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Ecopop-Initiative Drei Viertel der Schweizer Stimmenden sagen Nein zu Ecopop

Die Ecopop-Initiative ist gescheitert. 74,1 Prozent der Stimmenden sagt Nein. Die Vorlage war bereits am Ständemehr gescheitert. Kein Kanton nahm die Initiative an.

«Ecopop-Initiative»

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen»

 

  • JA

    25.9%

    671'347 Stimmen

  • NEIN

    74.1%

    1'919'984 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    0.0

  • NEIN

    23.0

Abschaffung Pauschalbesteuerung

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre (Abschaffung der Pauschalbesteuerung)»

 

  • JA

    40.8%

    1'052'995 Stimmen

  • NEIN

    59.2%

    1'527'908 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    1.0

  • NEIN

    22.0

«Gold-Initiative»

Eidg. Vorlage: Volksinitiative vom 20. März 2013 «Rettet unser Schweizer Gold (Gold-Initiative)»

 

  • JA

    22.7%

    580'815 Stimmen

  • NEIN

    77.3%

    1'973'558 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    0.0

  • NEIN

    23.0

74,1 Prozent der Stimmenden sagt Nein zur Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen».

So lautet das Schlussresultat. Bereits zuvor war klar geworden, dass die Vorlage am Ständemehr scheitert. Am Schluss sagte kein einziger Kanton Ja.

Die Stimmbeteiligung lag bei 48 Prozent. Das war zwar weniger als die 56 Prozent bei der Zuwanderungs-Initiative vom Februar. In den letzten Jahren lag die Stimmbeteiligung bei einem Schnitt von 45 Prozent.

Vorlage im Vergleich zum 9. Februar zu extrem

Legende: Video Longchamp zum Ecopop-Nein bei der 1. Hochrechnung abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Vom 30.11.2014.

Offenbar sei die Mobilisierung der Initianten bedeutend schwächer ausgefallen als bei der letzten Vorlage zur Zuwanderung am 9. Februar. Die Pro-Komitees der Ecopop-Initiative seien nicht zu verwechseln mit der Maschinerie einer SVP, so Longchamp. Wenn diese ein Thema verteidigen wolle, könne sie «die ganze Schweiz auf die Beine bringen».

Hinzu komme, dass der Medientenor im Vorfeld der Abstimmung überwiegend negativ war: «Diese Initiative hat massive Konsequenzen für die Schweiz. Und das ist schädlich.»

Was vor der Abstimmung am wenigsten klar war: wie wird die SVP das Resultat beeinflussen. Immerhin ist sie es, welche in Vergangenheit migrationspolitischen Vorlagen zum Erfolg verholfen hatte.

Legende: Video Analyse zur Ecopop-Initiative von Claude Longchamp abspielen. Laufzeit 2:38 Minuten.
Vom 30.11.2014.

Zwar hatte die SVP auf Bundesebene ein Nein empfohlen. Doch mehrere kantonale SVP-Ableger plädierten im Vorfeld für ein Ja. Doch – und das war laut Claude Longchamp ein wichtiger Faktor für das Nein zu Ecopop: «Die SVP übernahm bei Ecopop nicht den Lead.»

Möglicherweise sorgte das sogar zu Verwirrung bei SVP-Wählern. Die Folge: Die Mobilisierung der SVP-Anhänger ging zurück. Ganz im Gegenteil zum 9. Februar.

Die höchste Zustimmung fand die Ecopop-Initiative im Tessin. 36,9 Prozent sagten hier Ja. In Schwyz kamen 34,2 Prozent Ja-Stimmen zusammen, in Obwalden 32,6 Prozent.

Am deutlichsten ist die Ablehnung – wenig überraschend – in der Westschweiz: Der Kanton Waadt sagte mit 82,7 Prozent Nein, in den Kantonen Wallis, Neuenburg und Genf resultierten Nein-Stimmenanteile über 78 Prozent.

Die Ablehnung hatte sich schon bei der letzten SRG-Umfrage abgezeichnet. Mitte November hatten die Befürworter zwar gegenüber der vorherigen Umfrage zugelegt. Dennoch lagen die Gegner klar vorne.

Zuwanderung mit Ökologie verknüpft

Die Initiative der Umweltorganisation Ecopop hatte dasselbe Ziel verfolgt wie die Masseneinwanderungsinitiative der SVP, ging aber deutlich weiter. Die Vorlage verlangte, dass die Zuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung beschränkt wird – ein Bruchteil der heutigen Zahl.

Die Initianten forderten zudem, dass mindestens 10 Prozent der Entwicklungshilfegelder für freiwillige Familienplanung eingesetzt werden.

Die Menschheit könne nicht endlos wachsen, weder in der Schweiz noch global, lautete das Argument.

Die Gegner sahen dies anders: Ein Ja zur Ecopop-Initiative würde die aktuellen Bemühungen unterlaufen, gute Beziehungen zur EU zu sichern, hielt der Bundesrat fest. Die Initiative verstosse gegen Grundprinzipien, auf denen die Beziehungen der Schweiz mit der EU beruhten. Und von diesen hänge der Wohlstand der Schweiz ab. Zudem wären die Bilateralen mit einer Annahme hinfällig.

Diskutieren Sie mit!

Claude Longchamp und Urs Leuthard diskutieren im Abstimmungsstudio.

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433 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    M. M., wenn sie dies alles derart stört müssen sie jetzt aber sofort und knallhart die Konsequenzen ziehen. Sie dürfen den PC entsorgen, Fernseher, Auto, Handy, ihre Nahrungsmitteleinkäufe überdenken, nicht mehr fliegen, Konsum bis zur Selbstversorgung herunter schrauben u.s.w! Will heissen: Sie haben schöne Worte, klagen an, aber rennen munter hinterher. Es sind immer die andern denen sie ein schlechtes Gewissen machen wollen, selbst jedoch Teil von allem sind. Ecopop hätte es gelöst? Lustig!
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Für den Wohlstand wird: - in der Karibik in der Tiefsee nach Öl gebohrt, in Russland Uran abgebaut, im Süden von Spanien u. Italien wird Öl raffiniert, in China u. Indien werden Flüsse verschmutzt, die Schweiz wird zubetoniert. All dies ist für den Wohlstand, für Grundwerte, für eine tolle Wirtschaft usw. Wir fördern alles bis hin zur Umweltverschmutzung. Das können wir nicht verhindern wegen den Arbeitsplätzen u. dem Wohlstand, demokratisch gehört die Umwelt nicht zum Wohlstand. Wir sind super!
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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    ECOPOP ist Vergangenheit, es lebe eine prosperierende, weltoffene und tolerante Schweiz! Besinnen wir uns auf unsere Grundwerte, wo jeder zuerst als Mensch und nicht als Kostenfaktor gesehen wird, egal woher er kommt. Wir können uns dies mehr als leisten. Wer denn, wenn nicht wir!? Danke Schweiz, habt ihr am Wochenende ein starkes Zeichen gesetzt!
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      K.V./Träumen Sie weiter!So einfach ist die Mathematik nicht.Ansonsten,könnten dies ja alle Länder dieser Welt.Dem IST,wie Sie zugeben müssen,nicht so.Wieso wohl?Obsieget das Böse,so wird es wohl sterben,denn das Böse kann nur vom Guten erben.Auch Ihr Immunsystem muss erkennen,wovor es sich"abgrenzen und schützen"muss.Eine sehr komplexe Angelegenheit.Mit Schlagwörter und Platitüden werden keine Probleme gelöst,höchstens welche etabliert.Das meiste Leid dieser Erde wird durch Egoismus geschaffen.
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