das Managementwissen der HSG ist heute auch in der Medizin sehr gefragt
Autor: Stefan KöllikerRegierungsrat St. Gallen

Für die 40 Plätze ab 2020 im St. Galler Modell haben sich über 80 Studenten interessiert. Das grosse Interesse komme nicht von ungefähr, sagt Regierungsrat Stefan Kölliker. Die neue Ausbildung sei interdisziplinär, vor allem die Zusammenarbeit mit der Uni St. Gallen fruchte. «Das Managementwissen, das von der Uni St. Gallen in die Ausbildung einfliesst, ist heute sehr gefragt.»

Einen ersten Anlauf für eine Ärzteausbildung in St. Gallen gab es bereits vor 50 Jahren. Dieser blieb aber ebenso erfolglos wie der Versuch in den Achtzigerjahren, eine medizinische Fakultät an der Hochschule St. Gallen einzuführen.

Beim dritten Mal nun soll es klappen: Sowohl der Kantonsrat wie auch die Parteien stimmen dem Masterstudium zu. Im Kantonsrat fiel der Entscheid ohne Gegenstimme.

Abstimmung über St. Galler Pensionskasse

Der Kanton St. Gallen stimmt am 10. Juni ebenfalls über eine Einlage in die Pensionskasse des St. Galler Staatspersonals ab. Die Höhe der Einlage ist 128 Millionen Franken. Mit dem Betrag wird eine Fehleinschätzung bei der Verselbständigung der Pensionskasse von 2013 korrigiert.

Die Vorlage war im Kantonsrat letztlich unumstritten. Dem Kompromiss ging aber ein zähes politisches Ringen voraus, das Staatspersonal demonstrierte. Es muss zur Sanierung der Pensionskasse einen Anteil von 72 Millionen Franken übernehmen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Für was wir alles Geld haben ist schon nicht schlecht. 43 Absolventen wird es geben? Mal rechnen: Wieviel kostet dann ein Studienplatz? Und da das Gesundheitswesen mehr als viele andere dem kapitalistischen Treuben unterworfen ist gibt keinerlei Garantie das auch nur einer dieser angehenden Ärzte im Kanton bleibt, schon gar nicht als Hausarzt.
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