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Bach-Badeverbote wegen Hitze Ausgerechnet wegen der Hitze ist Baden in der Birs untersagt

Fifi und Herrchen dürfen nicht in die Birs bei Basel, damit Fische die Hitze überleben. Nicht alle halten sich daran.

Unter der brütenden Nachmittagshitze glitzert die Birs zwischen Basel und Birsfelden BL verlockend, und unter einer Schnelle verheisst eine tiefere Stelle Erfrischung. Doch wer dort ins Wasser steigt oder den Hund baden lässt, riskiert eine Busse von 100 Franken respektive eine Anzeige.

Luftaufnahme der Birs bei der Redingbrücke.
Legende: Hier bei der Redingbrücke zwischen dem Basler Lehenmattquartier und Birsfelden BL beginnt einer der Badeverbotsabschnitte an der Birs. Am Ufer ist das Gras komplett vertrocknet und wegen des Hochwasserschutzes sind nur wenige Gehölze gross genug für Schatten. Im Bach sind tiefere Bereiche (dunkel) klein geworden. Keystone/Georgios Kefalas

Vor bald drei Wochen wurde dieses Badeverbot verhängt, um drohende Fischsterben zu vermeiden. Untersagt ist auch das Befahren mit Schlauchbooten, Stand-up-Paddels und Ähnlichem. Das Verbot gilt für mehrere Birs-Abschnitte oberhalb sowie für den Fluss Wiese zwischen Basel und Weil am Rhein (D). Dort sind bereits vereinzelt Äschen und Nasen verendet.

Der unterste Birs-Aabschnitt zwischen der Redingbrücke und der Mündung in den Rhein am «Birsköpfli» ist sehr beliebt als Naherholungsgebiet mit Erfrischungspotenzial. Just dort flattern jetzt Absperrbänder entlang des Ufers und erklären Infotafeln Hintergründe.

Hotspot «Birsköpfli»

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Die Uferparks beidseits der Birsmündung waren schon lange Treffpunkt für Badende und Sonnenbadende. Nach Umbauten vor gut zwei Jahrzehnten nahm die Freizeitnutzung oberhalb massiv zu. Als die Birsfelder Kläranlage saniert und ihr Auslauf von der Birs unweit St. Jakob in den Rhein verlegt wurde, gestalteten die Kantone den zuvor stark kanalisierten Flusslauf samt Ufer unter der Affiche «Birs Vital» naturnäher um. An vielen Stellen ist seither der Zugang zum Wasser einfach und attraktiv. So geraten indes Anwohner, Hündelerinnen und andere Nutzende vermehrt aneinander.

An einem Montag über Mittag ist am Basler Ufer des Birsköpfli der Andrang überschaubarer als am Wochenende. Anwesende sagen SRF, das Badeverbot werde inzwischen gut eingehalten, anfangs weniger. Ein Mann sagt, er habe dieses Mal auch darauf verzichtet, das Badetuch auf dem Kies beim gesperrten Bereich hinzulegen, und sei rheinwärts ausgewichen. Eine Frau kritisiert derweil, das Badeverbot sei «schlecht signalisiert».

Laut Stadtbasler Behörden wird das Verbot meist gut eingehalten, aber am Birsköpfli weniger. Darum setze man dort Security-Personal ein, das die Polizei zum Büssen rufen könne.

Wenn man das Badeverbot gut begründet, dann haben die Leute wohl Verständnis.
Autor: Daniel Küry Biologe

Der Biologe Daniel Küry ist zufrieden mit der Akzeptanz des Badeverbotes. «Wenn man es gut begründet, dann haben die Leute wohl Verständnis.» Das Verbot gelte ja nicht generell und dauernd. Er verweist auf Erfahrungen von Rangern am Fluss Wiese auf der anderen Seite von Basel. Dort habe die anfänglich schwache Akzeptanz mit besserer Kommunikation deutlich zugenommen.

