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Schweiz Armee-Immobilien: Gewiss ist der Verkauf – ungewiss der Erlös

Der Gegenwert der Gebäude und Einrichtungen, welche das VBS abstösst, ist sieben Milliarden Franken. Doch dieser Betrag wird wohl kaum in die Kassen des Departements fliessen. Denn unter den Bauten sind Immobilien, die kaum Geld einbringen.

Legende: Video «Was tun mit frei werdenden Armee-Anlagen?» abspielen. Laufzeit 4:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.11.2013.
Schild vor einer Häuserfassade.
Legende: Eine der Anlagen, die das VBS schliessen will: Das Armee-Truppenlager Glaubenberg im Kanton Obwalden. Keystone

Der Wert der militärischen Einrichtungen, die geschlossen werden, beträgt sieben Milliarden Franken. Dies sei der Preis, den wir zu zahlen haben für die Reduktion der Armee, sagte VBS-Vorsteher Ueli Maurer zur «Tagesschau».

Dieser Betrag ist der Wiederbeschaffungswert, wie der Sprecher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Renato Kalbermatten erklärt. «Wenn man die Anlagen heute neu bauen müsste, dann würden sie 7 Milliarden Franken kosten.»

Dem entsprechend ist das nicht ein konkreter Verkaufspreis, den sich das VBS erhofft zu erzielen. Das Militär-Departement kann somit auch nicht genau sagen, welchen Ertrag sie durch den Verkauf erzielen wird.

Auch unverkäufliche Anlagen

In der Liste der abzustossenden Immobilien seien auch Führungsanlagen oder Bunker, wie Kalbermatten weiter ausführt. Diese seien sicher schwer zu verkaufen. Daher könne auch nicht konkret gesagt werden, welchen Betrag das VBS erzielen wird.

Anlagen, die nicht verkauft werden können, werden zurückgebaut und Ausserbetrieb gesetzt. Auch da bleibt das VBS vage. Eine konkrete Kostenaufstellung für diese Arbeiten gibt es vorerst nicht.

Innerhalb oder ausserhalb der Bauzone

Die Abwicklung der zu verkaufenden Immobilien wird «über Jahre» dauern, wie der VBS-Sprecher betont. In einem ersten Schritt wird festgestellt, ob sich die Gebäude in der Bauzone oder ausserhalb befinden. «Wenn sich die Immobilien in der Bauzone befinden, so wird das Gebäude öffentlich ausgeschrieben und dem Meistbietenden verkauft», betont Kalbermatten weiter.

Komplizierter ist es bei Gebäuden ausserhalb der Bauzone. Dort werde das VBS das Gespräch mit den Kantonen und den betroffenen Gemeinden suchen. Sofern Interesse bestehe, so der VBS-Sprecher, werde ein Preis abgemacht.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Torheit hat grosse Ähnlichkeit mit dem Verkauf “nicht mehr benötigter Goldreserven“. Nach gesundem Menschenverstand wird übernächster Krieg wieder mit konventionellen Waffen geführt und wer die Festungen von St. Maurice, Gotthard und Sargans besitzt, wird den ganzen Alpenraum beherrschen. ANLAGEN GEHÖREN DEM VOLK UND DÜRFEN NICHT AN PRIVATE VERSCHERBELT WERDEN.
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  • Kommentar von Daniel Müller, Zürich
    Ich wundere mich vor allem über das Deutsch dieses Beitrags... Und ja, eine Änderung des Raumplanungsgesetzes würde es vielleicht erlauben, hier noch viel Geld hereinzuholen.
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  • Kommentar von Ein Hinseher, Kleinbösingen
    Ich wundere mich über die Bewertungsmethodik der Militäranlagen in den Büchern der Eidg. Jede Unternehmung muss Vorschriften befolgen, nach denen die Buchhaltung nicht geschönt werden darf. Und hier weiss man plötzlich nicht, um man der ausgewiesenen Wert beim Verkauf erhalten wird!
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    1. Antwort von Alex Kramer, ZH
      Die Bewertung ist tatsächlich nicht einfach. Sobald ein Objekt ausserhalb einer Bauzone liegt, kann es weder bewohnt noch bewirtschaftet werden. Für den allfällligen Käufer praktisch ein Nullwert, gleichzeitig sind kostspielige Auflagen zum Unterhalt einzuhalten. Es wäre da und dort vielleicht eine Lockerung der Bauvorschriften sinnvoll, insbesondere bei Gebirgsunterkünften als "freie" SAC-Hütten oder in der Nähe von bestehenden Siedlungen; analog den Rustici im Tessin.
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