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Masseneinwanderungs-Initiative Fast 2 Millionen Menschen leben ohne roten Pass in der Schweiz

Im Oktober sind rund ein Viertel mehr Menschen eingewandert, als im gleichen Monat 2012. Im November war es dann ein Viertel weniger als im Vorjahresmonat. Die sogenannte Wanderungsbilanz macht Sprünge – nach oben und unten. Die neusten Zahlen verpassen dem aktuellen Abstimmungskampf einen Schub.

Legende: Video Die neusten Zuwanderungszahlen geben zu reden abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.12.2013.

In den Monaten Oktober und November sind mehr Menschen in die Schweiz eingewandert als weggezogen. Laut dem Bundesamt für Migration (BFM) lebten Ende November insgesamt 1'886'421 Menschen ohne Schweizer Pass dauerhaft im Land.

Im Oktober betrug die sogenannte Wanderungsbilanz – Zuwanderung minus Abwanderung – fast 11'800 Personen. Damit kam im Oktober rund ein Viertel mehr Menschen neu in die Schweiz, als im gleichen Monat im Jahr zuvor. Im November war es dann ein Viertel weniger als im Jahr zuvor.

Zahlen schieben Abstimmungskampf an

Gaby Szöllösy, Sprecherin des BFM erklärt in der Sendung «10vor10», woher die Einwanderer derzeit kommen. «Traditionell ist die Zuwanderung aus Deutschland und Portugal hoch. Im Oktober sind aber vor allem Menschen aus Frankreich und Italien zugewandert.»

Die SVP will diese Zuwanderung mittels ihrer Initiative «Gegen die Masseneinwanderung» eindämmen. Sie kommt am 9. Februar zur Abstimmung. Die SVP will damit bewirken, dass wieder dauerhafte Kontingente eingeführt werden. Wie beeinflussen diese neusten Zahlen den Abstimmungskampf?

Für den Politologen Michael Hermann ist klar: Die neusten Zahlen werden die Befürworter und Gegner der Initiative für sich interpretieren. In «10vor10» sagte Hermann: «Die Befürworter der Initiative werden sagen, die Netto-Zuwanderung sei immer noch sehr hoch. Die Gegner werden beruhigt sein, dass die Zahlen nicht höher sind.»

Wie sieht die Netto-Zuwanderung 2013 konkret aus? Noch ist das Jahr nicht um, für eine Bilanz ist es zu früh. Doch BFM-Sprecherin Szöllösy prognostiziert: «Die ersten elf Monate des Jahres lassen darauf schliessen, dass die Zuwanderung 2013 höher ausfallen wird als 2012.»

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131 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Breitenmoser, Embrach
    Die Gegner der PFZ wollen zurück zum Saisonnierstatut, zurück zur Unmenschlichkeit. Es geht Christoph Blocher auch darum: die sozialen Errungenschaften der letzten dreissig Jahre zu bekämpfen, den Schutz von Löhnen und Arbeitsbedingungen zu zerschlagen, die flankierenden Massnahmen aufzuheben. www.woz.ch/1351/einwanderungsdebatte/die-drohende-rueckkehr-des-saisonnierstatuts
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  • Kommentar von C.Frey, Flims
    Der amerikanische Völkerrechtler Joel P. Trachtman hat die Folgen der Befreiung durch die PFZ folgendermaßen zusammengefasst: "Die Liberalisierung der Migration wirkt vor allem deshalb zersetzend auf die Souveränität von Staaten, weil sie das Untertanenverhältnis zwischen dem Bürger und seinem Staat ein für alle Mal aufbricht und klarmacht, dass Staaten dazu da sind, den Bürgern zu dienen, und nicht andersrum." www.zeit.de/2014/01/personenfreizuegigkeit-emanzipation-buerger
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @C.Frey: Ein Staat ohne Souveränität verliert seine Fähigkeit dem Bürger zu dienen und für Ihn verantwortlich zu sein. Resultat dieser Entwicklung ist eine ziel- und orientierungslose Gesellschaft, die zwangsläufig ins Chaos driftet. Joel P. Trachtman übersieht, dass durch die Auflösung der kulturellen und staatlichen Vielfalt der Bürger seine politische Verantwortung für das Gemeinwesen verliert. Einmal mehr ein kläglicher Versuch, den Kommunismus als "Liberalismus" zu verkaufen !!!
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  • Kommentar von C.Frey, Flims
    Ich finde es unerhört, dass die SVP behauptet, ihre Initiative würde die Zuwanderung beschränken und Kontingente würden etwas ändern. Einen beträchtlichen Teil der Zuwanderung lässt sich nicht kontingentieren (Zuwanderung durch Heirat, Familiennachzug etc.) und die Wirtschaft wird für ihre Kontingente kämpfen. Es wird sich nichts ändern. Das soll ja auch so sein. Wie sonst lässt sich die Tiefsteuerpolitik für ausländische Unternehmen erklären, welche die SVP betreibt.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @C.Frey: Sie träumen. Selbstverständlich lässt sich die Zuwanderung via Kontingente steuern. Die Wirtschaft kann niemals dafür verantwortlich sein, wie viele Menschen die Schweiz verkraften kann. Deshalb war die Einführung der PFZ von Beginn weg ein Fehler, der jetzt dringend korrigiert werden muss !!!
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    2. Antwort von Ernst Breitenmoser, Embrach
      Genau, Herr Frey. Man kann nicht das Weggli und den Fünfer haben. Wirtschaftswachstum in unserem kapitalistischen System führt zwangsläufig zu Bevölkerungswachstum an den Boom-Orten. Wollen Sie das eindämmen bzw. in ökologische und sozialverträgliche Bahnen lenken, müssen Sie die Grünen wählen und sich nicht von der SVP über den Tisch ziehen lassen. Die SVP-Tiefsteuerpolitik für Unternehmen ist der Hauptmotor für Zuwanderung.
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