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Schweiz Angebliche Nacktfotos von Geri Müller: Grüne üben Kritik

Der Nationalrat und Badener Stadtammann Geri Müller soll an eine Bekannte Nacktbilder aus seinem Büro geschickt haben. Dies berichtet die «Schweiz am Sonntag». Die Aargauer Grünen distanzieren sich vom Verhalten Müllers.

Legende: Video Skandal um Nacktbilder von Geri Müller abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.08.2014.

Nach dem angeblichen Versenden von Nacktbildern steht Grünen-Nationalrat und Badener Stadtammann Geri Müller in der Kritik – auch innerhalb seiner Partei. Nach einer Krisensitzung am Sonntagnachmittag teilten die Lokalsektion der Grünen in Baden und das Team Baden mit, dass sie sich vom Verhalten Müllers distanzieren.

Nach einer einstündigen Aussprache der lokalen Sektion der Grünen sagte Jonas Fricker, Präsident der Grünen Aargau: «Wir distanzieren uns von einem Verhalten, welches dem Ansehen und der Integrität einer Stadt oder einer Behörde schaden könnte.»

Verantwortung als Stadtrat

Grundsätzlich sei Privates privat, so Fricker weiter. Mit der Ausübung eines öffentlichen Amtes, insbesondere desjenigen des Stadtammanns, sei jedoch eine weitergehende Verantwortung verbunden. Eine Institution wie der Stadtrat oder die Stadt als solche werde von ihren Exponenten repräsentiert. «Hier hat privates Handeln eine öffentliche Dimension.»

Die Parteikollegen halten jedoch gleichzeitig fest, dass die bis anhin gegen Müller in den Medien ausgeführten Äusserungen «sich im Moment als Vorwürfe von privater Seite präsentieren». Nun müsse der Faktengehalt geprüft werden. Das Verhalten von Geri Müller heute zu werten, sei vorschnell und nicht seriös. «Wir schätzen seine politische Arbeit für die Stadt Baden», hiess es vonseiten der Kantonalpartei. Jetzt aber müsse Müller Verantwortung übernehmen und selber vor den Medien seine Situation erklären, so Fricker in der «Tagesschau».

«Er muss dafür gerade stehen»

Deutlicher war Jonas Fricker am Sonntagmittag geworden: Wenn die Vorwürfe stimmten, müsse Müller «die Konsequenzen ziehen», sagte er. Worin diese Konsequenzen bestehen, wollte er gegenüber dem SRF Regionaljournal Aargau Solothurn nicht genauer ausführen. «Wir können niemandem zum Rücktritt zwingen», sagte Fricker nur.

Mit Geri Müller habe er am Sonntagnachmittag kurz telefoniert. «Aber er sagte mir auch nur das, was er gegenüber den Medien gesagt hatte.» Er erwarte, sagte Fricker, dass Müller selber an die Öffentlichkeit gehe, um die Sache aufzuklären. «Er muss dafür gerade stehen.» Am Montag stehe ohnehin eine Stadtratssitzung an.

Parteipräsidentin zurückhaltend

Auch auf nationaler Ebene schlägt die Affäre Wellen: Grünen-Co-Präsidentin Regula Rytz schrieb der Nachrichtenagentur sda, dass sie «mit dem aktuellen Wissensstand» die Aussagen Frickers unterstütze. Ausführlicher Stellung nehmen könne sie aber erst, wenn sie mit dem Angeschuldigten selber gesprochen habe.

Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» hatte darüber berichtet, dass Müller Nacktbilder aus seinem Büro während der Arbeitszeit einer Bekannten geschickt habe. Über seinen Anwalt Andreas Meili nahm der Nationalrat am Sonntagmittag zur angeblichen intimen Chatbeziehung mit einer jungen Frau Stellung: «Bei diesem Kontakt handelte es sich um eine rein private Angelegenheit.»

Müller spricht von Drohungen

Die Frau, mit der er in Kontakt gestanden sei, habe ihn seither massiv unter Druck gesetzt und damit gedroht, Privates an die Medien und Drittpersonen weiterzugeben – «und mir damit Schaden zuzufügen». Müller habe versucht, die Frau von diesem Vorhaben abzuhalten und seine Privatsphäre zu schützen: «Leider erfolglos.»

Müller übte auch Selbstkritik: «Ich muss mir heute vorwerfen, darauf vertraut zu haben, dass Privates privat bleiben würde.» Sein Vertrauen sei bitter enttäuscht und grob missbraucht worden. «Nach Suiziddrohungen von ihrer Seite habe ich die Kantonspolizei Bern eingeschaltet.» Müller möchte sich gemäss eigenen Angaben «zum Schutz der Privatsphäre aller Beteiligten nicht weiter äussern».

Möglicher Amtsmissbrauch

Die betroffene Frau sagte gegenüber der Schweiz am Sonntag, sie habe sich von Müller bedroht gefühlt. Müller habe sie aufgefordert hat, die mit
ihm ausgetauschten Nachrichten und Bilder zu löschen. Nach ihrer Weigerung habe er gesagt, sie werde das Handy bald nicht mehr haben.

Die Frau war vergangene Woche von der Stadtpolizei Baden angehalten und befragt worden. Sie geht davon aus, dass Müller hinter dem Polizeieinsatz in Baden steht. Der Vorwurf des Amtsmissbrauchs steht im Raum.

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Baumgartner, 4057 Basel
    Musste das Handy wegen der Selfie-Geschichte verschwinden oder könnte ein Zusammenhang mit seiner privaten, mit Diplomaten-Status Reise nach Damascus, etwas zu tun haben? Diese fand, so viel ich aus den Medien entnehme, im Februar dieses Jahres zurück. Randdaten-Erhebungen eines Handys dürfen aus Datenschutzgründen nur 6 Monate erhoben werden. Wir haben August 2014. Journalisten bleibt dran!
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  • Kommentar von Roland Burkhardt, Hadsund
    Über Moral kann man geteilter Meinung sein. Ich kann mir vorstellen, dass Mitglieder von Kommissionen im National- und Ständerat Zugang zu vertraulichen oder geheimen Informationen haben. Wenn sich nun ein Kommissionsmitglied eine „Affäre“ erlaubt, dann wird dieses Mitglied erpressbar. Dessen sollte sich jeder Politiker in einer öffentlichen Funktion bewusst sein. Und deshalb kann ich das Verhalten des Herrn NR Geri Müller nicht akzeptieren.
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  • Kommentar von Karl- Heinz Frick, Schaan
    Waschmaschinen sind unökologisch,- echte Grüne tragen keine Kleider....
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