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Schweiz Beten ist keine Kunst

Kein Geld für den Bau des Hauses der Religionen in Bern: Die obersten Richter haben die Beschwerde der Trägerstiftung abgewiesen. Sie hatte das Bundesamt für Kultur um einen Beitrag von einer Millionen Franken ersucht.

Die Modelansicht des geplanten Europaplatzes mit dem Haus der Religionen in Bern.
Legende: Die Modelansicht des geplanten Europaplatzes mit dem Haus der Religionen in Bern. Keystone

Der Neubau des Hauses der Religionen am Europaplatz in Bern kostet rund 10 Millionen Franken. Die Trägerstiftung ersuchte dafür das Bundesamt für Kultur (BAK) um eine Million Franken. Das BAK verwehrte diese aber 2011.

Entscheid ist definitiv

Seinen Entscheid begründete das BAK damals folgendermassen: Es handle sich beim Haus der Religionen nicht um eine «kulturelle Institution» im Sinne der Förderpraxis des BAK. Glaubenspraktiken und die Pflege von interreligiösen und interkulturellen Dialogen könnten nicht als beitragsfähige «künstlerische Produkte» gelten.

Nun unterstützt das Bundesverwaltungsgericht mit seinem Urteils das BAK. Der Entscheid ist endgültig. Die Trägerstiftung kann das Urteil nicht mehr weiterziehen.

Finanzierung ist gesichert

Das Haus kann trotzdem gebaut werden: Gemäss der Homepage der Stiftung finanzieren Private, Stiftungen, Kanton und eine Burgergemeinde das Projekt. Im Juni erfolgte der Spatenstich für den Bau.

Im Herbst 2014 sollen Aleviten, Buddhisten, Christen, Hindus und Muslime je einen Raum für ihre Zeremonien beziehen können. Ein zentraler «Dialogbereich» ermöglicht Begegnungen.

Schon seit Jahren kämpft die Stiftung für einen Bau, wie der Bericht von «Schweiz aktuell» aus dem Jahr 2007 zeigt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Heini Glauser, Windisch
    Die Entscheide des Bundesamtes für Kultur und des Bundesverwaltungsgerichtes sind enttäuschend. Religionen sind wichtige Identifikationselemente jeder Kultur, unabhängig wie man/frau dazu steht. Der interkulturelle Austausch der Religionen ist damit auch ein wesentliches Element zum Verständnis verschiedenster Kulturen dieser Welt und auch deren künstlerischen Ausdrucksformen. Leider gehört diese Optik nicht mehr zum Allgemeinwissen.
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  • Kommentar von Markus Friedli, 3033 Wohlen bei Bern
    Der Bericht ist absolut tendenziös und irreführend. Das Foto zeigt das ganze Haus; nur ein kleiner Teil davon ist für das Haus der Religionen reserviert. Es geht nicht in erster Linie um Gebetsräume, sondern um einen Ort der Begegnung. Uebrigens läuft dieser Dialog der Kulturen und Religionen in Bern mit sehr grossem Einsatz bereits seit mindestens 15 Jahren. Das BAK und das Bundesverwaltungsgerecht zeigen ein völlig eingeengtes Kulturverständnis. MFR
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala City
    Den Entscheid vom Bundesverwaltungsgericht finde ich politisch korrekt. Staat und Kirche soll säkular gehandhabt werden. Die Idee für eine Begegnungsstätte verschiedener Religionen zum gegenseitigen Verständnis jedoch gut. Keine Sorge, man wird an diesem Ort keine religiösen Fundamentalisten antreffen. Dazu fehlt ihnen schlicht die Kompromissbereitschaft. Leider wird dieser Gedanke in der Welt über die Schweizergrenze hinaus keine Signalwirkung haben. MfG
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