Trotz Ja zur Wehrpflicht: Armee bleibt Thema

Die Volksinitiative «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht» ist gescheitert. Alle Kantone und 73,2 Prozent der Stimmbürger sagen Nein. Wohl auch, weil die Armee nicht zum ersten Mal Abstimmungsthema war.

Aufhebung der Wehrpflicht Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht»

JA-Stimmen absolut: (645'431 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'761'738 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 26.8%
NEIN-Stimmen relativ: 73.2%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 21.2% 78.8% 41065 152247
Appenzell Ausserrhoden 22.3% 77.7% 4307 15002
Appenzell Innerrhoden 15.8% 84.2% 720 3843
Basel-Landschaft 27.5% 72.5% 22485 59137
Basel-Stadt 39.1% 60.9% 20904 32601
Bern 24.7% 75.3% 78944 240785
Freiburg 29.5% 70.5% 26016 62087
Genf 42.1% 57.9% 47809 65698
Glarus 17.9% 82.1% 1777 8147
Graubünden 22.9% 77.1% 13352 45008
Jura 41.4% 58.6% 7748 10952
Luzern 22.5% 77.5% 28225 96996
Neuenburg 37.6% 62.4% 17519 29096
Nidwalden 15.8% 84.2% 2371 12680
Obwalden 16.2% 83.8% 2041 10544
Schaffhausen 25.3% 74.7% 7893 23350
Schwyz 16.2% 83.8% 8057 41605
Solothurn 22.2% 77.8% 17388 61026
St. Gallen 22.4% 77.6% 32272 112120
Tessin 28% 72% 27992 71900
Thurgau 19.3% 80.7% 14224 59571
Uri 15% 85% 1770 10062
Waadt 33.8% 66.2% 63947 125355
Wallis 25.2% 74.8% 24906 73968
Zug 21.4% 78.6% 7877 28904
Zürich 28.6% 71.4% 123822 309054

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (645'431 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'761'738 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 26.812866067983%
NEIN-Stimmen relativ: 73.187133932017%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (645'431 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'761'738 Stimmen)
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Epidemiengesetz Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen

JA-Stimmen absolut: (1'416'452 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (945'648 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 60.0%
NEIN-Stimmen relativ: 40.0%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 55.9% 44.1% 105392 83194
Appenzell Ausserrhoden 44.9% 55.1% 8551 10493
Appenzell Innerrhoden 46% 54% 2094 2460
Basel-Landschaft 62.3% 37.7% 50236 30404
Basel-Stadt 67.7% 32.3% 35624 16977
Bern 54.9% 45.1% 173511 142498
Freiburg 66% 34% 56721 29248
Genf 77.8% 22.2% 85103 24312
Glarus 51.3% 48.7% 5023 4765
Graubünden 55.8% 44.2% 31813 25156
Jura 59.5% 40.5% 10760 7311
Luzern 59.5% 40.5% 73042 49676
Neuenburg 67% 33% 30497 15013
Nidwalden 56.1% 43.9% 8263 6477
Obwalden 51.4% 48.6% 6317 5965
Schaffhausen 50% 50% 15446 15419
Schwyz 45.5% 54.5% 22402 26840
Solothurn 58.3% 41.7% 45199 32351
St. Gallen 50.6% 49.4% 72005 70374
Tessin 64.4% 35.6% 61762 34170
Thurgau 50.3% 49.7% 36417 36048
Uri 49.5% 50.5% 5689 5809
Waadt 73.5% 26.5% 136903 49485
Wallis 61.9% 38.1% 60006 36961
Zug 57.4% 42.6% 20811 15449
Zürich 60.3% 39.7% 256865 168793

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'416'452 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (945'648 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 59.965793150163%
NEIN-Stimmen relativ: 40.034206849837%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'416'452 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (945'648 Stimmen)
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Liberalisierung Tankstellenshops Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Änderung des Arbeitsgesetzes

