Keine Kultur in der St. Galler Reithalle

Die Stimmbevölkerung der Stadt St. Gallen sagt mit 80 Prozent Nein zur Initiative «Reithalle für die Kultur». Damit kann die Halle weiterhin vom Reitclub genutzt werden. Die Initiative wollte Kulturveranstaltungen ermöglichen.

Die Initiative «Reithalle für die Kultur» kommt aus kulturellen Kreisen und forderte mehr Platz für die Kultur. 16'964 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger lehnten die Initiative ab, nur 4'246 sagten Ja.

Die Reithalle biete sich wegen ihrer Grösse bestens an, argumentierten die Befürworter. Konzerte für mehr als 700 Zuschauer könnten in der Reithalle durchgeführt werden. Zudem sei die Halle mit lediglich 150 bis 180 Benutzern pro Woche nicht ausgelastet.

Totale auf ein Gebäude Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Reithalle wird auch künftig vorwiegend für das Voltigieren genutzt. zvg

Etrit Hasler vom Initiativkommitee rechnete mit einer Niederlage. Die Absage an die Initiative sei aber deutlicher als angenommen. Immerhin sei das Kulturangebot in der Stadt St. Gallen mit dieser Abstimmung neu diskutiert worden und eine allfällige Doppelnutzung, durch den Reitclub und Kulturveranstalter, sei noch eine offene Frage.

Gegen eine Doppelnutzung waren wir nie

Der Präsident des Reitclubs St. Gallen, Bruno Brovelli, ist selbstredend sehr zufrieden. Angesprochen auf die Doppelnutzung zeigt er sich gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» offen: «Gegen eine Doppelnutzung hatten wir nie etwas einzuwenden. Allerdings wäre die dafür nötige Sanierung sehr kostspielig. Ob das Stadtparlament das gutheissen würde, ist dann eine andere Frage».

Gegen die Initiative wehrte sich der Reitclub St. Gallen. Die Halle werde vom Club regelmässig genutzt und ein Ja zur Initiative hätte ein Ende der Voltigiergruppe bedeutet. Dies hätte zudem Investitionen in der Höhe von fünf bis sieben Millionen Franken ausgelöst.