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Schweiz Auns will Erneuerung – und sucht Junge

Um die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) ist es in den letzten Jahren eher still geworden. Ihre grosse Partnerin SVP braucht den Verein nicht mehr für ihre Anliegen. Und der Auns gehen auch die Jungen aus. Zeit für eine Standortbestimmung.

Alt-Bundesrat Christoph Blocher, links, spricht – beobachtet von Nationalrat Luzi Stamm – an der Mitgliederversammlung der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) in Bern. (keystone)
Legende: Rahmenabkommen, fremde Richter und Regulierungswut: In den Augen der Auns kettet sich die Schweiz immer enger an die EU. Keystone

Mit Fanfaren hat die die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) ihre 30. Mitgliederversammlung eröffnet. Doch wo steht der Verein heute?

«Am rechten Ort», sagt eine Frau an der Mitgliederversammlung in Bern. Die Auns kämpfe weiter, gegebenenfalls mit anderen Parteien und nicht nur mit der SVP, so das Auns-Mitglied weiter.

Ein Mann doppelt nach: «Man sollte schon schauen, dass wir die anderen ins gleiche Boot holen.» Ein weiteres Mitglied bedauert den derzeitigen «Anti-SVP-Reflex» in der Schweiz.

Lukas Reimann in Nahaufnahme.
Legende: Im Vordergrund stehe die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative, sagte AUNS-Präsident und SVP-Nationalrat Lukas Reimann. Keystone

Menschen im ganzen Land vereinen

Auch die Auns-Spitze möchte ihre Ziele politisch breiter abstützen. Präsident Lukas Reimann: «Wir versuchen breiter zu sein als die SVP. Wir haben deshalb frisch zwei Jungfreisinnige in den Vorstand gewählt. Wir möchten EU-Gegner im ganzen Land und von allen politischen Richtungen vereinen.»

So wie dies vor dem bisher grössten Erfolg der Auns der Fall war: Vor dem knapp erzielten Nein zum Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum 1992. Danach war die Auns vor allem eine wichtige Partnerin der SVP.

«Die Geschichten zu wiederholen ist schwierig»

Ob sich die breitere politische Abstützung wiederholen lässt, daran zweifelt Damir Skenderovic. Der Professor für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg hat sich intensiv mit der SVP und der Auns auseinandergesetzt.

«Ich glaube, es wird für die Auns schwierig sein, die Geschichte zu wiederholen. Im Sinn der Hilfeleistung an die verschiedenen Kampagnen SVP.» Heute gebe es andere Gruppierungen und andere Akteure, welche die SVP unterstützten. Dabei denkt Skenderovic etwa an die Medien, die heute weniger kritisch mit der SVP umgingen.

Doch die Auns will sich erneuern und verjüngen. Die Mitglieder in Bern sprechen selbst davon, dass mehr Junge gut täten. «Wenn man in den Saal schaut, sind die meisten älter.»

Schweiz EU-frei halten

Die Auns besinnt sich – zur Erneuerung – auf ihre Wurzeln, blickt nostalgisch zurück auf die EWR-Abstimmung 1992 und zieht direkte Analogien. Präsident Lukas Reimann: «Das EWR-Nein hat verhindert, dass wir der EU beitreten. Das Nein jetzt zum Rahmenabkommen wird wieder verhindern, dass wir Teil der Europäischen Union werden. Für die Auns ist das oberste Ziel, die Schweiz unabhängig und EU-frei halten zu können.» Deshalb brauche es heute die Auns mehr denn je, so Reimann.

Wir versuchen breiter zu sein als die SVP.
Autor: Lukas ReimannAuns-Präsident

Diese Geschichtsschreibung, wir gegen alle, hat 1992 funktioniert – und auch am 9. Februar 2014 bei der Masseneinwanderungs-Initiative.

