Bei Ebola muss auch die Rega passen

Der Schweiz könnte Ebola-Patienten nicht ohne fremde Hilfe repatriieren. Selbst die Rettungsflugwacht müsste zurzeit absagen. Die Erfahrungen im Lufttransport solcher Patienten fehlten europaweit, erklärt eine Rega-Sprecherin. Isolationszellen in passenden Jets würden zurzeit geprüft.

Ein Mann putzt die Scheiben des Rega-Hangars in Kloten, dahinter, draussen, ein Rega-Jet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für Ebola-Fälle sind Rega-Jets nicht eingerichtet. Keystone

Karin Hörhager von der Rega: Erfahrung mit Ebola fehlt

3:11 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.08.2014

Die hochansteckende Ebola-Epidemie breitet sich in Afrika immer schneller und weiter aus. Mit Senegal erreichte das Virus das fünfte Land in Westafrika. Die Wahrscheinlichkeit, dass dereinst erkranktes Hilfspersonal in die Schweiz zurückgeholt werden muss, steigt. Doch da gibt es zurzeit noch zahlreiche Probleme, wie Rega-Sprecherin Karin Hörhager im Interview mit SRF sagt.

SRF: Nicht einmal die Rega kann zurzeit Ebola-Patienten transportieren. Warum?

Karin Hörhager: Erfahrungswerte für Lufttransporte von Ebola-Patienten fehlen nicht nur in der Schweiz bei der Rega, sondern gesamteuropäisch weitgehend. Das betrifft die Einrichtung von Isolationszonen in Ambulanzjets ebenso wie die Sicherstellung der Isolation über die gesamte Transportkette. Es geht dabei nicht nur um den Lufttransport, sondern um den gesamten Weg zwischen zwei Spitälern. Dazu kommt das Verhalten bei unvorhergesehenen Ereignissen wie etwa Zwischenlandungen und Verzögerungen oder Komplikationen medizinischer Art während des Flugs.

Die Rega macht jährlich rund 1000 Repatriierungsflüge, darunter auch für Patienten mit infektuösen Krankheiten. Wo ist der Unterschied zu Ebola?

Ich muss aber hier auch auf unsere Erfahrungswerte verweisen. Bei anderen Krankheiten ähnlicher Art sind diese vorhanden und man weiss, wie sich Patienten und Virus im Flugzeug verhalten. Bei Ebola fehlen dagegen die Kenntnisse noch. Das ist der Unterschied.

Fehlt auch die Infrastruktur für einen solchen Transport?

Das ist sicher der Fall. Wir prüfen zurzeit die Einrichtung einer entsprechenden Isolationszelle in den Jets. Dieser muss gross genug sein, um allenfalls während des Fluges eingreifen zu können. Beim Risikomanagement geht es neben dem Patienten nicht zuletzt um die Sicherheit für Dritte und die Flugbesatzung.

Sind Massnahmen geplant, um solche Flüge in Zukunft anbieten zu können?

Man ist gesamteuropäisch im Gespräch mit Behörden. Dazu gehören das Bundesamt für Gesundheit, das Tropeninstitut in Basel und die ausländischen Stellen. Ich denke, da ist die Koordination im Gang, um die Fragen zu klären und die entsprechenden Schritte einzuleiten.