JA-Stimmen absolut: (1'324'530 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'049'502 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 55.8%
NEIN-Stimmen relativ: 44.2%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 55.9% 44.1% 105612 83306
Appenzell Ausserrhoden 51.6% 48.4% 9825 9207
Appenzell Innerrhoden 50.3% 49.7% 2296 2267
Basel-Landschaft 58% 42% 46633 33823
Basel-Stadt 57.1% 42.9% 29872 22438
Bern 53.4% 46.6% 169627 147962
Freiburg 49.1% 50.9% 42852 44496
Genf 57.1% 42.9% 63976 47994
Glarus 53.4% 46.6% 5234 4566
Graubünden 60% 40% 33975 22609
Jura 34.7% 65.3% 6453 12166
Luzern 55.3% 44.7% 68254 55077
Neuenburg 46.7% 53.3% 21705 24738
Nidwalden 62.5% 37.5% 9227 5531
Obwalden 56.1% 43.9% 6922 5416
Schaffhausen 54.8% 45.2% 16480 13579
Schwyz 55.9% 44.1% 27511 21701
Solothurn 54.5% 45.5% 42413 35395
St. Gallen 52.3% 47.7% 74568 68082
Tessin 63.6% 36.4% 62144 35524
Thurgau 51.8% 48.2% 37801 35222
Uri 43.5% 56.5% 4983 6482
Waadt 55.3% 44.7% 104113 84158
Wallis 43.3% 56.7% 42558 55727
Zug 63.8% 36.2% 23170 13121
Zürich 62.6% 37.4% 266326 158915

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'324'530 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'049'502 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 55.792424027983%
NEIN-Stimmen relativ: 44.207575972017%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'324'530 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'049'502 Stimmen)
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In der Schweiz wird die Wehrpflicht nicht abgeschafft. Volk und Stände verwarfen die Volksinitiative «zur Abschaffung der Wehrpflicht» der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) sehr deutlich, nämlich mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 73,2 Prozent. In keinem einzigen Kanton fand das Anliegen eine Mehrheit.

Rund 1'761'000 Stimmende lehnten das Volksbegehren ab, rund 646'100 legten ein Ja ein. Die Deutschschweizer äusserten sich mit durchschnittlich
75,5 Prozent Nein-Stimmen klar ablehnender zur Initiative als die Westschweizer und das Tessin mit knapp 72 Prozent Nein.

Claude Longchamps' Analyse der Wehrpflicht-Initiative

2:51 min, vom 22.9.2013

Laut Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern deutet das deutliche Resultat aber nicht darauf hin, dass die Armee akzeptiert ist. «Sie wird noch immer diskutiert. Sie ist in einzelnen Punkten umstritten, in anderen nicht.»

Man könne sich auch fragen, ob heute Initiativen noch gleich gut seien wie vor 25 Jahren. «Damals waren sie ein Element der Zeitgeschichte, ein Element vom grossen Wandel. Heute erlebt man ein Déjà-vu – schon wieder das Thema Armee, schon wieder aus der gleichen Seite», so Longchamp.

Schlechtes Resultat für GSoA

Kantone, in denen die Quote der militärdiensttauglichen Männer höher ist, lehnten die Initiative tendenziell deutlicher ab als solche mit tiefen Tauglichkeitsraten. Appenzell Innerrhoden hatte nach Angaben des Verteidigungsdepartements 2012 die landesweit höchste Tauglichkeitsrate von 81,8 Prozent. Rund 84 Prozent der Stimmenden lehnten die Initiative ab.

Es war eines der schlechtesten Resultate für ein Volksbegehren der GSoA. Lediglich bei der zweiten Armee-Abschaffungsinitiative und der Volksinitiative für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst im Dezember 2001 - kurz nach den Anschlägen vom 11. September – waren die Nein-Anteile mit 78,1 respektive 76,8 Prozent noch höher.

Status quo bleibt

Die Initiative wollte, dass die Militärdienstpflicht für Männer abgeschafft wird. Männer und Frauen sollen stattdessen freiwillig in die Armee oder in den Zivildienst einrücken können.

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46 Prozent an der Urne

Rund 46 Prozent der Stimmberechtigten äusserten sich zur Abschaffung der Wehrpflicht, zum 24-Stunden-Angebot in Tankstellenshops und zum revidierten Epidemiengesetz. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Nach dem Nein bleibt es, wie es ist: Schweizer Männer müssen Militärdienst leisten, wenn sie physisch und psychisch dazu in der Lage sind. Wer dies aus Gewissensgründen nicht tun will, kann ein Gesuch für Zulassung zum Zivildienst stellen. Der zivile Dienst dauert anderthalb Mal so lange wie der Militärdienst.

Wer eingeschränkt diensttauglich ist, wird zum Zivilschutz eingeteilt. Wer keinen Dienst leisten kann, muss die Wehrpflicht-Ersatzabgabe bezahlen. Von dieser Pflicht ausgenommen sind Männer mit einem Invaliditätsgrad ab 40 Prozent. Für Frauen ist der Dienst in der Armee freiwillig.