Luftbild eines Flusses mit Brücke, umgeben von Grünflächen und Gebäuden.
Legende: Die Birsmündung alias «Birsköpfli» zieht an warmen Sommertagen viele Leute aus der ganze Agglo an. Das Archivbild zeigt links die Birsfelder Liegewiese und rechts den Basler Teil samt Kiesstrand. Keystone/Gaetan bally

Trubel im Wasser sei nicht nur an den tieferen Stellen ein Problem, wohin sich grössere Fische zurückziehen, sondern auch in den flacheren Zonen am Ufer, mahnt Küry. Dort würden Jungfische durch Watende verscheucht, neben Nachwuchs von Forellen und Aeschen auch solcher anderer Arten.

Andrang in Bach und «Bach»

Baden in Fliessgewässern ist in Basel Sommer-Volkssport – am Feierabend und Wochenende tummeln sich Hunderte im «Bach», wie Einheimische den Rhein nennen. Touristiker werben stolz damit – und mit unüberhörbarem Erfolg. Die Behörden verweisen denn auch darauf, dass im Rhein sowie in Fluss- und Bachabschnitten ohne Verbote das Baden weiterhin möglich sei.

Grünfläche mit Fluss, Schild und Vogel am Ufer.
Legende: Das Badeverbot gilt auch für den untersten Flussabschnitt der Wiese, die beim Basler Hafen in den Rhein mündet. SRF/Roger Lange

Allerdings werden mit den weiter sinkenden Pegelständen badetaugliche Stellen seltener. Dazu kommen unangenehme Organismen, denen Wärme behagt. Namentlich die Blaualge kann, wenn man viel davon schluckt, die Leber schädigen – und Hunde sogar töten. Das giftige Bakterium breitet sich bereits an der Mündung der Ergolz in den Rhein bei Augst BL aus.

Um Konflikte mit Hunden im Rhein zu entschärfen, hat Basel zwei legale Hunde-Badezonen eingerichtet. Vierbeiner dürfen in markierten Zonen im Breitequartier und beim Tinguely-Museum, ohne an der Leine sein zu müssen, plantschen.

Dichtestress für Fische tödlich

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Stiegen die Wassertemperaturen, sinkt der Sauerstoffgehalt deutlich. Die Fischarten haben unterschiedliche Limiten; für Forellen wird es etwa ab 18 Grad kritisch und ab 24 Grad tödlich. Für die untere Birs weist die Messstation der Landeshydrologie in Münchenstein BL seit Wochen permanent über 20 Grad aus; am Wochenende nun lagen die Spitzenwerte über 25 Grad.

Gemäss den Baselbieter Behörden suchen hitzeempfindliche Arten kühlere und sauerstoffreichere Gewässerabschnitte auf. Sie «ziehen sich in die wenigen verbliebenen, tieferen Bereiche zurück». Weil solche rar sind, komme es «bei den Fischen zu Dichtestress».

Akut gefährdet seien primär Nasen, Äschen und Junglachse. Weniger Probleme mit erhöhten Temperaturen haben manche Weissfischarten, vor allem Alet. Aber auch diese flüchten vor Badenden, was Stress auslöst.

Das Verbot betrifft nicht nur Badende samt ihren Haustieren, sondern auch die Freizeitfischerei. Es gilt bis auf Wiederruf.

Schon in früheren Hitzeperioden waren ähnliche Badeverbote erlassen worden, so 2018 und 2020. Diesmal jedoch ist die Situation bereits mehrere Wochen früher kritisch geworden. Die Hundstage stehen heuer erst bevor.

«Die Situation ist aussergewöhnlich», hält der Biologe Daniel Küry mit Verweis auf die letzten Jahrzehnte fest. «So wie es aussieht, werden die Abstände zwischen solchen aussergewöhnlichen Ereignissen immer kleiner.»

Küry geht davon aus, dass sich mit Hitzesommern wie diesem das Artenspektrum in den Flüssen verändern könne. Es bringe auch nichts mehr, wie früher Forellen zu züchten und in Bächen einzusetzen. Ein Hitze-Badeverbot begrüsst er jedenfalls ausdrücklich, um Fischen zusätzlichen Stress zu ersparen.

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Regionaljournal Basel Baselland, 13.07.2026, 17:30 Uhr ; 

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