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Schweiz Asylstatistik: fast 1000 Gesuche mehr als im Vormonat

Der deutliche Anstieg in der Monatsbilanz schlägt sich auch in der Jahresstatistik nieder: Mit 34'653 Asylgesuchen seit Januar klaffen die Realität und eine frühere Prognose des Staatssekretariats für Migration (SEM) noch vor Jahreswechsel weit auseinander.

Im Verlauf des vergangenen Monats November wurden in der Schweiz 5691 Asylgesuche eingereicht. Dies sind 941 mehr als im Oktober. Während die Zahl der Gesuche eritreischer Staatsangehöriger gegenüber dem Vormonat erneut deutlich sank, stieg die Zahl der Asylgesuche afghanischer und syrischer Staatsangehöriger. Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) «bleibt die Situation sowohl in Europa als auch in der Schweiz angespannt».

Asylsuchende studieren Informationen im Bundesasylzentrum Glaubenberg in Sarnen (OW).
Legende: Asylsuchende studieren Informationen im Bundesasylzentrum Glaubenberg in Sarnen (OW). Keystone

Zahl der Asylsuchenden aus Eritrea hat erneut abgenommen

Die wichtigsten Herkunftsländer der Asylsuchenden waren Afghanistan mit 2386 Gesuchen (+853), Syrien mit 991 Gesuchen (+370) und Irak mit 586 Gesuchen (+67). Die Zahl der Asylsuchenden aus Eritrea nahm im November im Vergleich zum Vormonat ab – um 55 Prozent auf 270 (-329).

Wie das SEM in seinem Communiqué erläutert, sind die wesentlichen Gründe für eine erhöhte Nachfrage nach Asyl aus Afghanistan die «anhaltende Instabilität im Herkunftsland sowie die angespannte Situation in wichtigen Erstaufnahme- und Transitstaaten».

Im Vergleich zu Gesamteuropa verlaufe der Anstieg der Asylgesuchszahlen hierzulande weiterhin moderat. Für die Entwicklung in der Schweiz entscheidend seien laut SEM die Migrationsbewegungen in ganz Europa und speziell auf dem Balkan.

Januar-Prognose deutlich übertroffen

Wie das SEM weiter schreibt, seien die Eintritte von Asylsuchenden in die Schweiz in den letzten Tagen leicht zurückgegangen. Die Lage bleibe indes volatil, seriöse Prognosen seien unmöglich. Auf jeden Fall würde die noch im Januar erstellte Prognose von 29'000 Asylgesuchen für das Jahr 2015 deutlich übertroffen. Im laufenden Jahr wurden schon jetzt 34'653 Gesuche verzeichnet.

784 Personen sind im November aus der Schweiz ausgereist oder wurden rückgeführt. Das sind 32 weniger als im Vormonat. Bei 1338 Personen hat die Schweiz einen anderen Dublin-Staat um Übernahme angefragt – 222 konnten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden. Im Gegenzug wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um eine Übernahme von 226 Personen ersucht. 49 wurden der Schweiz überstellt.

Legende:
Asylgesuche in der Schweiz im 2015 Von Januar bis Oktober. Staatssekretariat für Migration SEM / Kommentierte Asylstatistik (2014)

33 Kommentare

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  • Kommentar von Cédric Schmid (Grüne Partei)
    Klar in jeder Partei gibt es einen Linken und einen Rechten flügen sowie einen Liberalen. Auch in der Grünen Partei gibt es einen rechten (Ecopop-Befürworter) und einen linken Rand. Der linke Rand neigt dazu Probleme zu verharmlosen. Dividieren jede mögliche Einnheit um auf eine kleine Flüchtlingszahl zu kommen. Meinen wenn in einem Jahr alleine an Flüchtlingen 0,5% kommen, welche alle vom Steuerzahler bezahlt werden und Platz brauchen seien das Penauts. Das nenne ich fern der Realität.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Man darf versch. Meinungen haben. Doch sollte man bei seiner Meinungsbildung eine gewisse Fairness in Bezug auf die Fakten nicht vermissen lassen. All jene, welche hier aufschreien & von Asylchaos sprechen dramatisieren eine Situation, welche so nicht stattfindet & fördert damit die Aversion gegen Menschen auf der Flucht. Unsere CH hatte dieses Jahr nur >40'000 Menschen aufzunehmen, das ist längst kein Chaos & es ist das allermindeste was wir tun konnten. Das sind 0.5 % der Bevölkerung!Peanuts!
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    1. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      "Man darf versch. Meinungen haben." Das ist aber sehr sehr grosszügig. Besten Dank. Aber wenn meinten sie da sie pauschal in den Raum warfen jeder mit anderer Meinung informiere sich nur mit der Weltwoche und SVP-Propaganda. Woher dann diese Annahme? " Bezug auf die Fakten nicht vermissen lassen. " Also und Fakten sind, dass schon wieder 1000 mehr Gesuche gestellt wurden als im Vormonat 35'000 alleine in diesem Jahr. Das sind Fakten, entstehende Probleme ebenfalls
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    2. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      "40'000 Menschen aufzunehmen, das ist längst kein Chaos & es ist das allermindeste was wir tun konnten. Das sind 0.5 % der Bevölkerung!Peanuts" So so jedes Jahr 40'000 mehr Flüchtlinge aufzunehmen (neben den den 80'000 Zuwanderung aus der PFZ) nennt Herr Bächler Penauts. Da muss man doch schon mal leer schlucken. Neben des Problems der Überbevölkerung und Überbauung kommt das finanzielle. Die CH-Steuerzahler dürfen dafür nämlich zahlen. Das sind Dinge die man ansprechen darf und auch muss
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    3. Antwort von F Selvä (Liberal)
      "Man darf versch. Meinungen haben." Dies ist doch eine vernünftige Basis. Könnten Sie, Herr Bächler, da noch detailliertere Informationen geben? Ich würde mich nämlich auch sehr gerne zu Themen äussern, doch will ich nicht von Ihnen oder Ihren politischen Freunde im linken Spektrum beleidigt werden. Welche andere Meinung ist denn für Sie erlaubt welche man äussern darf OHNE von Ihnen beleidigt zu werden? Etwa hier im Asylbereich, was darf man äussern, dass von Ihrer Meinung abweicht?
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  • Kommentar von Cédric Schmid (Grüne Partei)
    Schon wieder 1000 Gesuche mehr als im Vormonat. Diese Tatsachen lassen sich auch nicht mit Verunglimpfungen an Andersdenkende (in einen Topf werfen und unterstellen man informiere sich nur einseitig, mit der SVP-Propaganda) bringt auch keine Lösungen. Es zeigt nur was von solchen Personen halten kann. Die Bürger in Europa machen sich Gedanken. Nicht zu letzt wegen der enormen finanziellen Belastung. Ich entschuldige mich. Es gibt halt auch bei meinen Grünen einen radikalen Linken Rand. Danke
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