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Schweiz Bauernverband und SVP einigen sich auf gemeinsame Initiative

Einheimisches Fleisch, einheimische Milch, einheimische Eier: Die SVP und der Bauernverband spannen im Kampf um die Ernährungssicherheit zusammen. Sie haben sich nach intensiven Gesprächen auf eine gemeinsame Volksinitiative geeinigt.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) und die Gruppe um SVP-Nationalrat Rudolf Joder haben sich nach drei intensiven Verhandlungsrunden doch noch geeinigt: Sie werden gemeinsam eine Volksinitiative für die Ernährungssicherheit lancieren.

Der Kompromissvorschlag sei sehr wichtig, um «diesem ganzen Projekt noch mehr Schub und noch mehr Fahrt zu geben», sagte SBV-Präsident Markus Ritter. Auch Joder zeigte sich zufrieden: «Wir konnten verschiedene wichtige Punkte einbringen», sagte der SVP-Nationalrat. Er habe die ganze Diskussion als sehr konstruktiv erlebt.

Zunächst hatten mehrere Gespräche zwischen dem SBV und der SVP ergebnislos geendet. Beide Seiten hatten auf ihrer Textversion beharrt. Die Bauern wie auch die SVP liebäugelten mit einer Initiative, welche die inländische Produktion stärken soll. In den Augen von SVP-Parteipräsident Toni Brunner hatte der Vorschlag des Bauernverbandes «zu wenig Fleisch am Knochen».

Fünf Personen sortieren auf einem Feld Kartoffeln mit Hilfe einer Erntemaschine.
Legende: Kartoffelernte in Kerzers/FR. Keystone

Details des Kompromisses noch unklar

Über den Inhalt des Kompromisses liegen noch keine Details vor. Zuerst müsse der SBV-Vorstand am nächsten Freitag dem genauen Wortlaut des Initiativtextes und der Zusammensetzung des Komitees zustimmen, sagte SBV-Präsident Ritter.

Der Startschuss für die Unterschriftensammlung soll am 4. Februar 2014 fallen. Mit dem Volksbegehren wollen die Initianten die inländische Produktion stärken. Noch unklar ist, ob sie einen fixen Selbstversorgungsgrad in die Verfassung schreiben wollen.

Uniterre und Grüne mit eigener Initiative

Auch die Bauerngewerkschaft Uniterre hat eine Initiative für Ernährungssouveränität ins Auge gefasst. Allerdings gehe sie in vielen Bereichen weiter als die Initiative der Bauern und der SVP, erklärte Valentina Hemmeler Maïga, Dossierverantwortliche bei Uniterre.

Schliesslich planen auch die Grünen eine Volksinitiative zur Landwirtschaft. Sie wollen höhere Standards für importierte Nahrungs- und Futtermittel verlangen. Geben die Delegierten im Januar grünes Licht, wollen die Grünen vom Frühling an Unterschriften sammeln.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Eigentlich egal, was bei diesen Wahlkampf-Initiativen rauskommt, nur eines ist sicher, es wird wieder einmal mehr sauteuer für die Konsumenten. PS: Warum verstaatlichen wir eigentlich die Landwirtschaftsbetriebe mit ihrer inzwischen fast unbegrenzten Staatsgarantie nicht einfach? Inzwischen sind viele Bauern zu reinen Lohnempfängern des Landes geworden, weil sie vom Ertrag ihrer Höfe, zum Wohle der Profite der Grossverteiler und der verarbeitenden Industrie, schon lange nicht mehr leben können?
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    1. Antwort von Christian Walther, Bern
      Herr Bendicht, für den Konsumenten sauteuer? In Deutschland gibt ein Durchschnittsbürger rund 14% seines Einkommens für Nahrungsmittel aus, in der Schweiz sind es 7%. Es ist doch zusehen, dass wir ein ganz anderen Lohnverhältnis haben in der Schweiz, warum also Preise überall mit dem Ausland vergleichen? Mit dem zweiten Teil des Kommentars bin ich einverstanden, eigentlich schon traurig, dass kein Nahrungsmittelproduzent von seiner Arbeit leben kann- da stimmt am System was nicht!
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    2. Antwort von Samuel Bendicht, Bern
      @Walther: Schön dass sie es teilweise auch so sehen. Ihre Prozentangaben sind aber unbrauchbar, wenn nicht sogar falsch, da Sie, wie es eigentlich immer gemacht wird, deutsche Nettolöhne mit den schweizerischen Bruttolöhnen vergleichen. Wenn wir von unseren Löhnen die Steuer- und Sozialabgaben abziehen, werden Nahrungsmittel im EU-Raum sogar tendenziell billiger sein, oder wie erklären Sie sich sonst den Strom von Einkaufstouristen in's benachbarte Deutschland?
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