Alternative Energie Brugger Strombojen sind ins Stocken geraten

Alternative Energien haben in der Schweiz öfters einen schweren Stand. In der Theorie finden sie Zustimmung, wenn es um die praktische Umsetzung geht, geraten sie aber ins Stocken. Das widerfährt auch einem neuartigen Energieprojekt im aargauischen Brugg.

Strom produzieren mit Wasserkraft ist nichts Neues. Dass es dazu keine Wehranlage braucht, aber schon. Strombojen sind hier das Zauberwort. Eine Erfindung aus Österreich, welche der Brugger Energieversorger IBB in der Aare testen möchte. Es wären die ersten Strombojen in der Schweiz.

IBB muss Sicherheit von Mensch und Fisch abklären

2015 reichte das Unternehmen das entsprechende Konzessionsgesuch beim Kanton Aargau ein, worauf mehrere Einsprachen eingingen. Diese sind aktuell hängig, wie es auf Anfrage von Radio SRF beim zuständigen Departement heisst.

Das Projekt verlangt nämlich vertiefte Abklärungen, was die Sicherheit von Mensch und Fisch anbelangt. Insbesondere möchte der Kanton wissen, ob Schwimmer und Boote die Strombojen gefahrenfrei passieren können. Dafür reist im März ein Team der IBB nach Österreich, denn in der Donau sind die Bojen bereits im Einsatz.

Scheitert das Projekt am Geld?

Nun stellt sich dem Brugger Energieversorger eine weitere mögliche Hürde in den Weg: das Geld. Die IBB rechnet für die sechs Strombojen mit Kosten von etwa 3,5 Millionen Franken. Um den Unterhalt der Strombojen zu finanzieren, hoffte die IBB auf Subventionen des Bundes (kostendeckende Einspeisevergütung KEV).

Der Bund setzt dieses Instrument zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ein. Die Einspeisevergütung könnte nun aber wegfallen. In der Energiestrategie 2050 des Bundes ist nämlich nur noch Geld für Kraftwerke ab einem Megawatt vorgesehen. Die Strombojen würden weniger liefern.

«Wenn das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie durchkommt, dann müssten wir Sponsoren suchen, um das Projekt finanzieren zu können», sagt Philippe Ramuz, Geschäftsleiter Bereich Netz-Dienstleistungen bei der IBB. Solche Sponsoren zu finden, schätzt Philippe Ramuz als eher schwierig ein.