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Nachfolge an der GLP-Spitze «An unseren Inhalten wird sich nichts ändern»

Jürg Grossen will das Unternehmertum der GLP fördern. Das sagt der zukünftigen Parteipräsident im Interview mit SRF.

Legende: Video ««Es ist mein Ziel, bei den Wähleranteilen zuzulegen»» abspielen. Laufzeit 3:13 Minuten.
Vom 30.06.2017.

SRF News: Jürg Grossen, warum sind sie der Richtige, um die Grünliberale Partei zu leiten?

Jürg Grossen: Ich glaube, mir kann es gelingen, das Unternehmertum in dieser Partei ein bisschen mehr in den Vordergrund zu stellen. Ich bin aber auch ein progressiv-liberaler Denker in allen Themen und denke, ich kann diese Partei gut in die nächste Ära weiterentwickeln.

Was wird sich bei den Grünliberalen ändern, wenn sie Präsident sind?

Ich werde sicher den Fokus stärker auf die Offenheit und Vernetztheit setzen, auf die Teamorientiertheit. Aber an unseren politischen Inhalten wird sich nichts ändern.

Was ist ihr Ziel?

Mein Ziel ist es, bei den kommenden Wahlen Wähleranteilie zuzulegen. Ich will mehr Leute für die grünliberale Idee mobilisieren und motivieren, mitzumachen. Sei es in einer lokalen Sektion der GLP oder im Politlabor, das wir neu gegründet haben. Dort werden mehr die nationalen und internationalen Themen bearbeitet. Das Ziel ist es, dass wir ab 2019 wieder mit einer stärkeren Fraktion im Parlament vertreten sein können.

Die Grünliberalen hatten einen steilen Aufstieg, dann kam die Stagnation. Wo sehen sie das Problem?

Wenn eine neue Kraft erscheint, gibt es am Anfang immer einen Hype. Die Leute denken: «Das ist jetzt die Lösung.» Und dann muss man sich beweisen. Diesen Beweis anzutreten, ist immer schwierig. Uns ist es gelungen, in dieser Konsolidierungsphase unser Profil in allen Bereichen richtig zu schärfen. Wir sind jetzt fast sechs Jahre als eigene Fraktion im Parlament tätig. Ich glaube, diese Zeit braucht man in der Schweiz, wo alles doch immer schön langsam geht, bis sich eine neue Kraft etablieren kann.

Die Grünliberalen waren bis jetzt sehr stark auf die Person von Martin Bäumle, ihres Vorgängers, ausgerichtet. Wird sich das ändern?

Ich bin noch nicht der gewählte Nachfolger. Das wird die Delegiertenversammlung am 26. August machen. Wichtig ist, dass sich Parteien anders aufstellen in der Zukunft. Mehrere Köpfe sollten in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ich erlebe das auch als Unternehmer. Man hat mehr Erfolg mit mehr Köpfen, die gegen Aussen repräsentativ auftreten. Ich glaube, das wird in der Politik auch so sein.

Was werden sie tun, damit Martin Bäumle nicht zu stark als graue Eminenz auftreten wird?

Ich denke, da muss ich gar nichts tun. Martin Bäumle ist ein ganz intelligenter Mann. Er weiss ganz genau, wenn diese Partei in Zukunft Erfolg haben soll, dann muss er seine Rolle so ausfüllen, dass auch Platz für andere Leute da ist. Neue Leute müssen sich repräsentieren können.

Das Gespräch führte Fritz Reimann.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    So lange die Grünliberalen Volks-Initiativen machen, mit Forderungen die Mehrwert-steuer abzuschaffen und die Energie entsprechend zu verteuern, braucht es diese Partei nicht. Solche Intelligenzsprünge kosten uns Millionen und werden dann mit 92% abgelehnt.
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  • Kommentar von A. Moser (AM)
    Mit Jürg Grossen hat die GLP sicher den besseren Bäumle-Nachfolger als mit Tjana Angelina Moser - und könnte in Zukunft sogar wieder wählbar werden! Dazu müsste die Partei aber noch etwas mehr auf den Unmut in der Bevölkerung hören und diesen Ernst nehman - anstatt auf die Unmut der Wirtschaftsbosse und EU-Turbos! Erst dann wird die GLP zu einer ernsthaften Konkurrentin für die anderen Parteien - als "grüner Abklatsch" der FDP sehe ich keine Chance für die GLP!
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