Abstimmungskampf um «Pädo»-Initiative schon gelaufen?

In neun Wochen, am 18. Mai, stimmt die Schweiz über die Pädophilen-Initiative ab. Deren Ausgang scheint schon klar zu sein. Denn wie eine repräsentative Umfrage nun ergab, unterstützt ein Grossteil der Befragten die Initiative.

Der Abstimmungskampf um die Volksinitiative «Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen» der Marche Blanche ist eröffnet.

FDP-Nationalrat Andrea Caroni und seine derzeit 40 Mitstreiter treten hartnäckig gegen sie an. In seinem Nein-Komitee sitzen Frauen und Männer der FDP, CVP, SP, Grünliberalen und Grünen, wie die «Sonntagszeitung» schreibt.

80 Prozent befürworten Initiative

Doch das Nein-Komitee hat laut einer repräsentativen Umfrage des «Sonntagsblick» einen schweren Stand. Demnach stimmten 80 Prozent der Befragten für die Initiative.

Die Initiative fordert, dass verurteilte Pädo-Kriminelle nie wieder mit Kindern oder Abhängigen – etwa als Lehrer, Heimleiter oder Fussballtrainer – arbeiten dürfen.

Caroni: «Wir sind alle gegen Pädophile»

«Wir sind auf sehr schwierigem Posten», weiss Caroni. Bei solchen Umfragewerten mache er sich keine Illusionen. Trotzdem will der 33-jährige Rechtsanwalt aus Appenzell-Innerrhoden gegen diese Volksinitiative antreten. «Wer Nein sagt zur Initiative, ist nicht für Pädophile. Wir sind alle gegen Pädophile.»

Doch die Initiative verletze seiner Meinung nach den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Es sei stossend, dass es im Initiativtext keine Abstufung nach der Schwere der Tat gibt. «Bagatellfälle, ja sogar eine Jugendliebe, werden gleichbehandelt wie schwere pädosexuelle Übergriffe», kritisiert Caroni.

Rickli: «Noch nicht gewonnen»

Auf der Gegenseite befindet sich das Initiativ-Komitee um SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. Auch in ihrer hundertköpfigen Pro-Truppe finden sich Vertreter der CVP und FDP. Die Pädophilen-Initiative spaltet offenbar die beiden Mitte-Parteien.

Rickli sieht sich trotz eindeutiger Umfrage-Ergebnisse noch nicht als Siegerin. «Der Abstimmungskampf ist noch nicht gewonnen.»

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Prozessauftakt

    Aus 10vor10 vom 14.3.2014

    Es ist einer der grössten Missbrauchsfälle der Schweiz. Während fast 30 Jahren missbrauchte ein Sozialtherapeut über 100 meist behinderte Kinder und Jugendliche. Nun beginnt der Prozess gegen den geständigen H.S. «10vor10» hat die Mutter eines Opfers getroffen.