Arbeitslosigkeit – des Schweizers Hauptsorge

Die Schweizer sorgen sich vor allem darüber, dass sie ihre Arbeit verlieren könnten. Die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet dies als eines ihrer fünf Hauptanliegen. Dies zeigt der Sorgenbarometer 2014 der Credit Suisse. Problematisch sehen die Befragten auch Ausländerfragen und die AHV.

Sorgenbarometer: Hauptsorgen 2014 im Wandel seit 2005 2010 erreichte die Hauptsorge Arbeitslosigkeit mit 76 Prozent einen Spitzenwert. Auch 2014 belegt die Angst um den Arbeitsplatz mit 51 Prozent den Rang 1.

Die Hauptsorge der Schweizer ist auch 2014 die Arbeitslosigkeit. 51 Prozent der befragten Stimmbürger erwähnen den Punkt unter den fünf zentralen Sorgen, die sie beschäftigen. Damit rangiert die Arbeitslosigkeit seit nunmehr zehn Jahren auf der Spitzenposition, wie aus dem CS-Sorgenbarometer 2014 hervorgeht.

Auf Platz zwei der Sorgen-Hitliste stehen wie in den beiden vorangegangenen Jahren Probleme im Zusammenhang mit Ausländern. 40 Prozent der Befragten gaben dies als eine ihrer fünf wichtigsten Sorgen an (2013: 37 Prozent).

Mit 37 Prozent liegt der Dauerbrenner AHV auf Platz 3. In der Deutschschweiz sei das Problembewusstsein um die Altersvorsorge höher als in der Romandie, bei den über 70-Jährigen (55 Prozent) klar stärker als bei den unter 30-Jährigen (33 Prozent), schreibt die CS.

Die zehn Hauptsorgen

Veränderung zum Vorjahr in Prozentpunkten
1.Arbeitslosigkeit51+7
2.Ausländerfragen40+3
3.AHV/Altersvorsorge37+8
4.Flüchtlinge/Asyl26-2
5.Gesundheit/Krankenkassen23+2
6.EU/Bilaterale20+4
7.(Kern-)Energie17-2
8.Persönliche Sicherheit17-7
9.Soziale Sicherheit16-5
10.Eurokrise/Eurokurs16+1

Auch andere Probleme werden je nach Sprachregion unterschiedlich gewertet. So werden laut dem Sorgenbarometer Arbeitslosigkeit und Ausländer in der Romandie viel stärker als Problem wahrgenommen als in der Deutschschweiz. Dort treffe dies dafür auf Fragen der Energiepolitik und der Altersvorsorge zu.

Arbeitslosigkeit ist Hauptsorge der Schweizer

1:41 min, aus Tagesschau vom 2.12.2014

Je nachdem wo die Befragten leben, fällt die «Sorgen-Hitparade» unterschiedlich aus. So mache sich die Landbevölkerung mehr Gedanken über Arbeitslosigkeit, Asylwesen und Eurokrise als die Agglomerationen und die Grossstädte.

Einig sind sich die Schweizer darin, dass es ihnen wirtschaftlich gut geht. Nur sieben Prozent der Befragten stufen ihre eigene Wirtschaftslage als schlecht ein. Auch die generelle Wirtschaftslage werde positiv eingeschätzt, so die CS-Analyse. 18 Prozent der Befragten denken, dass sich die wirtschaftliche Situation im letzten Jahr verbessert hat.

SNB mit gutem Ruf

Gesunken ist hingegen das Vertrauen in Institutionen und Akteure aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Am meisten Vertrauen hat die Schweizer Bevölkerung in die Schweizerische Nationalbank (SNB). Dieser bringen 64 Prozent der Befragten Vertrauen entgegen. Laut Credit Suisse könnte dies mit der Rolle der SNB in der Finanz- und Wirtschaftskrise zu tun haben, die von den Befragten gewürdigt wurde.

Der Sorgenbarometer der CS

3:30 min, aus SRF 4 News aktuell vom 02.12.2014

Das Bundesgericht und die Polizei belegen Rang zwei und drei, müssen jedoch im Vergleich zum Vorjahr Verluste hinnehmen.

Am Ende der Vertrauensrangliste steht die EU. Nur 37 Prozent der Befragten sprechen ihr das Vertrauen aus.

Heimatstolz nimmt zu

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Sorgen der Schweizer

Die CS veröffentlicht seit 38 Jahren regelmässig ihren Sorgenbarometer. Im Sommer 2014 befragte das Forschungsinstitut gfs.bern in ihrem Auftrag 1010 Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz. Sie konnten aus einer Auswahl von 34 Sorgen die fünf für sie wichtigsten benennen.

Trotz Sorgen und Ängste: Die meisten Schweizer lieben ihr Land. 90 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, dass sie stolz auf ihre Heimat sind. Nur 1 Prozent ist gar nicht zufrieden mit der Schweiz, so wenige wie noch nie.

Dieser Nationalstolz gründet vor allem auf politischen Komponenten – in erster Linie der Neutralität und Eigenständigkeit des Landes. Alles in allem sind sich die Schweizer wieder vermehrt der politischen Sonderlösungen bewusst und auch stolz darauf.

Der Sorgenbarometer 2014 geht auch auf das Verhältnis zwischen der Schweiz und dem Ausland ein. Die Europäische Union sei für die Schweiz von «existenzieller Bedeutung», so die CS. So wurde zum ersten Mal auch über die künftige Ausgestaltung des Verhältnisses zur EU erbeten.

Die Schweiz und die EU Die Befragten konnten sich auch dazu äussern, wie es weitergehen soll mit der EU. Dabei bezeichnete die Mehrheit die Fortsetzung der Bilateralen als erste Priorität (Angaben in Prozent).