Daran anzuknüpfen sei schwierig, sagt Professor Damir Skenderovic: «Die Geschichte der Auns steht für eine Geschichte der 1980er- und 1990er-Jahre. Die will man natürlich jetzt wiederbeleben. Nach dem 9. Februar 2014 wird das schwierig sein. Vor allem, wenn die Auns auf die jüngere Generation fokussieren will.»

Denn gerade die Jungen würden sich in anderen Gruppen organisieren – für eine offene Schweiz, wachgerüttelt vom Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative, so Skenderovic.

25 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler, Winterthur
    Die AUNS ist ein Auslaufmodell und mit Lukas Reimann an der Spitze eine Lachnummer...
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    1. Antwort von A.Spengler, Aarau
      Man kommt gar nicht herum, da an ein strampelndes Kind zu denken, dass schreit "Du bist böse" aber keine Argumente hat. Warum soll Auns ein Auslaufmodell sein und Herr Reimann eine Lachnummer? Zumal die Fakten dagegen sprechen.
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    2. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Es steht jedem Schweizer Bürger zu, sich als Nationalrat oder Präsident eines Vereins (zB. die AUNS die fast 50'000 (!) Mitglieder hat!) als Kandidat vor Wahlen zu melden, um "Auslaufmodelle" oder deren Pràsidenten als "Lachnummern* abzulösen oder zu ersetzen! Bei Ihnen, Herr Bächler, scheinen die elementarsten Voraussetzungen dafür zu fehlen! Wer mit solchen "Hass-Sprüchen" glaubt, etwas zur Zukunft der Schweiz beitragen zu können, qualifiziert sich aber eindeutig als NIE-wàhlbar!
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    3. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      Niklaus Bühler darf ich auch Sie um Argumente bitten, warum diese AUNS ein Auslaufmodell sein soll. können Sie vielleicht mir FAKTEN und ARGUMENTE aufzeigen, weshalb Sie dies so sehen. Danke auch Ihnen für die Sach- und Fachkundige Antwort zum voraus. (Aber bitte ohne Lachnummer).
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    4. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      2. Versuch, eine Kritik zu schreiben: Wer die Arbeit der AUNS (und deren fast 50'000 (!) Mitglieder!) und vorallem deren Präsidenten Nationalrat Lukas Reimann, mit einem solch hasserfüllten und unsachlichen Satz in ein Forum schreibt, qualifiziert sich selber am eindrücklichsten! Ich wäre glücklich, nur einen halbvollen "Rucksack" Wissen zur vergangenen, jetzigen und künftigen Schweiz am Rücken tragen zu können, wie der stets sachlich und ruhig votierende und auftretende Lukas Reimann besitzt!
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  • Kommentar von rene weber, rapperswil
    Vielleicht merkt langsam auch die grosse Menge des Stimmvolkes, dass die Unabhängigkeit der Schweiz zusehends durch die EU unterwandert und bewusst torpediert wird, ...dass wir unsere Selbstbestimmung kontinuierlich verlieren ....dass wir als kleines Land nicht immer noch mehr fremde Einflüsse integrieren können....dass zuerst alles erarbeitet werden muss, bevor es verteilt werden kann und ...dass die Linke definitiv nicht in die richtige Richtung arbeitet.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Man könnte es auch so sehen; bewusste Destabilisierung eines Landes damit man es dann mit "Friedens"-Truppen besetzen kann. Wer weis was die Zukunft bringt.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Junge unbestechliche Leute braucht die CH,die bereit sind für ihr Land alles zu geben um den guten Zustand aufrecht zu erhalten der zur Zeit gerade noch bestehst. Zwar nicht für alle gleich gut, zumindest lebt niemand in grosser Not. Die SVP hat ihren Auftrag, sich für den Büezer einzusetzen, nahezu aufgegeben, weil zu viele Abserbler - FDP - Unterwanderer das sagen in dieser SVP bekommen haben. Die SVP ist gut beraten vermehrt zusammen mit der SP eine Balance zu suchen, wie mit mit den Falsch.
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