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Wie weiter mit der beruflichen Zukunft? Über 40-Jährige erhalten gratis eine Beratung.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 26.01.2021.
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Berufswahl kennt kein Alter Kostenlose Standortbestimmung für über 40-Jährige

Seit Anfang Jahr beraten elf Kantone Berufsleute, die über 40 Jahre alt sind. Der Auftrag kommt vom Bund und ist gratis.

Wer seinen 40. Geburtstag feiert, steht mitten im Berufsleben. Und wird es noch einige Jahre bleiben. Für über 40-Jährige stellen sich deshalb besondere Fragen nach der beruflichen Zukunft: Was will ich noch erreichen? Soll ich mich weiterbilden oder gar umsatteln? Nun bieten elf Kantone im Auftrag des Bundes eine kostenlose Standortbestimmung an.

«Viamia»: Ein Projekt des Bundes

«Viamia»: Ein Projekt des Bundes

Der Bundesrat und die Sozialpartner möchten, dass Arbeitnehmende ab 40 Jahren regelmässig eine Standortbestimmung vornehmen. Aus diesem Grund subventioniert das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) im Auftrag des Bundesrates die Entwicklung und Durchführung des kostenlosen Angebots «Viamia».

In einer Pilotphase führen vorerst elf Kantone von Januar bis Dezember 2021 Beratungen durch. Es sind dies Bern, Basel-Land, Basel-Stadt, Freiburg, Genf, Jura, Tessin, Waadt, Wallis, Zug und Zürich. Nach der Evaluation der Pilotprojekte können sich sämtliche Kantone an der Durchführung für die Jahre 2021-2024 beteiligen. Das Angebot richtet sich an alle in der Schweiz wohnhaften Erwachsenen über 40 Jahre, die keinen Anspruch auf vergleichbare Abklärungs- und Beratungsangebote haben.

Eine Standortbestimmung sei vergleichbar mit einem Gesundheitscheck beim Arzt, sagt Urs Brütsch. «Man geht, wenn man noch keine Beschwerden hat und nicht erst, wenn das Problem da ist».

Er leitet das Pilotprojekt des Bundes mit dem Namen «Viamia» und er ist zudem Leiter des Amtes für Berufsberatung im Kanton Zug. Der Kanton Zug hat einen Laufbahncheck entwickelt, welcher nun in allen 11 Kantonen angewendet wird, die mitmachen.

Eine Standortbestimmung ist vergleichbar mit einem Gesundheitscheck beim Arzt.
Autor: Urs BrütschLeiter Amt für Berufsberatung Kanton Zug

Für eine Gratis-Beratung können sich alle anmelden, die im Berufsleben stehen oder wieder einsteigen wollen. Gemäss Urs Brütsch habe der Bundesrat bei der Lancierung des Projektes ein klares Bild vor Augen gehabt: Jemand, der ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis in der Tasche hat, der gern arbeitet, aber nicht viele Weiterbildungen gemacht hat.

Eine solche Person könne gefährdet sein. Etwa durch plötzliche technologische Veränderungen, durch die sich neue Anforderungen im Job ergeben. Oder, wenn die Arbeit automatisiert wird und die Person den Job verliert. «Für solche Fälle will der Bundesrat ein präventives Angebot schaffen», sagt Brütsch.

Es fehlt oft an Weiterbildung und Vernetzung

Das Angebot geht auf die Arbeitsmarktfähigkeit der Personen ein. Es geht der Frage nach, was es für den Einzelnen oder die Einzelne braucht, damit sie sich weiterhin im Arbeitsmarkt behaupten kann. Dabei wird unter anderem der berufliche Werdegang angeschaut, die Selbsteinschätzung thematisiert oder inwiefern mit der Unterstützung des Betriebs gerechnet werden kann.

Ältere Arbeitnehmende würden zwar seltener entlassen, sagt Brütsch. Im Falle einer Entlassung hätten sie es aber bedeutend schwerer, wieder eine Anstellung zu finden. Oftmals fehlen ihnen dann aktuelle Weiterbildungen, Kompetenznachweise oder die Vernetzung.

Gefragtes Angebot je nach Werbeaufwand

Ein erster Austausch mit den Kantonen, die mitmachen, habe gezeigt, dass die Standortbestimmung für über 40-Jährige einem Bedürfnis entspräche. Je nach Werbung sei der Andrang grösser oder kleiner. «Im Kanton Freiburg haben sie so viele Anmeldungen, dass sie jetzt schon nicht mehr wissen, wie sie diese Nachfrage bewältigen können. Im Kanton Zürich sind es in drei Wochen über 300 Anmeldungen», sagt Urs Brütsch. Im Kanton Zug hätten sie 33 Anmeldungen. Zurückhaltend seien die Rückmeldungen in Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Urs Brütsch ist überzeugt, dass sich eine Standortbestimmung ab 40 Jahren lohnt – so oder so: Als Bestätigung, dass man beruflich gut unterwegs ist und bereits Weiterbildungen gemacht hat. Oder dass man merkt, dass es höchste Zeit ist umzusatteln, einen zusätzlichen Fachausweis zu machen und damit gerüstet ist für weitere 20 Jahre Berufsleben.

Regionaljournal Zentralschweiz, 27.01.2021, 12:03 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    "Kunden wegnehmen"??? Mit dieser Einstellung und dieser Argumentationskraft denke ich nicht, dass der Herr werter Berater irgendjemanden für den beruflichen Turnaround vorbereiten kann. Nicht in dieser wirtschaftlichen Umgebung.
  • Kommentar von Enrico Dandolo  (Doge)
    Falls es gelingt, dadurch die Betroffenen besser auf sich wandelnde Arbeitsmärkte vorzubereiten, ist das eine gute Sache. Wenn aber bloss ein paar Berater einen gut bezahlten Staatsjob kriegen, ist es Geldverschwendung. Bin gespannt auf die Resutate der Pilotphase.
    1. Antwort von Markus Portmann  (ganz unaufgeregt)
      @Doge: Falls Ihr Kommentar ehrlich gemeint ist, ist das eine gute Sache. Wenn Sie damit aber bloss Berater als unnütze Abkassierer hinstellen wollen, wäre es die Zeilen nicht wert. Bin gespannt auf die Resultate.
  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Absolut richtig wenn der Staat sich ebenso um das Volk kümmert. Am Ende gewinnen beide, wenn es weniger Arbeitslose gibt. Die Wirtschaft kann teilweise machen und tun was sie möchte und es ist einfach ein Wunschdenken, dass alle dabei mitkommen. Vor allem Leute Mitte 40 können teilweise kaum irgendwo Anschluss finden, und haben auch nicht mehr die Zeit oder Energie. Dabei gibt es immer noch viele Leute die im richtigen Beruf viel zeigen könnten.