Steuerprivileg für reiche Ausländer bleibt

Die Abschaffung der Pauschalbesteuerung hat vor dem Stimmvolk keine Chance. Einzig der Kanton Schaffhausen sagt Ja. Somit dürfen vermögende Ausländer in der Schweiz weiterhin nach den Lebenshaltungskosten statt nach Einkommen und Vermögen besteuert werden.

Abschaffung Pauschalbesteuerung Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre (Abschaffung der Pauschalbesteuerung)»

JA-Stimmen absolut: (1'052'995 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'527'908 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 40.8%
NEIN-Stimmen relativ: 59.2%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 1
NEIN-Stimmen: 22
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 43.4% 56.6% 87111 113552
Appenzell Ausserrhoden 48% 52% 9383 10172
Appenzell Innerrhoden 35.3% 64.7% 1787 3275
Basel-Landschaft 46% 54% 42539 49992
Basel-Stadt 45.1% 54.9% 27518 33511
Bern 43.9% 56.1% 150033 191591
Freiburg 36% 64% 32790 58182
Genf 31.7% 68.3% 39162 84316
Glarus 41.5% 58.5% 4405 6211
Graubünden 28.8% 71.2% 17884 44296
Jura 40.8% 59.2% 8449 12255
Luzern 42.9% 57.1% 56685 75472
Neuenburg 39.5% 60.5% 18886 28959
Nidwalden 30.9% 69.1% 4724 10586
Obwalden 33.4% 66.6% 4201 8362
Schaffhausen 50.8% 49.2% 16558 16032
Schwyz 36% 64% 18676 33249
Solothurn 46.2% 53.8% 37978 44291
St. Gallen 44.5% 55.5% 68191 85159
Tessin 32% 68% 30978 65879
Thurgau 44.3% 55.7% 33672 42407
Uri 38.4% 61.6% 4094 6578
Waadt 31.4% 68.6% 67837 148328
Wallis 21.7% 78.3% 24109 86966
Zug 32.6% 67.4% 13381 27646
Zürich 49.1% 50.9% 231964 240641

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'052'995 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'527'908 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 40.8%
NEIN-Stimmen relativ: 59.2%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'052'995 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'527'908 Stimmen)
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«Ecopop-Initiative» Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen»

JA-Stimmen absolut: (671'347 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'919'984 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 25.9%
NEIN-Stimmen relativ: 74.1%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 29.4% 70.6% 59320 142182
Appenzell Ausserrhoden 30% 70% 5883 13725
Appenzell Innerrhoden 30.8% 69.2% 1563 3515
Basel-Landschaft 26% 74% 24170 68697
Basel-Stadt 23.8% 76.2% 14683 47059
Bern 25.1% 74.9% 86106 256972
Freiburg 25.5% 74.5% 23293 68124
Genf 21.4% 78.6% 26347 97001
Glarus 30.8% 69.2% 3275 7366
Graubünden 22.5% 77.5% 14027 48404
Jura 22.8% 77.2% 4725 16033
Luzern 29.6% 70.4% 39284 93423
Neuenburg 21.8% 78.2% 10481 37652
Nidwalden 29.2% 70.8% 4468 10843
Obwalden 32.6% 67.4% 4110 8483
Schaffhausen 31.8% 68.2% 10373 22235
Schwyz 34.2% 65.8% 17847 34305
Solothurn 30.4% 69.6% 25096 57331
St. Gallen 30.4% 69.6% 46749 107232
Tessin 36.9% 63.1% 35614 60948
Thurgau 30.9% 69.1% 23516 52657
Uri 30% 70% 3215 7498
Waadt 17.3% 82.7% 37701 179738
Wallis 21.3% 78.7% 23629 87540
Zug 24.4% 75.6% 10019 31059
Zürich 24.3% 75.7% 115853 359962

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (671'347 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'919'984 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 25.9%
NEIN-Stimmen relativ: 74.1%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (671'347 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'919'984 Stimmen)
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«Gold-Initiative» Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative vom 20. März 2013 «Rettet unser Schweizer Gold (Gold-Initiative)»

