Asylzentrum Realp: Vorbild für andere Gemeinden?

Seit einem Monat ist das abgelegene Zentrum in Betrieb. Die Bilanz ist durchwegs positiv.

In Realp im Kanton Uri betreibt der Bund seit einem Monat ein Asylzentrum. Die kleine Gemeinde zwischen Andermatt und dem Furkapass hat sich von Anfang mit ungewöhnlichen Reaktionen hervorgetan.

Meist stossen Pläne für Asylzentren auf Widerstand. Anders in Realp: Die meisten der rund 150 Einwohner standen dem Zentrum von Anfang an positiv gegenüber.

Nach einem Monat steht für Gemeindeschreiber Karl Cathry fest: «Diese Leute sind offenbar friedlich. Sie haben keine Probleme mit uns und wir keine mit ihnen». Es gebe keine Probleme, sagt auch Oswald Simmen, der wenige Meter neben dem Zentrum ein Ferienhaus besitzt. Er habe seine «Ware» immer noch vor dem Haus stehen und diese sei nie beschädigt worden.

Es gibt keine Probleme, aber auch kaum Kontakt zwischen Einheimischen und Asylbewerbern. Diese Abgelegenheit und der mangelnde Kontakt machen einigen Asylbewerbern zu schaffen. Man sehe hier nur Felsen, Felsen, Felsen, sagt der Nigerianer Anthony. Ansonsten seien die Kühe und Ziegen das einzig Lebendige. Die Arbeit sei aber in Ordnung, sagt der Nigerianer Anthony weiter. Sie hätten kleine Wege gebaut. Er nehme an, diese seien für Touristen.

Dem Syrer Marwan gefiel das Zentrum in Basel, wo er zuvor untergebracht war, besser. Da habe er in die Stadt gehen können und die Möglichkeit gehabt, neue Leute und die Schweizer Kultur kennenzulernen.

Im Asylzentrum in Realp werden noch bis im November vorwiegend junge Männer aus Nordafrika untergebracht. Es handelt sich gemäss Bundesamt für Migration um mobile Männer, die alleine unterwegs sind und wenig Aussichten auf einen positiven Entscheid haben.