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Schweiz Besorgte NZZ-Korrespondenten schreiben an den Verwaltungsrat

Die NZZ erlebt zurzeit mehr als nur ein Rauschen im Blätterwald. Nach dem Abgang des Chefredaktors hält sich das Gerücht, das Blatt solle auf Rechtskurs gebracht werden. Zwar nahm sich der hochgehandelte BaZ-Chefredaktor Markus Somm selbst aus dem Rennen. Doch Ruhe kehrt damit noch lange nicht ein.

Legende: Video NZZ, quo vadis? abspielen. Laufzeit 5:26 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.12.2014.

Turbulente Zeiten bei der Neuen Zürcher Zeitung: In der vergangenen Woche trennte sich der Verwaltungsrat von Chefredaktor Markus Spillmann. Seither hält sich das Gerücht, die Zeitung solle auf einen politischen Rechtskurs gebracht werden – ähnlich, wie dies SVP-Stratege Christoph Blocher schon bei der «Basler Zeitung» (BaZ) vorgeführt hat.

Seit heute ist bestätigt, dass BaZ-Chefredaktor Markus Somm für die Nachfolge von Markus Spillmann angefragt wurde. Somm nahm sich allerdings inzwischen selbst aus dem Rennen.

«Wir sind tief besorgt»

Doch damit kehrt bei der NZZ noch keine Ruhe ein. «10 vor10» liegt ein noch unveröffentlichter Brief von 63 In- und Ausland-Korrespondenten der NZZ an den Verwaltungsrat vor.

Darin heisst es: «Auch nach der Absage von Somm sind wir tief besorgt um die Zukunft der NZZ. Sollte sich die politische Richtung, in der offenbar nach einem neuen Chefredaktor gesucht worden ist, bestätigen, so verurteilen wir diese Pläne in aller Schärfe. Sie werden verstehen, dass Ihr Vorgehen uns verunsichert hat.»

Suche nach Spillmann-Nachfolge kann dauern

Wer die Nachfolge des scheidenden Markus Spillmann antritt, ist derzeit offenbar noch unklar. Nach den Worten von NZZ-CEO Veit Dengler kann sich die Suche noch hinziehen. «Wir werden einen neuen Chefredaktor haben, wenn wir soweit sind», sagte er am Montagabend in Wien. Dies könne durchaus einige Monate dauern.

In den vergangenen Tagen habe es rund um die Ankündigung von Spillmanns Abgang viele Gerüchte und Unwahrheiten gegeben, sagte Dengler weiter. Derzeit gebe es einen Prozess, der vom Verwaltungsrat geleitet werde und an dessen Ende ein neuer Name stehen werde, sagte Dengler. Im Zuge dessen werde auch die Redaktion angehört. Die Kommunikation in dieser Sache seitens der Verwaltungsrates sei aber durchaus verbesserungsfähig, räumte er ein.

Der Brief im Wortlaut

Der Brief im Wortlaut

63 In- und Auslandskorrespondenten haben sich in einem Schreiben an den Verwaltungsrat gewandt. Der Wortlaut des Schreibens.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg-Peter Huber, Romanshorn
    Swissair, UBS usw. - einmal mehr bescheren "Verantwortliche" ohne Fingerspitzengefühl, dafür um so mehr Dilettantismus, unserem Land einen beträchtlichen Image-Schaden. Bei einem Medienunternehmen von der staatspolitischen Bedeutung einer NZZ ist das besonders bedenklich!
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    1. Antwort von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
      was meinen Sie genau Herr Huber? Staatspolitisch gleich links mit jammern im Sumpf der Linken ist das heue die Devise? Ich erwarte von Zeitungen, dass sie so berichten, dass sich der intelligente Bürger identifizieren kann mit den Berichten. Ich erwarte nicht linker Scheiss, welche allen Bürgern schon lange stinkt, sondern Berichte welche der Wahrheit entsprechen. Dass die Linken nur noch absahnen mit manipulierenden Berfichten ist mir schon lange bekannt jedoch leider noch nicht allen Bürgern.
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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Eine Zeitung sollte neutrale kritische Beiträge bringen, aber sie sollte nicht versuchen, durch ihre Beiträge Werbung auf irgendeine Parteirichtung zu machen. Das wäre ein wünschenswerter Journalismus und eine Hoffnung, dass dies der NZZ gelingt. Jedem einzelnen ist es selbst überlassen, sich an den Blättern seiner Partei zu orientieren.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Was für ein Theater wird hier ausgemacht. Dies Zeigt ja gerade wie unmöglich heute die Schweizer Politik, samt Medien tickt. Jeder will ein Machtmonopol auf die Beine stellen, dies kann ja nur schief gehen, zu unterschiedlich sind die Meinungen, überall will man Macht ergreifen um andere zu "verpfeifen". Diese Ohnmacht kommt allseits, weil man glaubt den Besitz für sich in Anspruch zu nehmen.Rechts wird angegriffen, links wird nervös und dies ist für mich so Skandalös. Verstand ist ausgeschaltet
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