Tischtennis, auch bekannt als Pingpong, erlebt in der Schweiz derzeit einen Boom: Ob in Clubs, Bars, Parks oder Vereinen – quer durchs Land entdecken Menschen den Sport neu. Besonders in den städtischen Regionen entstehen neue Angebote, so auch in Basel.
Im Kleinbasel etwa füllt sich unter der Woche eine ehemalige Brauhalle mit jungen Menschen, die gemeinsam Rundlauf spielen. Die Stimmung an der Pingpong-Disco ist ausgelassen und viele betonen, wie schnell der Sport Gespräche und Begegnungen ermöglicht.
Es fühlt sich an wie etwas, das man früher in der Schule gemacht hat.
«Man redet mit verschiedenen Leuten. Spielen verbindet», findet eine Teilnehmerin. Für manche ist es sogar die Rückkehr zu einer Aktivität aus Kindheitstagen – jetzt allerdings in einem völlig neuen Rahmen. «Es fühlt sich an wie etwas, das man früher in der Schule gemacht hat. Und plötzlich merkt man wieder, wie viel Freude das macht»
Die Nachfrage steigt stetig: Mehrere hundert Personen besuchen monatlich die Pingpong-Events der Stadt und für viele ist das Format ein unkomplizierter Einstieg in den Sport. «Die Leute haben richtig Lust auf den Sport und geniessen die Atmosphäre», sagt Veranstalter Nikolai Sekinger vom Sudhaus.
Allein in Basel sind innerhalb kurzer Zeit gleich mehrere Pingpong-Standorte entstanden – darunter ein grosszügig ausgebauter Club beim Voltaplatz. Dort reihen sich mehrere Tische aneinander, farblich inszeniert und mit modernen Licht- und Soundelementen kombiniert. Die Betreiber orientieren sich an Pingpong-Social-Clubs aus Metropolen wie New York, wo das Konzept schon länger erfolgreich ist.
Was früher ein verrauchter Ort für Technopartys war, ist heute eine Mischung aus Lounge, Sportfläche und Treffpunkt. Eine Runde kann zu zweit, aber genauso gut mit einer ganzen Gruppe gespielt werden.
Der Boom macht sich indes nicht nur im Ausgang bemerkbar. Auch die Basler Tischtennisvereine spüren den Zulauf: Karim Ayadi vom Tischtennisclub Basel erzählt, man komme kaum mehr hinterher, neue Mitglieder aufzunehmen. «Wir bekommen alle zwei Tage eine Anfrage von Interessierten. Das ist grossartig – aber es fordert uns extrem heraus», freut sich Ayadi.
Der Club musste zusätzliche Trainings für Hobbyspielerinnen und -spieler einführen, um dem Interesse gerecht zu werden. Gleichzeitig fehlen in Basel Hallenplätze, weshalb neue Pingpong-Lokale eine wichtige Ergänzung darstellen.
«Nicht alle wollen Wettkampfsport. Viele wollen einfach spielen. Die neuen Bars bieten genau das – unkompliziert und ohne Verpflichtungen», sagt Ayadi.
Als Vorreiter der Pingpong-Szene gilt Zürich. Dort füllen Pingpong-Lounges schon seit längerer Zeit Säle und Turniere, Community-Events gehören zum festen Bestandteil des Freizeitangebots.
Aber auch in Luzern oder Glattbrugg gibt es ähnliche Formate, zum Beispiel in einer Pingpong-Lounge. In der ganzen Schweiz entstehen neue Treffpunkte rund um die Tischtennisplatte. So treffen sich in der St. Galler Grabenhalle jeden Monat Menschen zum gemeinsamen Rundlauf bei Disco-Musik und auch das Fri-Son in Freiburg lädt zur Pingpong-Party.
Es scheint, dass Pingpong wohl mehr ist als ein kurzfristiger Hype.