Zum Inhalt springen

Familieninitiative Familieninitiative der SVP: Reicht viel Sympathie für ein Ja?

Die Familieninitiative der SVP scheint ihre Sympathisanten zu haben. Die Vorlage startet mit einer deutlichen Ja-Mehrheit in die heisse Phase des Abstimmungskampfes. Doch den Fakt, dass Initiativen es beim Volk schwer haben, vermag auch diese Vorlage nicht ganz wett zu machen.

Aktuell ist eine gesicherte Aussage zum Abstimmungsausgang über die SVP-Familieninitiative schwierig. Dies stellt das Forschungsinstitut gfs.bern in seinem Bericht zur SRG-Trendbefragung fest. Die Zeichen deuten eher auf ein Ja hin: Eine Mehrheit von 64 Prozent steht hinter der Familieninitiative. Davon sind 37 Prozent bestimmt dafür und 27 eher dafür. 25 Prozent der Stimmberechtigten sind bestimmt oder eher gegen die Vorlage. Unentschlossen sind noch 11 Prozent.

Legende: Video «Einschätzung Martina Imfeld» abspielen. Laufzeit 1:02 Minuten.
Vom 18.10.2013.

Der Abstimmungskampf der Gegner ist – auch wenn schon begonnen – vorerst wenig wahrnehmbar. Dieser Einfluss ist in der Umfrage noch nicht berücksichtigt. Weiter sinkt bekanntlich die Zustimmung für Initiativen im Verlauf des Abstimmungskampfes. Dies geschieht vor allem, wenn es den Gegnern der Vorlage gelingt, ganz klar die Schwachstellen der Initiative aufzuzeigen. Somit sei die «Erosion der Zustimmung», wie der Bericht urteilt, schwer einzuschätzen.

Anzahl der Kinder ist nicht signifikant

In Bezug auf die Parteianhänger unterstützt eine Mehrheit der SVP-Wähler die eigene Familieninitiative. Auf Platz zwei sind die Parteiungebundenen, die den Pro-Argumenten folgen.

Erst an dritter Stelle figuriert die bürgerliche Mitte. Im linken Parteienlager ist das Gegenteil zu beobachten. Während die Grünen mit 43 Prozent eine relative Zustimmung zustande bringen, lehnt die SP-Wählerschaft die Vorlage gänzlich ab – wenn auch nur knapp.

Keine Rolle spielt die Anzahl der Kinder in der Familie. Selbst kinderlose Stimmberechtigte befürworten die Familieninitiative zum Zeitpunkt der Umfrage.

Anderseits öffnet sich ein Stadt-Land-Graben. Auf dem Land sagen 73 Prozent Ja zur SVP-Vorlage. In der Stadt ist die Zustimmung mit 57 Prozent wesentlich tiefer. Jedoch: Keine der untersuchten Siedlungsarten verwerfe die Vorlage, erklärte Politikwissenschafterin Martina Imfeld von gfs.bern.

2:1 bei den Argumenten für die Pro-Seite

Bei der Analyse der Pro-Argumente fallen zwei mehrheitsfähige Botschaften auf. Die höchste Zustimmung erreicht das Argument, dass Familien, die ihre Kinder selber betreuen, steuerlich nicht benachteiligt werden sollen. Und immerhin sehen zwei Drittel der Befragten die Familieninitiative als ein Zeichen für Wahlfreiheit und Eigenbestimmung von Familien.

Dagegen können die Gegner der Initiative nur ein mehrheitsfähiges Argument vorweisen: Die Vorlage verursache erhebliche Steuerausfälle bei Bund und Kantonen.

Argumente, wie man schaffe eine «Herdprämie» und man verankere ein allzu klassisches Familienbild in der Verfassung, ziehen im Abstimmungskampf vorerst nicht. Dies werde sich noch in den folgenden fünf Wochen akzentuieren, heisst es im Bericht.

Die Auseinandersetzung in der Bevölkerung mit der Familieninitiative ist noch nicht fortgeschritten. «Wichtig ist, noch nicht von einem Resultat zu reden – wir haben hier eine Momentaufnahme», betont Imfeld. Die Initiative startet zwar mit viel Sympathien in den Abstimmungskampf. «Allerdings hat die Auseinandersetzung oder die Problematisierung der Initiative noch nicht eingesetzt, sodass noch viel Spielraum offen ist», urteilt die Politikwissenschafterin.

49 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Es ist wahr, dass reiche Eltern auch die Krippenplätze von ärmeren Eltern mitsubventionieren. Es ist aber auch eine Tatsache, dass in Zürich selbst Eltern mit gemeinsamen Jahreseinkommen von 180.000 Franken noch subventioniert werden. Aber ärmere Eltern die sich gar keinen Krippenplatz leisten können werden nicht subventioniert, was doch ziemlich ungerecht ist, da deren dadurch Mütter auch meistens keine berufliche Karriere machen, wo ärmere Eltern in der Krippe gleich mehrfach profitieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Heiki Müller, Bern
      180'000 ist gar nicht so viel. Abzüglich Sozialabgaben, Steuern, Fixkosten. Wenn man da noch 2'000.-- pro Monat für die Kita ausgibt, bleibt am Schluss nicht mehr als bei einer wie Sie das nennen "armen" Familie. 180'000 verdient man nur mit entsprechender Ausbildung und Leistung. Sie können eine Kaderposition doch nicht mit einem normalen Job vergleichen. Wir reden hier nicht von Wallstreet-Bankern. Der extreme Opportunist hat eh keine Kinder.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Da täuschen Sie sich aber gewaltig Herr Müller. Der Durchschnittslohn in der Schweiz bewegt sich um die 6000 Franken, bei einem Ehepaar mit 180.000 Franken Jahreseinkommen ergibt das für beide ein durchschnittliches Monatssalär von 6900 Franken, wenn man den 13. noch berücksichtigt. Sie müssen mir damit nicht weiss machen, dass das gar nicht so viel wäre, da locker über dem Durchschnittslohn und daher nicht berechtigt für eine Subvention!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heiki Müller, Bern
    Klares Ja für die Initiative! In Kinderkrippen bezahlt man bereits ab 100'000 Lohn den Maximaltarif. Auch in "klassischen" Haushalten arbeitet die Frau oftmals noch 1-2 Tage die Woche. Da kommt man schnell auf 100'000. Fakt ist doch, dass der Anreiz zu "Schmarotzen" viel zu gross ist. So genannt "ärmere" Familien bekommen die Kita-Kosten subventioniert, bezahlen keine Krankenkasse und praktisch keine Steuern. Die "Geprellten" sind die "Gut-Verdienenden", die sich etwas aufgebaut haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Es ist nun mal so, dass ein Krippenplatz gut und gerne 2200 Franken pro Monat kostet, was reiche Eltern sich locker leisten können, obendrein noch ein zweites Kind dorthin schicken, um die Kinder am Abend wieder mit dem teuren Landrover abholen, um noch locker genug Kohle für sämtlichen Lifestyle-Luxus zur Verfügung zu haben. Warum diese Leute noch subventioniert werden ist mir schleierhaft, während arme Eltern die ihre Kinder selber betreuen null Steuerrabatt bekommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen