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AKW-Abstimmungen Ein Ja und sieben Nein seit 1979

Bisher zeigte sich das Schweizer Stimmvolk eher atomfreundlich. Ja sagte es lediglich 1990 zu einem AKW-Moratorium.

Mehrere hundert Leute der Gewaltfreien Aktion Kaiseraugst besetzen am 1. April 1975 das Baugelände des geplanten AKW Kaiseraugst (AG).
Legende: Die Initiative gegen das AKW Kaiseraugst scheiterte. Trotzdem scheiterte das Projekt – auch am regionalen Widerstand. Keystone

Die Schweizer Stimmberechtigten haben sich bereits acht Mal an der Urne zur Atomenergie geäussert. Meist zeigten sie sich atomfreundlich: Ein Ausstieg aus der Kernenergie war bislang chancenlos – das bleibt auch mit der Abstimmung vom 27. November 2016 so.

1979: Nein zur ersten Initiative

Die erste Initiative zur Atomenergie scheiterte 1979 mit 51,2 Prozent Nein-Stimmen Das Volksbegehren war von den Gegnern des geplanten und nicht realisierten Atomkraftwerks Kaiseraugst lanciert worden. Es verlangte, dass sich die betroffene Bevölkerung zum Bau von Kernkraftwerken äussern kann.

1984: Weitere zweimal Nein

1984 lehnten Volk und Stände die Initiative «Für eine Zukunft ohne weitere Atomkraftwerke» (55 % Nein) und die Initiative «Für eine sichere, sparsame und umweltgerechte Energieversorgung» (54 % Nein) ab. 1988 beendete der Bund angesichts des massiven Widerstands die AKW-Projekte Graben und Kaiseraugst.

1990: Nein zum Ausstieg – Ja zum Moratorium

Die Stimmberechtigten sagte 1990 Nein zur Initiative «für den Ausstieg aus der Atomenergie». Damals wurde aber mit der Initiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau» gleichzeitig ein zehnjähriges Moratorium für den Bau neuer Kernkraftwerke angenommen. Diese Moratoriums-Initiative war kurz nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 lanciert worden.

2003: Noch einmal Nein für zwei Initiativen

Eine Verlängerung dieses Moratoriums lehnten Volk und Stände dann aber 2003 ab: Sie sagten Nein zur Initiative «Moratorium plus» für ein weiteres zehnjähriges AKW-Moratorium. Gleichzeitig lehnten sie die Initiative «Strom ohne Atom» ab, die ein Abschaltdatum verlangte. Beznau I und II sowie Mühleberg sollten spätestens 2005 vom Netz gehen, Gösgen 2009 und Leibstadt 2014.

2016: Kein sofortiger Atomausstieg

Das Volk lehnt am 27. November die Atomausstiegs-Initiative der Grünen ab, die ein fixes Ablaufdatum für Kernkraftwerke in der Schweiz vorsieht. Im September hatte das Parlament das erste Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 verabschiedet, mit dem der Bau neuer AKW verboten und die Förderung erneuerbarer Energien verstärkt wird.

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