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An einer Parade winken nordkoreanische Soldaten den Zuschauern mit Orchideenzweigen zu.
Legende: Seit 2011 studieren jedes Jahr zwei Militärkader aus Nordkorea am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. Reuters
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Schweiz Bern finanziert nordkoreanischen Offizieren das Studium

In der Schweiz werden nordkoreanische Offiziere ausgebildet – ganz offiziell. Ihr Studium in Genf wird vom Verteidigungsdepartement mitfinanziert. Das stösst bei der Sicherheitspolitischen Kommission auf Kritik.

Seit 2011 bildet das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik jährlich zwei Offiziere der nordkoreanischen Armee aus. Mit 150‘000 Franken bezahlt das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) einen Teil ihrer Ausbildung, wie das Westschweizer Radio berichtete.

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Umstrittene Massnahme zur Friedensförderung
01:56 min, aus HeuteMorgen vom 25.04.2014.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.

Die Kurse seien eine Investition für die Zukunft, sagt der Chef der VBS-Sicherheitspolitik, Christian Catrina. Mit dem Aufenthalt in Genf wolle das VBS Ländern, die «etwas verschlossener» seien, einen Blick auf die übrige Welt ermöglichen und damit «zur Öffnung dieser Länder beitragen». Die nordkoreanischen Offiziere würden in Genf – weit weg von der Diktatur zu Hause – zum ersten Mal eine andere Sicht auf die Dinge gewinnen. Das sei auch eine Art Friedensförderung, wenn auch im Kleinen, betont Catrina. «Das ist ein Beitrag. Wir erwarten ja nicht, dass damit gleich die Revolution nach Nordkorea exportiert wird.»

«Wenig Fingerspitzengefühl»

Wenig Verständnis für die finanzielle Unterstützung dieser Offiziere hat Thomas Hurter. Der Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats ist der Meinung, sie zeuge «von wenig Fingerspitzengefühl». Zudem sei der Bund inkonsequent: Einerseits unterstütze er nordkoreanische Militärkader und andererseits streiche er beispielsweise Bergführerkurse für das russische Militär wegen der Ukraine-Krise.

Dass mit den Kursen in Genf indirekt auch der Frieden auf der koreanischen Halbinsel gefördert werden könnte, hält Hurter für «etwas naiv». Man könne damit wohl kaum einen Gesinnungswandel bei «irgendwelchen kommunistischen Regimes» herbeiführen. Für ein neutrales Land wie die Schweiz gehöre sich das nicht. Hurter will diese Kurse an der nächsten Sitzung der Sicherheitspolitischen Kommission thematisieren.

(aebn;amka)

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53 Kommentare

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  • Kommentar von hans hurter , binningen
    Das ist eine Zumutung vom Armeedepartement egal wer das veranlasst hat!Wir Steuerzahler und Militärdienst leistenden Bürger müssen für einen korrupten und Diktatorischen Staat bezahlen!Von wegen Öffnung was wer soll sich öffnen? Ich verliere das Vertrauen in unsere Regierung von Tag zu Tag!!!! Hans Hurter 74J
  • Kommentar von Olivier Giannini , Bellinzona
    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" Albert Einstein
  • Kommentar von Walter Starnberger , Therwil
    Schon fast komisch zu sehen, wie die linken Kampfschreiber hier in diesem Forum das VBS bashen nur weil der Vorsteher ein SVP-Mann ist, dabei übersehen sie vollkommen dass es sich hier um eine äusserst ausländerfreundliche, neutralitätsfördernde und sozial(istisch)e Aktion unseres Verteidigungsdepartements handelt.
    1. Antwort von R.Käser , Zürich
      Wenn das so ist, dann sollen die Leute die Kosten selber tragen. Ich habe null Lust, dass meine Steuern so idiotisch verprasst werden!
    2. Antwort von Hans Koller , Basel
      Sie haben nun wirklich NICHTS verstanden. Es geht darum, dass wir hier in der Schweiz einem schrecklichen Regime das Kriegsführen beibringen. Der Chef trägt nunmal dafür die Verwantwortung.