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Schweiz AKW Mühleberg: Rückbau beginnt sofort nach Stilllegung

Beim Abbruch des Kernkraftwerks Mühleberg setzt die BKW auf die schwierigere Variante: Mit dem Rückbau soll sofort nach der Abschaltung 2019 begonnen werden, sodass das Areal nach zwanzig Jahren wieder verwendet werden kann.

Legende: Video AKW Mühleberg: Wie erfolgt der Rückbau? abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.03.2015.

Mühleberg ist das erste Kernkraftwerk, das in der Schweiz vom Netz geht. 2019 ist es soweit. Nun gibt es zwei Arten, ein Kernkraftwerk abzubrechen: Entweder man wartet einige Jahrzehnte, bis die radioaktive Verstrahlung kleiner ist, oder man beginnt sofort mit dem Rückbau.

Der Energiekonzern BKW hat sich für die zweite, schwierigere Variante entschieden. «Jetzt wissen wir, wie die Verhältnisse sind. Wir wissen recht genau, was dieser Rückbau kosten wird. Und das Geld ist vorhanden. In 50 Jahren wären das alles Fragezeichen», sagt BKW-Chefin Suzanne Thoma.

Rückbau gleich teuer wie der Bau

Mit Kosten von 800 Millionen Franken rechnet der Energiekonzern für den Rückbau. Das ist viel Geld wenn man bedenkt, dass der Bau der Anlage vor gut 40 Jahren teuerungsbereinigt etwa gleich viel gekostet hat. Aber der Abbau ist kompliziert. Rund 200 Mitarbeiter werden während 15 Jahren damit beschäftigt sein, das Kernkraftwerk Stück für Stück von innen her auseinanderzubauen.

Die BKW setzt laut Thoma zum grössten Teil auf eigenes Personal, aber sie muss auch Spezialisten aus dem Ausland hinzuziehen, die schon Erfahrung mit dem Rückbau von Kernanlagen haben. In Deutschland sind bereits einige wenige Kernkraftwerke zurückgebaut worden.

Areal in 20 Jahren wieder nutzbar

Erst müssen die Brennelemente fünf Jahre abkühlen, bevor sie ins Zwischenlager nach Würenlingen transportiert werden können. Dann muss man die verstrahlten Gebäudeteile aufwändig reinigen, denn nur ein Bruchteil der Bausubstanz soll am Schluss als radioaktiver Abfall ins geplante Tiefenlager. Der Rest ist Bauschutt: «Bevor man mit diesen Teilen auf die normale Deponie geht, misst man die radioaktive Belastung», erklärt Thoma.

Der ganze Abbau ist also eine aufwändige Prozedur und gemäss Bundesamt für Energie ist es durchaus möglich, dass die Kosten weiter ansteigen. Beschwerden von Anwohnern könnten den Abbau zudem verzögern. Geht es aber nach den Plänen der BKW, dann soll das Kernkraftwerk Mühleberg bis in 20 Jahren komplett verschwunden sein.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Schläppi, Lenk
    "Wir wissen recht genau, was dieser Rückbau kosten wird. Und das Geld ist vorhanden" sagt Frau Thoma. Ja schön wäre es, wenn die 800 Mio.Fr. stimmen würden, glaubt da wohl im Ernst jemand daran? Vielleicht sollte man Deutschland fragen, die haben schon Erfahrung damit!!
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler, Langenthal
    Diese AKW's bleiben uns über Jahrtausende als Kultur- Mahnmale erhalten. Anstatt alles unter den Teppich (Erd- Innere) zu kehren, wäre eine betonierte Schutzpyramide darüber, ehrlicher und erst noch zugänglich, wenn unser Wissensstand auch einmal überholt ist. Undenkbar für die Naturwissenschaft, dass auch ihr Bildungsniveau, wie das Mittelalter, nur eine Episode in der Menschengeschichte ist. .
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  • Kommentar von Alex Grossenbacher, Basel
    800 Mio. Fr. Kosten für den Rückbau und "das Geld ist vorhanden" verkündet BKW fröhlich. Kann mir die BKW bitte noch kurz erklären, warum in der CH ein AKW-Rückbau mit 800 Mio. Fr. veranschlagt wird, wenn dasselbe in DE mehrere MILLIARDEN EURO kostet? Die ernüchternde Realität darf eben erst im nachhinein zu Tage kommen. Hauptsache der Atomstrom bleibt bis zur letzten Minute so billig, dass die Rechnung für die Atomlobby aufgeht. Die restliche Rechnung übernimmt dann ja der Steuerzahler.
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      800Mio kostet es weil soviel zurück gestellt wurde. Die fehlenden Beträge werden dann über die Steuern sozialisiert. So sieht der billige Strom aus, danke an SVP, FDP und CVP für diesen Lügenstrom. Nicht vergessen, im Herbst von Links bis Rechts die Grossparteien abzuwählem.
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