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Initiative Grüne Wirtschaft Wenn sich die Abfallberge türmen

Im September stimmt die Schweiz über die Volksinitiative «Für eine Grüne Wirtschaft» ab. Das Volksbegehren will unseren ökologischen Fussabdruck bis 2050 um zwei Drittel reduzieren. Doch was würde das in der Praxis bedeuten?

Blaue und Schwarze Abfallsäcke türmen sich.
Legende: Die Schweiz produziert europaweit am meisten Abfall. Keystone

Ein Lastwagen nach dem anderen leert seinen Inhalt in der Kehrichtverbrennungsanlage der Stadt Bern. «Hier wird der ganze Müll, der in Bern angeliefert wird, in unseren Kehrichtbunker entladen», sagte der Angestellte Thomas Bücherer. 730 Kilo Abfall pro Kopf und Jahr sind es in der Schweiz. Damit stehen wir europaweit an der Spitze.

Die Deutschen recyclen mehr

Wir recyclen zwar auch sehr viel. Die Deutschen aber recyclen mehr und sie produzieren gleichzeitig weniger Abfall pro Kopf. Die Schweiz ist also längst nicht mehr Musterknabe im Umgang mit Abfall. Wirtschaftliche Anreize spielen dabei eine entscheidende Rolle, beobachtet Bücherer. Er sieht das etwa beim Alteisen, das teils noch immer in seiner Anlage landet: «Sind die Schrottpreise sehr tief, erhalten wir mehr Schrott im Kehricht. Wenn es nicht wirtschaftlich ist, wird es einfach nicht gemacht.»

Das Paradebeispiel PET-Flaschen

Dass es auch anders geht, zeige das Beispiel der PET-Flaschen, wo dank einer vorgezogenen Gebühr das Recyclingsystem finanziert und so in der Schweiz sehr viel gesammelt und wiederverwertet wird. Das sagt Michael Hügi von der Sektion Abfallbewirtschaftung beim Bundesamt für Umwelt.

Laut Hügi besteht rund ein Drittel der Kehrichtsackfüllung aus biogenem Material, das heisst aus Speiseresten, Grüngut, aber auch weggeworfenen Lebensmitteln, die noch genussfähig gewesen wären. Insgesamt sind 15 Prozent des Kehrichts unverdorbene Lebensmittel. Michael Hügi sieht das nüchtern: «Das ist ein Effekt unseres zunehmenden Wohlstandes. Wo viel konsumiert wird, wird auch viel weggeworfen.»

Die Initiaitve «Für eine grüne Wirtschaft»

Die Frage ist nun: Wie weit lässt sich der Schweizer Abfallberg verkleinern? Und ist es auch im grösseren Rahmen möglich, den ökologischen Fussabdruck bis 2050 von heute drei auf eine Erde zu reduzieren? Ja sagen die grünen Initianten der Initiative «Für eine Grüne Wirtschaft», nur so liessen sich auch die Welt-Klima-Ziele erreichen.

Nein sagt hingegen die zuständige Bundesrätin Doris Leuthard. Die Stossrichtung findet sie grundsätzlich zwar richtig, aber die Initiative verlange zu viel von Wirtschaft und Bevölkerung. Der Volksentscheid, ob künftig mehr getan werden soll, damit weniger Abfall in die Verbrennungsanlagen gekippt werden muss, der fällt am 25. September.

36 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Die ganze Welt spricht jeweils von Bildung, Bildungsauftrag, Bildungspolitik, usw., anstatt entweder über Ausbildung oder Bildung zu sprechen. Was nützen alle Anstrengungen der Menschheit für eine gute Ausbildung, wenn der Faktor Bildung in Sachen Müllvermeidung, Rücksichtnahme auf die Umwelt, usw. nicht bereits im Kindesalter in den Familien bis in die höchsten Kreise der Lehranstalten, Wirtschaft u. Politik zum Bildungsstandard wird. „Zeig mir Deinen Abfall u. ich sage Dir wer Du bist“.
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Wenn ich in einen Supermarkt gehe und mich dort umsehe, was es da alles zu kaufen gibt, dann denke ich, ja gut, gefühlte 97% der Artikel würden niemals in meinen Einkaufswagen landen ... Der Trend der letzten Jahrzehnte geht zum Fastfood, Fertigfrass und dergleichen. Mit der Verpackung wird absoluter Wahnsinn betrieben. Und wenn du nun vor dem Gemüseregal stehst, kostet's dich Überwindung, bescheuert eingeschweisstes Gemüse kaufen zu müssen. Da liebe ich meinen Mittwochs- und Samstagbauernmarkt!
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  • Kommentar von Willi Geissbühler (tagesschau)
    Thomas Leu: Wenn Sie das so verstanden haben, dann liegen Sie völlig falsch . Was mich nervt:ist der folgende Spruch im Bericht: ."Die Schweiz ist also längst nicht mehr Musterknabe im Umgang mit Abfall". Solche dümmlich blöde Sprüche sind es , welche mir auf den Sack gehen. Ich trenne jeden möglich Abfall und muss mir dann solchen Schrott reinziehen. Doch, ich glaube an Statistiken, aber wie gesagt nur an von mir selber gefälschte. Immer dieses Schweiz Bashing der Linken geht mir auf den Keks.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Willi Geissbühler: Das sind keine dummen Sprüche, sondern Statistiken, die Sie nicht glauben, wenn es Ihnen nicht passt. Umweltschutz hat nichts mit links/rechts zu tun, sondern ist eine Frage des Überlebens. Wenn Sie aber vergleichen wollen, dann bitte nicht mit Spanien oder gar Griechenland, sondern mit den Ländern nördlich der Schweiz. Da werden Sie noch staunen, dass die uns in vielen Bereichen überholt haben. Der Benchmark sollte ja nicht das Schlusslicht, sondern der Klassenprimus sein.
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