Altersvorsorge und Gesundheit kosten immer mehr

Die Kosten der sozialen Sicherheit sind 2012 in der Schweiz erneut gewachsen – und zwar stärker als in den Vorjahren. Sie machen 29,4 Prozent des Brutto-Inland-Produkts aus. Gleichzeitig sind die Einnahmen im sozialen Sektor ebenfalls angestiegen.

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Bildlegende: Die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung sind im Jahr 2012 am stärksten gewachsen. Keystone

Die Kosten der sozialen Sicherheit in der Schweiz sind 2012 um 4,1 Prozent auf knapp 150 Milliarden Franken gestiegen. Damit wuchsen die Ausgaben wieder etwas stärker als in den Vorjahren. Im Schnitt betrug die Zunahme seit 1990 etwa 3,2 Prozent pro Jahr. 2011 waren es 1,6 Prozent (zu Preisen von 2012). Der Anteil der Sozialleistungen am BIP erhöhte sich leicht von 24,4 auf 24,9 Prozent.

Am stärksten nahmen gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) die Ausgaben im Bereich Krankheit/Gesundheitsversorgung zu, nämlich um 2,9 Milliarden auf 42,6 Milliarden Franken. Mit einem Anteil von knapp 29 Prozent machen sie den zweitgrössten Posten der Sozialleistungen aus.

Altersvorsorge grösster Brocken

Der grösste Brocken entfällt mit 43 Prozent auf Renten der AHV und der beruflichen Vorsorgen. Diese stiegen um 2,4 Milliarden auf 63,1 Milliarden Franken. Die eigentliche Sozialhilfe wird unter dem Kapitel «soziale Ausgrenzung» verbucht. Die Aufwendungen dafür beanspruchen mit 2,6 Prozent (Vorjahr: 2,7) nur einen geringen Teil der gesamten Sozialleistungen.

Die Gesamtausgaben aller öffentlichen und privaten Institutionen der sozialen Sicherheit betrugen 162,9 Milliarden Franken, wie das BFS am Donnerstag mitteilte. Davon machten Sozialleistungen neun Zehntel aus. Der Rest entfällt auf die Verwaltungskosten (9,4 Mrd. Fr.) und die sonstigen Ausgaben (6,1 Mrd. Fr.).

Auch Einnahmen sind gestiegen

Die Einnahmen für die soziale Sicherheit erhöhten sich 2012 um 2,8% auf 188,9 Mrd Zwei Drittel davon stammten von Beiträgen der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und von anderen Versicherten, der Rest von der öffentlichen Hand und aus Vermögenserträgen.

Europäischer Vergleich

Seit 2004 pendeln die Ausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) zwischen 24 und 25 Prozent. Im europäischen Vergleich sind die Leistungen der Schweiz laut BFS gemessen an der Wirtschaftskraft eher bescheiden. Sie sind vergleichbar mit den Leistungen in Norwegen oder Luxemburg. Die höchsten Sozialleistungsquoten weisen mit rund 30% (2011) Frankreich und die Niederlande aus.