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AKW Leibstadt kommt wieder ans Netz
Aus Tagesschau vom 16.02.2017.
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ENSI gibt grünes Licht AKW Leibstadt darf wieder ans Netz

  • Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) darf nach einer verlängerten Jahreshauptrevision wieder den Betrieb aufnehmen.
  • Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI, Link öffnet in einem neuen Fenster) hat die Freigabe erteilt, das KKL wieder anzufahren – es muss aber eine Leistungsreduktion einhalten.
  • «Der sichere Betrieb des KKL ist gewährleistet und die Anlage erfüllt die Sicherheitsanforderungen des Gesetzgebers», sagt Ralph Schulz, Leiter des Fachbereichs Sicherheitsanalysen beim ENSI.
  • Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert den Entscheid des ENSI scharf: Das Vorgehen sei «fahrlässig und unverantwortbar».

Das Kernkraftwerk Leibstadt stand seit August 2016 still. Bei der Jahresrevision hatte man im Reaktor Brennelemente entdeckt, die stark oxidiert waren. Dadurch traten kritische Siedezustände (Dryouts, Link öffnet in einem neuen Fenster) auf, weil die Kühlung zeitweise versagt hatte. Das ENSI ordnete daraufhin eine Leistungabsenkung an, wie die «Rundschau» Anfang Februar berichtete.

Das AKW werde «in den nächsten Tagen» nach erfolgreicher Durchführung aller Sicherheitstests den Leistungsbetrieb wieder aufnehmen, teilte die Kernkraftwerk Leibstadt AG mit.

Leistungsbegrenzung verfügt

Als Massnahme hat das ENSI eine Begrenzung der thermischen Leistung des Reaktors in Leibstadt auf maximal 95 Prozent verfügt. Auch die Leistung einzelner Brennelemente wird um 20 Prozent tiefer angesetzt.

Sollte es nach der Betriebsaufnahme wieder zu einer Beschädigung der Brennstäbe kommen, würde dies sofort von den Messsystemen registriert, teilte das ENSI mit. Als Auflage für das AKW Leibstadt gilt zudem, dass der Reaktor sofort heruntergefahren werden muss, wenn es zu einem Anstieg von radioaktiven Stoffen im Kühlmittel kommt.

Greenpeace prüft juristische Schritte

Die Umweltorganisation Greenpeace überzeugt die Regelung überhaupt nicht. Stefan Füglister, der als Fachspezialist für Greenpeace arbeitet, bezeichnet den ENSI-Entscheid als «fahrlässig und unverantwortbar».

Denn das ENSI habe bloss den Betriebszustand des Werkes beschrieben, wisse aber nicht, wie es zu den Dryouts gekommen sei, kritisiert Füglister: «Diese Ursachen sind nicht geklärt. Das wäre aber zentral, um Mittel zu ergreifen, um so etwas in Zukunft zu verhindern.» Greenpeace prüft deshalb juristische Schritte gegen das ENSI.

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Leibstadt soll wieder ans Netz
Aus Rundschau vom 01.02.2017.
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Kritische Siedezustände

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Dieser Zustand (Dryout) umschreibt ein Versagen der Kühlung im Reaktor. Dabei sind die Brennelemente nicht mehr vollständig von Wasser bedeckt. Sie werden an ihrer Oberfläche zu heiss und gefährden die Hüllrohre, welche die Radioaktivität zurückhalten. Kritische Siedezustände dürfen gemäss ENSI-Vorschriften im Normalbetrieb nicht auftreten.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    "es muss aber eine Leistungsreduktion einhalten" ... so lange, bis auch hier GRas über die Sache gewachsen ist. Dann wieder volle Pulle. So einfach zieht man die Öffentlichkeit übern Tisch.
  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Bei einem Unfall werden wir ins Lichtenstein fliehen.......
    1. Antwort von Armin Spreter  (aspre)
      ...und welches Fluchtziel empfehlen Sie den Menschen aus dem Südschwarzwald, dem Hegau und der Bodenseeregion?
  • Kommentar von Michael Deforné  (Michael Deforné)
    Aus allen bisherigen Kommentaren geht hervor, dass die Bedenken und Ängste gross sind. Nur kann man außer kommentieren nichts machen. Unser politisches System weist in solchen Situationen große Lücken auf. Muss erst ein Unglück passieren bevor man dann nachher schlauer wäre, wovor sich vorher alle fürchteten?