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Zusammenleben der Religionen «Bei Schweizer Muslimen besteht eine diffuse Angst»

Fälle von Feindseligkeiten gegen Muslime hätten sich verdoppelt, sagt der Sprecher der muslimischen Dachorganisation.

Legende: Audio «Das ganze Interview mit Önder Günes» abspielen. Laufzeit 5:53 Minuten.
5:53 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.06.2017.

SRF News: Fürchten sich nach dem Anschlag auf eine muslimische Gemeindein London auch die Muslime in der Schweiz?

Önder Güneş: Eine diffuse Angst besteht natürlich auch bei Muslimen in der Schweiz. Die Feindseligkeit gegen Minderheiten haben ja generell zugenommen. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus hat Zahlen veröffentlicht, die dieses Aussagen stützen. 2015 hat es eine Verdoppelung der gemeldeten Feindseligkeiten gegenüber Muslimen gegeben, verglichen mit dem Jahr 2014. 2016 geht man von ähnlich hohen Zahlen aus.

Wie spüren Muslime in der Schweiz dies?

Es sind unterschwellige Sachen, längere Blicke zum Beispiel oder die Aufforderung, dahin zurückzugehen, wo man hergekommen sei. Es gab auch Drohungen gegen muslimische Familien, die ich kenne. Die Polizei hat Untersuchungen eingeleitet und geht den Drohungen nach. Wir vertrauen der Polizei.

Es stellt sich nun die Frage, wieweit sich die breite Öffentlichkeit von dem Anschlag auf Muslime in London distanziert.
Autor: Önder GüneşPressesprecher der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS)

Gibt es genug Solidarität mit den Muslimen?

Es hat wenige Reaktionen gegeben. Von den Muslimen wird jeweils verlangt, dass sie sich distanzieren sollen, wenn der IS im Namen des Islam Anschläge verüben. Sie sollen das aufs Schärfste verurteilen. Nun stellt sich die Frage, wieweit sich die breite Öffentlichkeit von diesem Anschlag in London distanziert. Es sind umgekehrte Vorzeichen und wir sind gespannt, wie der Tenor ist.

122 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Wessalowski (Michael Wessalowski)
    Europa hatte speziell im letzten Jahrhundert auch ein Terrorproblem, das sich erst begann aufzuloesen, als die Terroristen doch endlich begriffen, dass ihre Ziele von der breiten Bevoelkerung nicht unterstuetzt wurden. Genau dieses Zeichen setzt die breite Masse der muslime nicht - nirgends. Dass bei diesem Verhalten sowohl Ablehnung wie auch Widerstand gegen den islam als solches wachsen, sollte nicht verwundern.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Bildung hilft - hat schon Einstein erkannt - nur bilden sich die wenigsten -darum haben die Salafiyya (Salafisten verstehen sich als eine Erneuerungsbewegung, die es sich zum Ziel setzt, den Ur-Islam und seine damaligen Kulturzustände wiederherzustellen.) so leichtes Spiel, ihren längst überholten ISLAM an die Bildungslosen zu implantieren und diese für ihren Religionsfanatismus der bis zum Mord geht, zu gewinnen. Da gilt es einzuhaken und unsere Jugend über diese Rattenfänger früh auf zu klären
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    1. Antwort von Oliver Schaub (Oliver Schaub)
      Leider haben die Herkunftsländer des Salafismus viel Öl. Und gute Geschäfte sind dann doch um einiges wichtiger als Aufklärung und Bildung.
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    2. Antwort von Frank Amstutz (fram)
      Die ewige Leier der mangelnden Bildung. Merkwürdig dass immer wieder Terroristen mit Uni-Abschluss solche Taten begehen (siehe Manchester, London oder Paris)
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Setzen sich die CH Moslems vehement GEGEN ihre fanatischen Islamisten ein , oder unterstuetzen sie diese ideologisch oder gar finanziell...? Ein klare Stellungsnahme habe ich nicht erfahren.. und da der Koran DAS Buch der Buecher ist und ein glaeubiger Moslem eben danach leben MUSS denke ich, dass es mehr Sympatisanten hat fuer den IS zB als man glaubt! UND, auch Schweigen ist eine Art Unterstuetzung.. oder???? Herr Guenes, koennen Sie diese Frage beantworten????
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