Ein lauer Abstimmungskampf?

Morgen Sonntag entscheiden die Stimmbürger über drei eidgenössische Vorlagen. Auf eidgenössischer Ebene stehen die Initiativen «AHVplus», «Grüne Wirtschaft» und das neue Nachrichtendienst-Gesetz zur Diskussion. Der Abstimmungskampf begann lau und ist erst gegen Ende in Fahrt gekommen.

Äpfel liegen in einem Korb. Ein Apfel trägt das Wort AHV. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Morgen wird an der Urne über die Initiativen «AHVplus», «Grüne Wirtschaft» und das Nachrichtendienst-Gesetz entschieden. Reuters

Morgen Sonntag ist Abstimmungstag. Der Abstimmungskampf war verglichen mit anderen eidgenössischen Abstimmungen eher lau.

Geringe Berichterstattung in den Medien

Die Medien hätten unterdurchschnittlich oft über die Vorlagen berichtet, erklärt Linard Udris vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich. Im Allgemeinen stiessen vor allem Ausländerfragen und populistische Vorlagen auf grosses Medienecho, so Udris. Die drei eidgenössischen Vorlagen, über die am Sonntag entschieden wird, würden diese Kriterien nicht erfüllen.

Ein lauer Abstimmungskampf?

1:47 min, aus HeuteMorgen vom 24.09.2016

Zudem sei der Abstimmungskampf erst nach den Sommerferien richtig angelaufen: «Dann haben sich Politikerinnen und Politiker zurückgemeldet und haben versucht noch einen Zwischenspurt oder einen Endspurt einzulegen.»

Überdurchschnittlich viele Inserate

Schaut man sich die Zahl der Inserate an, war es kein lauer Abstimmungskampf. Zwar gab es nur wenige Plakate zum Nachrichtendienst-Gesetz, doch bei den Volksinitiativen «Grüne Wirtschaft» und «AHVplus» waren es jeweils über 500. Das ist überdurchschnittlich, erklärt Anja Heidelberger, Politologin an der Universität Bern. Dies lasse sich dadurch erklären, dass bei den Umfragen jeweils beiden Seiten gute Chancen eingeräumt worden seien. Dies habe die Inseratetätigkeit auf beiden Seiten angeregt.

Mehr Inserate, weniger Medienberichte als in einem durchschnittlichen Abstimmungskampf: und wo liegt die Stimmbeteiligung? Wohl ganz leicht unter dem Durchschnitt von 45 Prozent, sagt Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern. Daraufhin deutet die Zahl der eingegangenen Briefstimmen hin. Ein Abstimmungskampf also mit sommerlich, lauem Beginn, der zum Schluss dann doch noch etwas angezogen hat.