Obst statt Flinte Armee kriegt Veganer nicht satt

Veganer sollen nicht automatisch vom Militärdienst ausgeschlossen werden. Der Bundesrat lehnt eine entsprechende Motion ab. Stattdessen soll jeder Fall einzeln geprüft werden.

Die Militär- und Ersatzdienstpflicht gelte umfassend und unabhängig von der Gesinnung, der Religion oder dem Ernährungsverhalten der Wehrpflichtigen, so der Bundesrat. Eine strikt vegane Lebensführung soll deshalb nicht per se zur Militärdienstuntauglichkeit führen.

Aus diesen Gründen erachte es der Bundesrat weder als notwendig noch als zweckmässig, für den Militär- und Ersatzdienst von Veganern eine gesetzliche Ausschlussregelung zu schaffen.

Der dienstwillige Veganer, bei dem es im Vorstoss ging, war gegen seinen Willen als dienstuntauglich bezeichnet worden. Die Armee begründete diesen Entscheid damit, dass es nicht möglich sei, einen Veganer ausreichend und gut zu ernähren. Der junge Mann legte Rekurs ein. Danach kam ein Militärarzt auf den Untauglichkeitsentscheid zurück.

Wechsel zum Zivildienst soll schwieriger werden

Wer seine Dienstpflicht bei der Armee bereits begonnen hat, soll künftig nicht mehr so einfach zum Zivildienst wechseln können. Das will die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates mit einer Motion erreichen. Konkret verlangt sie, dass für den Zivildienst nur noch die Hälfte der bereits bei der Armee geleisteten Diensttage angerechnet werden können. Heute muss im Zivildienst das Anderthalbfache der Anzahl noch zu leistender Militärdienst-Pflichttage erbracht werden. Der Bundesrat lehnt den Vorschlag ab.