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Berset spricht Rätoromanisch
Aus Tagesschau vom 30.08.2017.
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Berset spricht Rätoromanisch Information oder Propaganda?

Erstmals hält Bundesrat Berset eine Abstimmungsansprache zur Altersreform 2020 auf Rätoromanisch. Warum?

Die Idee, eine Ansprache auf Rätoromanisch zu halten, sei ihm schon länger im Kopf rumgegeistert sagt Bundesrat Berset gegenüber SRF. Ausserdem möge er die Sprache sehr. Etwas seltsam wirkt es trotzdem, dass er ausgerechnet jetzt der vierten Landessprache die Ehre erweist.

Warum gerade jetzt?

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Alain Berset auf Rätoromanisch äussert. Er hat es bereits als Ständeratspräsident getan. Die Abstimmung zur Altersreform 2020 gibt ihm nun die Möglichkeit, erneut sein Talent dafür unter Beweis zu stellen. Diese Abstimmung sei aussergewöhnlich wichtig, betont der Bundesrat. Deshalb möchte er sich in allen vier Landessprachen dazu äussern.

Allerdings, diese Idee hatte ihre Tücken. Es war schwierig, die Fachausdrücke der Reform in die kantonal anerkannte Amtssprache Rumantsch Grischun zu übersetzen. Begriffe wie «Umwandlungssatz» gibt es auf Rätoromanisch nicht und mussten deshalb umschrieben werden.

Berset betont, dass er diese Ansprache nicht aus politischem Kalkül hielt. Es gehe ihm lediglich darum, die Sprachenvielfalt der Schweiz zu ehren und die gesamte Bevölkerung in die Abstimmung miteinzubeziehen. Die Schweiz habe eine direkte Demokratie und lebe von Diskussionen und Debatten.

Der Innenminister erwähnt allerdings nicht, dass das Abstimmungsresultat im Kanton Graubünden sehr offen ist. Ein bisschen politisches Kalkül könnte also durchaus hinter seiner Sprachwahl stecken.

Ist das Propaganda?

Bundesrat Berset weibelt massiv für seine Altersreform. Im ganzen Land hat er Auftritte. Eine solche Rede sorgt erneut für Aufmerksamkeit. Kritiker werfen ihm vor, zu präsent zu sein. Berset verteidigt sich. Bei einer solch wichtigen Abstimmung sei es berechtigt, dass er als Bundesrat die Wähler genügend informiere.

FDP Ständerat Martin Schmid begrüsst grundsätzlich, dass Bundesrat Berset sich auf Rätoromanisch äussert. Es wäre seiner Meinung nach jedoch schön, wenn dies auch bei anderen politischen Themen der Fall wäre und sich nicht auf die Altersreform 2020 beschränken würde.

Berset sieht die Vorwürfe gelassen: «Wenn das die einzige Kritik an der Vorlage ist, kann das Projekt wohl nicht so schlecht sein.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Finde ich sehr gut, nicht nur sympathisch und erfrischend auch sehr klug, was in der heutigen Politik doch eher zum Wuenschen uebrig bleibt, wie es mir scheint.
  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Vielleicht in romanischer Sprache, weil der ganze Kanton Graubünden mit Nein-Plakaten vollgepflastert ist. Ich frage mich, wer diese Propaganda bezahlt hat. Nächstenliebe steckt gewiss nicht dahinter, viel eher handfeste wirtschaftliche Interessen einer bestimmten vermöglichen Gruppe, welche mit allen Mitteln die Reform verhindern will.
    1. Antwort von E. Waeden  (E. W.)
      Nächstenliebe steckt aber auch in dieser Reform nicht drin. Und es sind nicht nur vermögende Gruppen, welche sie ablehnen. Es geht nicht an, dass die AHV jetzt durch die Misswirtschaft der PK's saniert werden will.
  • Kommentar von Jos Schmid  (Jos Schmid)
    Bravo, find ich toll, dass der Bundesrat romanisch spricht. Und ja Martin Schmid, gerne mehr davon.