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Deutliches Ja zum Waffengesetz «Waffen in den Händen von Kriminellen, das ist fatal»

Legende: Video Silvia Flückiger-Bäni: «Bevölkerung wird entwaffnet – das ist fatal» abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Aus News-Clip vom 19.05.2019.

Nationalrätin Silvia Flückiger-Bäni (SVP/AG), selbst Jägerin, ist enttäuscht über das deutliche Ja. «Wir schiessen nun mit verbotenen Waffen – es sei denn, wir registrieren sie nach oder weisen das Bedürfnis nach. Sonst handeln wir kriminell.» Dabei habe sich seit 2011, als die Schweizer Stimmbürger die Entwaffnungsinitiative abgelehnt hatten, gar nicht viel verändert. Flückiger-Bäni fürchtet die Konsequenzen. «Nun haben nur noch Terroristen und Kriminelle Waffen. Die lassen sich nichts vorschreiben. Das ist fatal.»

Weniger Waffen, weniger Arbeitsplätze

Für Daniel Wyss, den Präsidenten des Schweizerischen Büchsenmacher- und Waffenhändlerverbandes, bringt das Ja zum neuen Waffenrecht vor allem mehr administrativen Aufwand. Auch der Druck auf die Arbeitsplätze werde steigen.

Er rechne damit, dass sie in Zukunft weniger Waffen verkauften, sagte Wyss im Schweizer Fernsehen SRF. Dadurch würden kurz- und mittelfristig wohl Arbeitsplätze verloren gehen. Dazu komme eine «massive administrative Belastung ohne den geringsten Sicherheitsgewinn», so Wyss.

Legende: Video Priska Seiler-Graf: «Erleichtert über das klare Ja» abspielen. Laufzeit 02:51 Minuten.
Aus News-Clip vom 19.05.2019.

Auch bei den Waffenbüros werde der Aufwand steigen. Ausserdem müssten in Zukunft die Übermittlungsverfahren von Waffenverkäufen elektronisch abwickelt werden. Das Verfahren seien aber noch nicht genau definiert, und auch in Bezug auf die Datensicherheit sei vieles noch offen.

Lösung für Schengen möglich

Der Berner SVP-Nationalrat Werner Salzmann kritisiert indes die Kampagne der Befürworter. Diese habe «an Desinformation gregrenzt». Die Aussagen, dass die Schützen nicht betroffen seien und die Schweiz bei einem Nein aus Schengen geworfen würde, seien schlicht falsch.

Die Schützen seien nämlich sehr stark betroffen, weil 80 Prozent von ihnen mit halbautomatischen Waffen schössen, sagte Salzmann vom Referendumskomitee. Und gemäss dem Schengen-Abkommen hätte der gemischte Ausschuss 90 Tage Zeit gehabt, eine Lösung zu finden. Weil die Mitteparteien bei diesem «Trauerspiel» mitgemacht hätten, sei das Ergebnis der Abstimmung zu befürchten gewesen.

Weniger Schusswaffentote erwartet

Erleichtert sind dagegen Nationalrätin Priska Seiler-Graf (SP/ZH) und Ständerat Erich Ettlin (CVP/OW). Beide sind positiv überrascht über das deutliche Ergebnis. Schengen habe sicherlich den Ausschlag gegeben. Die Leute wollten nicht darauf verzichten. «Doch auch der Schutz vor Waffengewalt, weniger Waffen im Umfeld, weniger Schusswaffentote waren Argumente für ein Ja-Votum», so Seiler-Graf. Die Einschränkungen seien marginal, man habe mit keinen Schweizer Traditionen gebrochen.

Einschränkungen beim Zugang zu Waffen seien wirksame Mittel, um Opfer zu verhindern, schreibt auch die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa). Doch es brauche weitere Massnahmen, um die Sicherheit der Menschen in der Schweiz zu gewährleisten.

Auch die Schweizer Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist überzeugt, dass das neue Gesetz dazu betragen wird, die Zahl der Selbstmorde, Morde und Schussverletzungen zu reduzieren. Das Abstimmungsresultat zeige, dass die meisten Menschen überzeugt seien, dass «eine strengere Regulierung des Zugangs zu Waffen von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit» der Schweiz sei.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Kriminelle sind eben von der Gestalt, dass sie sich nicht ans Gesetzt halten. Das sollte man tunlichst nicht vergessen. Mit dieser Verschärfung erreicht man rein gar nichts. Jeder Kriminelle wird sich, so er will, eh eine Waffe im Verborgenen halten. Zu glauben die Welt würde sicherer, ist ein Trugschluss. Kriminelle sind nicht à-priori blöd.
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Das ist eben die Fehlkonstruktion der Verschärfung des Waffenrechts. Die Anständigen werden damit entwaffnet, Kriminelle besorgen sich weiterhin illegal solche Waffen. Das Waffenrecht verhindert dies in keiner Art und Weise.
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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Oft wird vergessen: Fast jede illegale Waffe in den Händen von kriminellen ging irgendwann, irgendwo legal über einen Ladentisch oder wurde von einer Armee/Staat ausgegeben. Je schwieriger der Erwerb, umso weniger Waffen werden im Umlauf sein und der Preis für illegale wird in die Höhe gehen.Gut so!
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    1. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Das stimmt so einfach gar nicht. Kriminelle besorgen sich in der Regel die Waffen auf illegalen Kanälen, wo die Herkunft der Waffe nicht autom. auf den Täter schliessen lässt, denn genau das will der Kriminelle letztlich vermeiden. Er will nämlich nicht erwischt werden.
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