- Mit rund 3,4 Milliarden Franken will der Bundesrat die Armee insbesondere besser gegen Angriffe aus der Distanz und im Cyberraum rüsten.
- Er hat die entsprechende Botschaft ans Parlament verabschiedet. Dazu kommen Zusatzkredite von rund einer halben Milliarde Franken.
- Zudem plant die Regierung Investitionen von insgesamt 562 Millionen Franken in die Modernisierung militärischer Anlagen sowie in zusätzliche Lärmschutzmassnahmen.
Im Zentrum der am Freitag von Verteidigungsminister Martin Pfister präsentierten Armeebotschaft 2026 stehen der Ausbau der bodengestützten Luftverteidigung, der Schutz vor Drohnen sowie zusätzliche Fähigkeiten im Cyberraum.
«Die Armeebotschaft wurde geändert, der Bundesrat hat neu priorisiert», so Pfister. Damit stärke der Bundesrat die Abwehr der wahrscheinlichsten Bedrohungen – Angriffe aus der Distanz und hybride Konflikte, hiess es.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine habe eine sicherheitspolitische «Zäsur» markiert und gezeigt, dass die Armee wieder stärker auf Verteidigung und Schutz kritischer Infrastrukturen ausgerichtet werden müsse, schreibt die Armee in der Medienmitteilung. «Auch der Krieg im Iran hat Auswirkungen auf Europa», so Pfister an der Medienkonferenz.
Die Schweiz ist derzeit nicht ausreichend geschützt
Pfister betont, dass Investitionen in die Armee unerlässlich seien. Um die Sicherheit der Schweiz langfristig zu gewährleisten, brauche es in den kommenden zehn Jahren rund 31 Milliarden Franken. Dazu habe der Bundesrat bereits eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer beschlossen. «Die Schweiz sei derzeit nicht ausreichend gegen die wahrscheinlichsten Bedrohungsformen geschützt», so Pfister. Als neutrales Land müsse sie ihre Verteidigungsfähigkeit gezielt ausbauen, um auf das veränderte sicherheitspolitische Umfeld vorbereitet zu sein.
Bodengestützte Luftverteidigung im Fokus
Der grösste Teil der vorgesehenen Mittel fliesst in die Luftverteidigung. Zwei zentrale Projekte sollen dabei den Schutz im unteren und mittleren Luftraum stärken:
- Zum einen plant der Bund den Kauf zusätzlicher IRIS‑T SLM‑Feuereinheiten im Umfang von einer Milliarde Franken, womit ein grösserer Luftraum abgedeckt und weitere kritische Infrastrukturen geschützt werden können.
- Zum anderen sollen für 800 Millionen Franken veraltete Fliegerabwehrsysteme kleiner Reichweite ersetzt werden. Um die Lageerfassung weiter zu verbessern, wird darüber hinaus das Taktische Fliegerradar TAFLIR durch ein teilmobiles Radarsystem mittlerer Reichweite ersetzt, wofür 150 Millionen Franken vorgesehen sind.
Für 70 Millionen Franken plant der Bundesrat ein neues Abwehrsystem gegen Mini‑Drohnen, die zunehmend als Bedrohung sowohl für militärische Einheiten wie auch für die Bevölkerung und kritische Infrastruktur gelten.
Neue Fähigkeiten im Weltraum, Cyber- und elektromagnetischen Raum
Zwei weitere Projekte sollen die Resilienz der Armee stärken. So investiert der Bund 30 Millionen Franken in weltraumgestützte Fähigkeiten, um die Lageerfassung weiter zu verbessern. Gleichzeitig wird die Mitnutzung ziviler Datennetze ausgebaut, wofür 100 Millionen Franken vorgesehen sind. Damit soll die Führungsfähigkeit der Armee auch in Krisensituationen gewährleistet bleiben. Zusätzlich plant der Bundesrat, im Cyber- und elektromagnetischen Raum neue Mittel der elektronischen Kriegführung zu beschaffen. Für diese Erweiterung sind 240 Millionen Franken budgetiert.
Persönliche Ausrüstung und F‑35A‑Finanzierung
Alle Truppengattungen sollen mit neuen Pistolen ausgestattet werden (50 Mio. Franken). Zudem legt der Bundesrat einen Zusatzkredit von 394 Millionen Franken für die Beschaffung der Kampfjets F‑35A vor. Dieser dient laut Bundesrat dazu, teuerungsbedingte Mehrkosten abzudecken, bleibt aber im von der Stimmbevölkerung bewilligten Finanzrahmen.Damit dürfte die Schweiz voraussichtlich 30 Kampfflugzeuge beschaffen.