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Ständerat stimmt ja Autofahrer müssen erst ab 75 zur Kontrolle

Seniorin sitzt am Steuer ihres Autos.
Legende: Das Parlament will es so: Senioren sollen fünf Jahre später zur medizinischen Kontrolle. Keystone

Darum geht es: Senioren mit Führerschein sollen erst mit 75 Jahren zur medizinischen Kontrolle, also fünf Jahre später als bisher. Das verlangt die parlamentarische Initiative von SVP-Nationalrat Maximilian Reimann.

Legende: Video «Für Damian Müller sind heutige Senioren vitaler als früher» abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 13.09.2017.

So wurde entschieden: Der Ständerat winkt das Geschäft mit einer klaren Mehrheit durch – mit 34 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Damit kommt die parlamentarische Initiative in die Schlussabstimmung. Der Nationalrat nahm diese bereits in der Sommersession mit einer grossen Mehrheit an.

Aktuelle Situation: Heute müssen Autofahrer ab dem 70. Altersjahr alle zwei Jahre zur medizinischen Kontrolle, um ihre Fahrtauglichkeit bestätigen zu lassen.

Legende: Video «Jositsch: «Die körperlichen Fähigkeiten gehen im Alter zurück»» abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 13.09.2017.

Das sagen die Befürworter: Das Ja-Lager ist überzeugt, dass die heutigen Senioren deutlich fitter sind als frühere Generationen. Der Luzerner Ständerat Damian Müller fasste dies schlagzeilenartig zusammen: «60 ist die neue 40.» Aus diesem Grund mache es Sinn, die medizinischen Kontrollen fünf Jahre aufzuschieben.

Das sagen die Gegner: Die Gegner sehen in den medizinischen Kontrollen ab 70 Jahren keine Einschränkungen für jene, die sowieso fahrtauglich sind. Die Heraufsetzung des Alters bedeute jedoch ein höheres Unfallrisiko. Für das kleine Nein-Lager meldete sich der Züricher Ständerat Daniel Jositsch. «Es ist eine Tatsache, dass im Alter die körperlichen Fähigkeiten zurückgehen», so Jositsch.

Das sagt der Bundesrat: Auch Verkehrsministerin Doris Leuthard stellte sich hinter das Anliegen. Neben der besseren Gesundheit der heutigen Senioren seien für sie auch die Fahrassistenten der modernen Autos ein Grund, Ja zu stimmen. Nach der Meinung der Bundespräsidentin sollte die Gesetzesänderung jedoch mit flankierenden Massnahmen begleitet werden – zum Beispiel mit Kursen für Senioren ab 70 Jahren.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
    Der bei Hausärzten übliche Demenz-Test ist leider zu wenig aussagekräftig. Mein Vater hat ihn zweimal problemlos bestanden. Doch ich verlangte, dass er von Spezialisten beurteilt werde. Deren Diagnose war für mich nicht überraschend: Mein Vater hatte bereits eine mittelstarke Demenz. Die Entwicklung eines Simulators für kritische Verkehrssituationen drängt sich auf. Zusätzlich zum Okay des Hausarztes könnte so ein aussagekräftiger Reaktionstest in heiklen Situationen durchgeführt werden.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Ausschlaggebend für die Fahrtüchtigkeit eines Menschen, ist nicht das Alter, sondern die notwendige körperliche, geistige, mentale Fähigkeit von jung bis alt, ein Motorfahrzeug adäquat, verantwortungs- und respektvoll im Strassenverkehr zu lenken.
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  • Kommentar von Dominik Treier (Dominik Treier)
    Ja ich verstehe... Noch mehr Begrenzungen und Kurse für Fahranfänger und als 70 Jähriger muss man nicht mal mehr zur Kontrolle und darf auch noch Alkohol trinken... Ich werde mir meine Sache denken wenn ich das nächste mal, wie so oft, hinter einer 70 Jährigen nachfahre, die ihr Auto warscheindlich 2 mal im Jahr nutzt, mitten auf der Strasse fährt und innerorts 25 und Ausserorts 55 auf dem Tacho hat... (So letzte Woche erlebt)
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