JA-Stimmen absolut: (580'815 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'973'558 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 22.7%
NEIN-Stimmen relativ: 77.3%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 24% 76% 47827 151603
Appenzell Ausserrhoden 28.5% 71.5% 5536 13921
Appenzell Innerrhoden 26% 74% 1306 3717
Basel-Landschaft 21.7% 78.3% 19925 72001
Basel-Stadt 21.4% 78.6% 12914 47456
Bern 21.6% 78.4% 73421 265753
Freiburg 21.3% 78.7% 19069 70291
Genf 23.5% 76.5% 28164 91591
Glarus 24.6% 75.4% 2598 7954
Graubünden 20.4% 79.6% 12510 48955
Jura 19.4% 80.6% 3932 16339
Luzern 24.7% 75.3% 32437 98659
Neuenburg 20% 80% 9416 37647
Nidwalden 24.6% 75.4% 3735 11425
Obwalden 27.8% 72.2% 3467 9019
Schaffhausen 28.5% 71.5% 9043 22656
Schwyz 29.3% 70.7% 15171 36680
Solothurn 23.6% 76.4% 19289 62532
St. Gallen 27.4% 72.6% 41678 110286
Tessin 33.3% 66.7% 31760 63547
Thurgau 27.2% 72.8% 20499 54759
Uri 25.9% 74.1% 2738 7826
Waadt 17% 83% 36358 177630
Wallis 21.2% 78.8% 23281 86440
Zug 20.3% 79.7% 8288 32472
Zürich 20.6% 79.4% 96453 372399

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (580'815 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'973'558 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 22.7%
NEIN-Stimmen relativ: 77.3%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (580'815 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'973'558 Stimmen)
Bezirksresultate verbergen Bezirksresultate anzeigen Auf / Zuklappen

Reiche Ausländer dürfen weiterhin pauschal besteuert werden. Volk und Stände haben die Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» abgelehnt. Einzig Schaffhausen sagt mit 50,8 Prozent Ja. Schaffhausen hatte das Steuerprivileg bereits auf kantonaler Ebene abgeschafft.

59,2 Prozent der Stimmenden schickten die Initiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» bachab. 40,8 Prozent der Stimmenden waren für die Abschaffung. Die Stimmbeteiligung betrug 49,2 Prozent. «Das ist im Vergleich zu den vergangenen zwölf Monaten ein eher tiefer Wert», erklärte Claude Longchamp.

Betroffenheit ausschlaggebend

Deutlich Nein sagten jene Kantone, in welchen viele Pauschalbesteuerte leben – am deutlichsten der Kanton Wallis mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 78%. Im Kanton Graubünden stimmten 71% Nein, im Kanton Waadt 69% und in den Kantonen Tessin und Genf je 68%. «Das Resultat hat vor allem mit der persönlichen Betroffenheit zu tun», analysiert Longchamp. Stände wie die Waadt, Wallis, Genf und Tessin wären bei einem Ja am stärksten betroffen gewesen.

«Es gab diesmal kein klares Links-Rechts-Schema. Kantone wie Genf oder Waadt mit vielen Linken stimmten stark gegen die Initiative. Im bürgerlichen Kanton St.Gallen gab es hingegen viele Sympathien für das Begehren», so der Politologe weiter.

«Steuerpolitik bleibt kantonal»

Für Lonchamp ist klar, dass eine respektable Minderheit mit der aktuellen Regelung nicht zufrieden sei. «Die Mehrheit sagt aber, dass Steuerpolitik eine kantonale Angelegenheit ist. Und jeder Kanton soll alleine entscheiden.»

Interessant ist, dass drei Kantone, welche die Pauschalbesteuerung zuvor bereits abgeschafft haben, jetzt plötzlich gegen diese Regelung stimmten. Basel-Stadt mit 55%, Basel-Landschaft mit 54%, Appenzell Ausserrhoden mit 52% und Zürich knapp mit 51%.

«Diese Kantone haben der Initiative zwar überdurchschnittlich zugestimmt, doch die Mehrheit war gegen eine nationale Lösung», sagt Longchamp. Der Grund: Steuerfragen seien in erster Linie kantonale Angelegenheiten. Sogar Zürich als Vorreiter in dieser Frage sagte Nein zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung auf Bundesebene.

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Strengere Regeln ab 2016

Mit dem Nein bleibt es dabei: Vermögende Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, können nach den Lebenshaltungskosten statt nach Einkommen und Vermögen besteuert werden, sofern dies in ihrem Wohnkanton erlaubt ist.

Ab 2016 gelten allerdings in der ganzen Schweiz strengere Regeln. Grundlage für die Bemessung ist neu das Siebenfache der Wohnkosten statt wie bisher das Fünffache. Bei der direkten Bundessteuer gilt ausserdem ein Mindestbetrag von 400'000 Franken. Die Kantone müssen ebenfalls einen Mindestbetrag bestimmen, sind bezüglich der Höhe aber frei.

Die Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» hatte die Alternative Linke lanciert, nach erfolgreicher Abstimmung im Kanton Zürich. Unterstützung erhielt sie von der SP, den Grünen und den Gewerkschaften.

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Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Steuerprivileg für reiche Ausländer bleibt

    Aus Tagesschau vom 30.11.2014

    Die Abschaffung der Pauschalbesteuerung hat vor dem Stimmvolk keine Chance. Einzig der Kanton Schaffhausen sagt Ja. Somit dürfen vermögende Ausländer in der Schweiz weiterhin nach den Lebenshaltungskosten statt nach Einkommen und Vermögen besteuert werden.